Mauerdurchbruch in Scheune.

08.05.2008



Hallo Community, habe einen kleinen Bauerhof gekauft. Auf diesen befindet sich eine große Scheune. Baujahr 1875, kein Denkmalschutz. Habe auch schon Genehmigung zum Umnutzung zum Wohnraum. Die Scheune hat 60 cm. starke Wände, Aus Bruchstein.
(Naturbruchstein beim Mauer Kreuz und quer vermauert mit damaligen Mörtel?)
Und das ist mein Problem? Soll man Dämmen, und wenn von innen oder außen? Die Scheune ist trocken und in einen sehr guten Zustand. Bis auf den Putz, und das nur kleine Fenster oder gar keine Fenster vorhanden sind.

Wie durchbricht man so eine Wand um Fenster einzubauen? Hat jemand so etwas schon gemacht? Gibt es Foto oder Video Material, Bücher? Könnt Ihr, mir weiter helfen?
Mit Tipps und Ratschlägen?

Danke in Voraus.



Bruchsteinwand



Guten Morgen,

bei Öffnungen in Bruchsteinwänden kann man sich viel Arbeit sparen, wenn die Kanten scharf ausgebildet werden. Allerdings sehen die Laibungen danach meistens irgendwie komisch aus. Um das zu umgehen, kann man Stahlzargen vom Schlosser bauen lassen: gibt plane Anschläge, klare Materialgegensätze und verdeckt die Bruch- bzw. Schnittkanten.
Die öffnungen läßt man am besten von einem spezialisierten Bohr- und Sägebetrieb machen. Das ist im Endeffekt preisgünstiger als selber oder durch Maurer.

Derart dicke Wände wollen erst einmal temperiert sein, also heizt man ohne Dämmung überflüssig etliche hundert Tonnen Steine auf. Ich würde deshalb angesichts der sehr großen Speicherfähigkeit (die aber nur zu ca. 10% auch nutzbar ist) eine Innendämmung bevorzugen, um die Oberflächen warm zu halten. 4 cm wären dafür völlig ausreichend.
Bauphysikalisch gut, aber sehr teuer wäre eine Innendämmung aus Schaumglasplatten, weil die einen sehr hohen Diffusionswiderstand haben.

Grüße vom Niederrhein



Durchbruch



Hallo Herr Vitiello,

der Mauerer Ihres Vertrauens macht das sicherer, schneller und vermutlich sogar billiger als Sie das Durchbrechen einer solchen Wand realisieren können.

Im Prinzip wir die Wand aufgeschnitten, gebohrt, gestemmt, gesägt (hängt vom vermauerten Stein und den Fügungen ab), dann werden die entsprechend dimensionierten Träger mit ausreichendem Auflager fachgerecht eingemörtelt und lange genug trocknen gelassen.
Erst dann erfolgt der Durchbruch, um Erschütterungen in altem Mauerwerk zu vermeiden möglichst mit beidseitigem Einschnitt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Fenster - Mauerdurchbruch in Bruchstein Scheune.



Nochmals Danke für Tipps und Ratschläge.



Sägen ist fantastisch!



Um wenig Schaden in der statischen Kubatur zu erreichen, kann man ein Sägeunternehmen beauftragen, die die gewünschten Öffnungen heraussägen.
Nachher werden die entsprechenden Sturzträgerelemente eingebaut und die Leibungsdetails neu ausgebildet oder hergerichtet.
Mit Natursteinen oder gute passendem Ziegelmaterial.
Wenn man Verputzen möchte ist das Ausmauerungsbild nicht unbedingt das wichtigste Kriterium (sollte aber trotzdem gut erstellt sein!), gegenüber einer Sichtbarlassung des Mauerwerkes aus Natursteinen.
Bei Deiner Wandstärke bräuchte man eigentlich gar nicht dämmen.

Überlegende Grüße

Udo Mühle



Ergänzung



Und so sieht dann die fertige Leibung nach der Aufarbeitung aus.
Sichtkannten wieder gestockt und der Rest mit Zwickern und Natursteinen ausgepuzzelt.

Grüße Udo



...oder auch so!



Natursteingewände neu erstellt und in Bestandswände integriert.

Udo





Danke, Nochmal an alle. Besonderen dank an Udo für seine Fotos.