Scheune, Schweinestall und Konsorten: Was tun mit alten Zweckbauten?

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Fachwerkhäuser bieten einen malerischen Anblick. In früheren Zeiten handelte es sich um kleine Gehöfte, zu denen neben einem Gemüsegarten Stallungen und Scheunen gehörten. Die Ställe für das Nutzvieh und die Wohnräume waren räumlich eng miteinander verbunden. Die Bewohner profitierten von der Wärme, welche die wertvollen Tiere abgaben. Viele Eigentümer - zum Teil denkmalgeschützter Fachwerkhäuser - dürfen sich heute über alte Zweckbauten und Räume freuen, die zu schade sind, um Arbeitsgeräte und nicht mehr gebrauchte Gegenstände darin aufzubewahren. Was also tun mit alten Zweckbauten?


Fachwerk - vorrangiger Baustil nördlich der Alpen

Im Mittelalter zählten nördlich der Alpen Fachwerkhäuser zum vorrangigen Baustil. Gebaut aus leicht verfügbaren Baumaterialien - vorwiegend Lehm, Holz und Stroh - wurden Häuser jeder Größenordnung aus Fachwerk errichtet. Die markanten Holzkonstruktionen, die für eine ausgezeichnete Statik sorgen, prägen zum Teil deutlich sichtbar die Optik der eindrucksvollen Bauten. Ein typisches Merkmal von Fachwerk ist es, dass die Holzbohlen aus Fichten- und Eichenholz ausschließlich mit der Axt bearbeitet wurden. Viele Häuser, die sich in mittelalterlich geprägten Ortschaften und Städten bewundern lassen, wurden im 16., 17. 18. und 19. Jahrhundert gebaut - d. h. im Spätmittelalter und der Neuzeit. Bürger, die es sich leisten konnten, entschieden sich dafür, die untere Etage zu mauern, sodass die typische Holzkonstruktion erst im zweiten Stock beginnt. Aufwendige Schnitzereien zeugen vom Wohlstand der Besitzer und erzählen bei näherer Betrachtung Geschichten vom Leben und Arbeiten in früheren Tagen.


Wohnen mit historischem Lebensgefühl

Hierzulande sind rund zwei Millionen Fachwerkhäuser sowohl mit Sichtfachwerk als auch verkleideten und verputzten Fassaden erhalten. Die historischen Bauten strahlen den Charme vergangener Jahrhunderte aus und bieten ihren Bewohnern ein besonderes Lebensgefühl. In den Wohn- und Nutzräumen wird Geschichte lebendig. Wer sein Fachwerkhaus renovieren oder sanieren möchte, muss mit vielen Herausforderungen rechnen. Besitzen Sie ein Baudenkmal, unterliegen Sie einerseits strengen Auflagen, andererseits können Sie von staatlichen Förderungen und steuerlichen Vorteilen profitieren. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf alte Zweckbauten - wie Scheunen, den Schweine-, Hühner- und Kuhstall oder ehemalige Gewerberäume - werfen. Aus ihnen lassen sich mit etwas Geschick wahre Juwelen zum Wohnen, Arbeiten und für die Freizeit zaubern.


Neue Wohnfläche in alten Zweckbauten

Es gibt unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten für alte Zweckbauten. Viele Eigentümer entscheiden sich dafür, die Räumlichkeiten in neuen Wohnraum zu verwandeln. Vor allem in Städten, in denen Flächen knapp sind, können mehrere Generationen durch Ausbauten räumlich voneinander getrennt unter einem Dach leben. Moderne Verbindungsbauten - vielfach im Stile eines Glasanbaus - setzen kontrastreiche Akzente und bringen Licht ins Innere des Hauses und in historische Nutzräume. Ställe und Werkstätten waren in früheren Zeiten, in denen die Erfindung wärmeisolierte Fenster in ferner Zukunft lag, vielfach mit kleinen Fenstern ausgestattet. Für die ehemaligen Besitzer, die ihr Tagwerk von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verrichteten, eine optimale Lösung. Wer ein Gästezimmer, eine neue Wohnküche, Schlafräume oder ein Wohnzimmer in einem ehemaligen Zweckbau unterbringen möchte, wünscht sich mehr Licht und profitiert von gläsernen Anbauten.


Homeoffice mit separatem Eingang

Eine besondere Nutzungsmöglichkeit, welche die zum Wohnen zur Verfügung stehende Fläche sinnvoll erweitert, ist die Verwendung ehemaliger Zweckbauten als Homeoffice. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Isolierung ehemaliger Zweckbauten und zur Energieeinsparung. Vorher sollte geklärt sein, welche Vorgaben eingehalten werden müssen und welche Planungsschritte in chronologischer Reihenfolge anstehen. Stromanschlüsse zu verlegen sowie über WLAN (Wireless Local Area Network) eine gute Internet-Versorgung zu gewährleisten, ist ohne großen Aufwand möglich. Möchten Sie einen ehemaligen Stall oder eine alte Werkstatt in ein Homeoffice umfunktionieren, haben Sie den Vorteil, dass oftmals ein separater Eingang zur Verfügung steht bzw. nachgerüstet werden kann. Kunden und Kollegen müssen nicht durch Ihre Wohnung laufen, um in Ihr Büro zu gelangen.

