Scheunendach dämmen ohne Unterspannbahn




Hallo wir planen ein 150qm Scheunendach zu dämmen damit darin lagernde Ware keinen Flugrost bekommt und die Halle minimal temperiert werden kann bzw. nicht friert. Dazu habe ich schon sehr konkrete Anleitungen mit 3x3cm Abstand-Latten und 1cm bitumierter Holzfaserplatte gefunden, die für diesen Zweck Gängig und Fehlertolerant sein soll.

Da ich bereits Erfahrung mit Holzfasterplatten gemacht habe hier meine Frage:

Wie befestigt man die 1cm dünnen Holzfaserplatten an den Abstandlatten zwischen den Sparren ohne dass die Platten bei höheren Winddruck abfliegen oder sich von den Schraubenköpfen lösen und nach unten rutschen. Korrekter-Weise werden die Platten theoretisch überlappend vom Giebel nach unten verlegt aber wie gestaltet man die Befestigung an den überlappenden Stellen ohne die empfindliche weiche Platte zu beim Schrauben zu beschädigen oder zu durchschrauben? Minimale regelmäßige Vibrationen oder Schwankungen heben solche Platten von den Schrauben... Ich befürchte hier eine nicht solide teure Konstruktion.

Plan B:
Gibt es alternativen, ggf. Hartschaumplatten für diesen Anwendungszweck, die direkt unter die Sparren verschraubt werden können und die Luftebene zwischen den Sparren frei bleiben lässt?

Für alle Erklärungen zu dem genauen Aufbau mit der Weichfaserplatte wäre ich dankbar oder Rat zur preiswerten Scheunendämmung/Windabdichtung. Es wird kein Wohnraum.

Viele Grüße
Robert



Scheunendämmung



Warum soll die gedämmt werden wenn es kein Wohnraum ist?
Welche Nutzung ist geplant?

Ansonsten:
Unterdachplatten mit ca 20 mm Stärke und Nut und Feder verwenden.
Seitlich an Sparren gegen die vorhandenen Dachlatten zB halbierte Dachlatten befestigen und mittig im Sparrenfeld parallel zu diesen eine etwas stärkere Latte, damit die Unterdachplatten eine leichte Durchbiegung für mögliche Wasserableitung bei Undichtigkeiten bekommen.

Falls gedämmt werden soll Sparren ggf aufdoppeln, innen mit Platten verkleiden und Hohlraum mit Zellulose ausblasen oder Hanf-, Holzflexplatten oä verwenden.

Es gibt Holzfaserdämmplatten-am besten solche mit Nut und Feder verwenden- die unter die Sparren geschraubt werden können (Karosseriescheiben unter die Schraubenköpfe).

EPS oä ist ungeeignet.
Andreas Teich



Dachdämmung



bei Beplankung mit 1cm starken Platten geht der Dämmeffekt gegen Null, zudem verhindert Wärme keinen Flugrost. Selbst mit der vorgesehenen Beplankung wird eine "minimale Temperierung" hohe Heizkosten verursachen.



Holzfaserplatten richtig verschrauben



Hallo Andreas Teich,

vielen Dank für die detaillierte Beschreibung.
Ich habe mir noch einige Videos angeschaut wo ein ähnlicher Aufbau zu finden war, jedoch konnte ich keine Biegung der Holzfaserplatte erkennen aber das wäre kein Problem das durch eine dickere mittige Latte herzustellen. Das Problem bei den 2cm dicken Holzfaserplatten sehe ich erfahrungsgemäß eher bei der Steifigkeit und nicht so guten Biegefähigkeit der Holzfaserplatten. Ich hatte hier damals eine ca. 3mm Latte an den Seiten und 6mm in der Mitte und an einigen Stellen ist die Platte in der Mitte sehr schnell etwas aufgerissen. Es war außerdem noch ordentlich Zug an den Seitenschrauben weil die Platte durch die zentrierte Latte gebogen wird.

Haben Sie vielleicht hier noch eine Erfahrung wie stark die zentrierte Latte sein sollte, wenn die Seitenlatten ca. 3cm dick sind? Vielleicht reicht eine minimale Krümmung, die durch eine 4 oder 4,5cm Latte gegeben sein kann?

Scheiben unter Schraubenköpfen ist ein wichtiger Hinweis.
Das hatte ich nicht gemacht. Aufdoppeln und Holzflex oder Einblasdämmung wird dann auch notwendig sein.

Das schöne an diesem Vorgang wäre, dass man in 10 oder 20 Jahren die Dämmung bestehen lassen kann, wenn man doch Wohnraum haben möchte. Insgesamt scheint das die Vorgehensweise beim Altbau zu sein, die am meisten Empfohlen wird.

Die Nutzung ist als trockenes Warmlager gedacht bei dem Frost im Winter durch Radiatoren ausgeschlossen werden muss.

Minimale Feuchtigkeit (Sprühnebel) kommt momentan durch Sturm und Regen durch die Ziegelritzen. Das muss ausgeschlossen werden damit die Metallgeräte keinen Schaden bekommen.

@Pope, wenn sauber mit Nut und Feder 2cm wie Herr Teich vorschlägt von innen schonmal abgedichtet wird, dann geht der Dämmwert nicht gegen 0 weil kein Wind mehr in dem aktuellen Ausmaß durch das Dach pfeift. Egal ob Unterdachfolie oder Holzfaser, ich denke das ist ein großer Unterschied, wenn auch noch als Kaltdach zu bezeichnen solange kein 20cm Dämmstoff zwischen den aufgedoppelten Sparren verwendet wird.

Es geht mir ersteinmal darum die fehlende Unterspannbahn möglichst optimal zu ergänzen und im weiteren Schritt die Dämmung vorzunehmen.

Viele Grüße

Robert



Scheunendach dämmen



hallo Robert
Eine minimale Durchbiegung der Unterdachplatte genügt-
je nach Sparrenabstand die mittige Latte ab ca 1 cm dicker als die seitlichen nehmen.
Wenn zu viel Spannung auf den Platten ist muß ggf seitlich noch eine Latte unter die Platten geschraubt werden.

Die Platten haben erst ab einer gewissen Stärke Nut und Feder, ohne die das nicht dicht wird.

Wenn es tatsächlich ein Warmlager sein soll muß sicher gedämmt werden-
nur eine Lage dünner Platten bringt zwar Winddichtheit aber keine Dämmung.

zur Kosteneinsparung könnte innen erst einmal nur Folie mit Sparschalung montiert werden- das genügt zum Zellulose einblasen.

Andreas Teich



Holzfaserplatten Produktbeispiele & Alternativ Unterspannbahn



Hallo Andreas,

Die Variante mit der Unterspannbahn und Einblasdämmung ist auch interessant. Ich werde die aktuellen Preise mal recherchieren.

Bezüglich der Holzfaser-Dämmplatten Variante, um zwei große Lieferanten zu nennen habe ich Gutex und Steico gefunden:

Gutex hat Nut- & Feder Platten "Multiplex-top" in 18mm und 22mm Stärke:

http://gutex.de/fileadmin/uploads/Downloads/Broschueren/GUTEX_DE_BR_Preisliste_2017-09.pdf

Steico erst ab 60mm Stärke mit Nut und Feder "STEICOSpecial", da wird eine Durchbiegung nicht mehr möglich sein:
http://www.steico.com/fileadmin/steico/content/pdf/Marketing/German/Image/STEICO_Image_de_i.pdf

Vom Materialpreis für 150qm wäre das machbar. Aufwand habe ich keinen Vergleich. Wäre die Frage ob Folie oder Holzfaser besser ist / länger hält. Die Holzfaserplatten haben mit Nut&Feder sicherlich schon einen geringen Dämmwert gegenüber der Folie. Ich tendiere eher zu Holzfaserplatte.

Haben Sie außer die beiden Anbieter ggf. noch einen empfehlenswerten Anbieter für diese imprägnierten oder bituminierten Holzfaserplatten für das Unterdach?

*Sauber zuschneiden, mit Nut&Feder zusammenstecken, verschrauben und anschließend Sparren aufdoppeln.

Letztendlich eine Kosten und Statikfrage, die ich dann abklären kann wenn ich die Produkte und Stärken kenne, die dafür geeignet wären.

Besten Dank

Robert



Unterdach- und Holzfaserdämmplatten



Hallo Robert
Du kannst mir gerne deine Kontaktdaten und Adresse und benötigt Menge mailen, dann kann ich dir Infos und Preise dazu geben.
Es gibt div Hersteller- ich müßte sehen, was in deiner Gegend günstig lieferbar ist.

Im Allgemeinen würde ich außen Unterdachplatten Folien vorziehen, da stabiler und weniger Kondensatanfällig, vom Dämmwert und Hitzeschutz ganz abgesehen.

Andreas



DWD platten



habe eben eine E-Mail versendet mit Kontaktdaten. Für die Allgemeinheit, unter DWD Platten konnte ich noch weitere Platten mit Imprägnierung in 20mm Dicke finden. Der Aufbau wäre dann:

Öko Aufbau A:
- Sparren Aufdoppeln auf 25cm
- 3cm Abstandslattung links und rechts am Sparren montieren
- ca. 4cm zentrierte Lattung montieren (Steifigkeit testen)
- 20mm DWD Unterdach-Platte *leicht(gebogen (imprägniert)
- Schrauben mit Unterlegschreiben verwenden
- Einblasdämmung
- Dampfsperre (ggf vario)
- Querlattung
- Rigips oder DWD verputzt

Öko Aufbau B (ggf. teuerer)
- Sparren aufdoppeln auf 25cm
- 3cm Abstandslattung links und rechts am Sparren montieren
- ca. 4cm zentrierte Lattung montieren (Steifigkeit testen)
- 20mm DWD Unterdach-Platte *leicht(gebogen (imprägniert)
- Schrauben mit Unterlegschreiben verwenden
- Klemmfilz
- Dampfbremse reicht aus
- Querlattung
- Rigips oder DWD verputzt

Preis Kompromiss
Nicht-Öko Aufbau A mit ggf. höherem Brandschutz:
- Sparren aufdoppeln auf 25cm
- 3cm Abstandslattung links und rechts am Sparren montieren
- ca. 4cm zentrierte Lattung montieren (Steifigkeit testen)
- 20mm DWD Unterdach-Platte *leicht(gebogen (imprägniert)
- Schrauben mit Unterlegschreiben verwenden
- 200mm Stein-/Glaswolle
- Dampfsperre (ggf vario)
- Querlattung
- Rigips


Ich hoffe der Aufbau stimmt so. Es gibt so viele Youtube videos und Anleitungen, die einen falschen Aufbau zeigen.

Viele Grüße

Robert