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Gemütlich Feiern in alten Zweckbauten

Eine beliebte Möglichkeit, alte Zweckbauten - von der Scheune über Ställe bis zu ehemaligen Gewerberäumen - sinnvoll zu nutzen, ist es, sie in gemütliche Locations für private Feierlichkeiten zu verwandeln. Glücklich kann sich schätzen, wer ein altes Gewölbe besitzt. Die wunderschönen Decken verleihen ehemaligen Zweckbauten einen besonderen Charme. Ein pflegeleichter Boden in zum Stil passender Optik, ein neuer Anstrich und zweckmäßige Möbel reichen aus, um die perfekte Party-Location zu schaffen. Ob Sie stabile Bierbänke bevorzugen, Tische und Stühle auf Flohmärkten und bei Antiquitätenhändlern kaufen oder sich neue Möbel anfertigen lassen, bleibt Ihren persönlichen Vorlieben überlassen. Tischdecken und Dekoration kreieren eine festliche Stimmung. Ein Bierfass oder Licht funkelnde Weinflaschen kommen in der urigen Umgebung hervorragend zur Geltung.


Alte Scheunen und Stallungen für Feste vermieten

Haben Sie eine freistehende Scheune, an die sich bestenfalls ein Freisitz oder eine große Wiese anschließt, können Sie Ihren alten Zweckbau als Location zum Feiern vermieten. Die Nachrüstung von externen Toiletten sowie Möglichkeiten zum hygienischen Händewaschen ist unumgänglich. Bauen Sie eine Bar in einen ehemaligen Stall oder eine Scheune ein, gewinnt die Party-Location an Professionalität. Aufgrund strenger lebensmittelrechtlicher Auflagen sollten Sie das Catering einem Fachbetrieb überlassen und nicht selbst als Gastgeber tätig werden. Ist der alte Zweckbau nicht an die Zentralheizung angebunden, sorgt ein Kaminofen an kalten Tagen für wohlige Wärme. Wichtig ist in diesem Fall nur, dass Sie sich vorher entsprechend informieren, denn gerade bei Kaminöfen müssen baurechtliche Vorgaben eingehalten werden.


Raum für Hobby und Freizeit schaffen

Wer keine fremden Personen auf seinem Grundstück haben möchte, kann in seinem ehemaligen Zweckbau Raum für Hobby und Freizeit schaffen. Musikfans freuen sich über die Möglichkeit, ihre Lieblingssongs ungestört anhören zu können. Bands schätzen ehemalige Zweckbauten als Übungsräume. Ist die Akustik nicht optimal, schaffen von Hand gemachte oder von professionellen Anbietern hergestellte Schallabsorber an Wänden und Decken Abhilfe. Gamer schätzen die Räume, um eine bequeme Gaming-Ecke einzurichten und modernste Technik zu installieren. Großer Beliebtheit erfreuen sich Casino-Communitys, welche den Hauch der großen weiten Welt in historische Fachwerkhäuser bringen. Online-Casinos ermöglichen die orts- und zeitunabhängige Teilnahme an unterhaltsamem Glücksspiel. Sie können frei bestimmen, ob Sie nur zum Spaß zocken oder um Geld spielen möchten. Wer hier als Neueinsteiger gilt, sollte sich zuvor in entsprechenden Foren schlau machen und mit Gleichgesinnten austauschen, um schlechten Erfahrungen vorzubeugen.

Sich in einem alten Zweckbau einen individuellen Rückzugsort zu kreieren, bringt ein Stück Luxus in das eigene Leben.


Spielzimmer für Kinder

Wer sich mehr Ordnung im Haus wünscht, kann ehemalige Zweckbauten in Spielräume für die Kinder umfunktionieren. Als Hauptquartier für die eigene Bande oder Clique werden die Räume von Kindern und Jugendlichen jeden Alters geschätzt. Schaffen Sie ausreichend Stauraum zum Verstauen von Spielzeug und Sportsachen ist im Handumdrehen aufgeräumt. Ein ehemaliger Stall oder eine alte Werkstatt mit einem großen Tor wird im Sommer zum schicken Freiluftraum, in dem Ihr Nachwuchs und seine Freunde die wertvolle Freizeit nach der Schule und die Ferienzeit in vollen Zügen genießen können.


Yoga- und Gymnastikräume

Die eigene Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Wünschen Sie sich einen eigenen Raum für Fitness, Yoga und Meditation, sollten Sie Ihre Zweckbauten einer genauen Prüfung unterziehen. Zugegebenermaßen ist es nicht leicht, sich einen Raum voller Gerümpel als entspannenden Raum für Yoga und Meditation vorzustellen. Mit etwas Fantasie werden Sie jedoch erkennen, welche Möglichkeiten Ihnen ein ehemaliger Stall oder Betriebsraum, der zu Ihrem Fachwerkhaus gehört, ermöglicht. Damit sich die Renovierung für Sie auszahlt, können Sie den ehemaligen Zweckbau u. U. sogar an externe Dienstleister, die Yoga, Schamanismus oder Trommelkurse anbieten, vermieten. Informationen über die Auflagen, die Sie für den Ausbau zur Vermietung beachten müssen, erhalten Sie beim für Ihren Wohnort zuständigem Landratsamt.

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Fazit - alte Zweckbauten renovieren, lohnt sich

Die kleine Ideensammlung zeigt, welche Potenziale sich in alten Zweckbauten verstecken. Ob Sie bereits ein Fachwerkhaus besitzen oder den Kauf eines im Fachwerk errichteten Gebäudes planen - es lohnt sich, alte Stallungen, Scheunen, Werkstätten und Betriebsräume in Schuss zu halten, regelmäßig zu renovieren oder grundlegend zu sanieren.


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