Scheune - Sanierung tut Not

19.01.2018 Heidschnucke



Hallo,

seit vergangenem Jahr besitze ich eine Scheune, Jahrgang 1914.

Sie hatte mal einen größeren Brandschaden - und blieb dennoch stehen ;-)

Der letzte Orkan hat einzelne Ziegel davon geweht. Es wird Zeit für eine Sanierung.

Mehrere Fragen:

A) sie steht nicht unter Denkmalschutz. Ich wiege den Kopf hin und her... für und wider... täte es Sinn machen anzufragen?!

B) Sie hat teilweise Sandsteinbehang. Hier findet sich für die ein oder andere Lücke sicher gebraucht Ersatz. Vorne und hinten hat sie Ziegelbehang oben stirnseitig. Ich tue mich allein mit der Suche schwer, Behangziegel, Fassadenziegel... wie kann man die noch nennen?! Kann ja fast nicht sein, dass so was nicht gebraucht aufläuft.

C) Das wäre allerdings eine größere Fragestellung.... der Brandschaden... da würde ich Fotos ect. nachreichen.

Einen Fachwerkspezialist hatte ich kontaktiert. Der hat es aber wohl nicht nötig. Auch nach 6 Monaten scheint da kein Termin möglich und ich möchte dem Verfall nicht zusehen. Dazu ist das gute Stück viel zu schade. Wir sind Weidetierhalter und haben lange nach so einem Objekt gesucht.



Scheunen Instandsetzung



Hallo Sabine
Bilder sind natürlich notwendig.
Denkmalschutzeintragung nur anstreben, wenn steuerlich interessant und ohnehin keine größeren Umbauten geplant sind.

Jeder fähige Zimmermann sollte imstande sein, die Standfestigkeit einer Scheune zu beurteilen.

Wetterseitige Bekleidung von exponierten Wandflächen ist sicher sinnvoll.
Ob diese nun original wiederhergestellt werden muß ist sicher auch eine Kosten- und Gestaltungsfrage.

Dachziegel, Biberschwänze, Holzschindeln oder einfache Bretterverkleidungen können dazu verwendet werden.

Zuerst das Dach sichern und Regendichtigkeit herstellen.

Alles andere ergibt sich auch nach der geplanten Nutzung.

Andreas Teich



Erstes Bild



sorry, wenn meine Antworten etwas dauern. Habe mich jetzt angemeldet und kann somit ein Bild vom Sommer schon mal beisteuern.

Die Scheune ist eine von zwei in der Nähe eines Ortes, dessen dortiger Teil des Ortes auch noch sehr fachwerkgeprägt ist. Daher habe ich etwas Bauchgrimmen mit Trapezblech ect. loszulegen. Möglich wäre beispielsweise auch die nicht sichtbare Rückseite so zu sanieren und die dort frei werdenden Materialien vorne zu verbauen.

Umbauten... sind vom Prinzip her nicht groß geplant. Sie muss allerings noch von Scheune auf Stall umgewidmet werden und ich fürchte, die neue Düngeverordnung zwingt uns zum Betonboden. Inneneinrichtung ist nicht geplant. Die Tiere ziehen hier nur im Notfall ein. Wir halten Robustrassen und ziehen auch durch den Winter. Wenn rein, dann Hürden aufstellen, einstreuen, fertig. Ansonsten ist die Scheune unser Heulager.

Der Brandschaden sieht furchtbar aus. Der ist aber schon ein paar Jahre als und scheint die Standfestigkeit nicht zu beeinträchtigen. Oder noch anders formuliert: Eigentlich kann ich dankbar sein, dass das damals passiert ist. So stand vermutlich jeder wie wir davor und hat sich die Haare gerauft. Wir haben sie uns indes auch von innen angesehen ;-)

Dennoch... also da im vorderen Bereich muss was ersetzt werden. Sie soll schon auch widerspiegeln, dass wir sie sehr schätzen ;-)



andere Seite



... ach so, die andere Seite ist nicht mit Schindeln, sondern mit Sandstein behangen. Rückseite ist wieder geschindelt.



Das sind mMn



Hohlpfannen. Da hab ich noch ca. 60 Stück von 1850...
Standort 34474
Die Scheune ist so schön, bitte nicht mit Brettern oder Trapezblech verschandeln!



Scheune sichern



Bei dem Zustand würde ich die Ziegel bei Bedarf ergänzen.
Holzverbretterung nur zur Substanzsicherung, sofern notwendig oder wegen der Kosten nichts anderes möglich ist.

Evt notwendige Reparaturen am Tragwerk
müßte ein Zimmermann vor Ort beurteilen.

Ich würde keine Nutzungsänderung beantragen-
Tierhaltung ist ja auch eine landwirtschaftliche Nutzung-
es weiß ja ohnehin niemand, ob sich nicht vielleicht auch früher schon mal Tiere dort untergestellt haben.
Du planst ja ohnehin keine Massentierhaltung

Andreas Teich



Verschandeln unerwünscht



;-) wir sind uns da einig... zu schön für Baumarktflickwerk.

Indes macht das Dach schon Kummer. Es ist das dritte mal, dass da was wegflog. Einmal konnte mein Mann den Schaden selber richten, einmal musste der Dachdecker ran. Wie´s jetzt aussieht... muss passen. Wenn wieder am First was weg ist, muss wieder der Dachdecker ran. Den Rest packen ein Freund und mein Mann noch gemeinsam. Aber ja, das Dach ist ein Sanierungsfall. Und da habe ich keine Ziegel mehr. Ist das Dach auch Hohlziegel?





Der Dachdecker war da. Sprach: Flicken Mumpitz, schickte Kostenvoranschlag von fast 16000.-
Da ist die vorher dringende Sanierung des Fachwerks nicht mit drin.
Der Gutachter ist verschollen. Im Internet hinterlegte Telefonnummer ist nicht mehr bekannt. Schade, der hat mir damals bei meinem ehemaligen kleinen Fachwerkhaus sehr geholfen.

Guter Rat scheint hier teuer. Ich habe heute nachmittag frei. Werde erst ein paar Fotos von der Scheune knipsen und dann ein paar Schafe pediküren... das beruhigt so schön ;-)





Ach so... und er sprach, dass der Sandstein weg muss.



So ein Scheunendach



kann man immer flicken. Bei mir hat 5 Firstziegeln in Mörtel setzen und 4 gebrochene Pfannen im Firstbereich wechseln 80 EUR gekostet. Der Dachdecker war sowieso im Dorf unterwegs, da hat er das mal flott mitgemacht.
Das passende Material hab ich zur Verfügung gestellt.
Und ja, auf deinem Dach sind Hohlpfannen, die kriegst du an jeder Ecke von geschenkt bis 1 EUR pro Stück.
Woraus dein First ist, kann man nicht gut erkennen. Notfalls Firste in Mörtel draufsetzen, fertig.



Dachstuhl



ist auch so ein Thema.
Wie schaut es unter den Ziegeln aus?
Für 16000 € mache ich dir das Dach neu mit Unterspannfolie und mit dem Rest saniere ich meine Scheune, zumindest eine.
Das geld würde auch für eine Isolierung reichen.
Was hat der denn angeboten? Gold oder so?

Denkmalschutz ist ein Thema.
Ich wäre froh, wenn ich den nicht ständig an der Backe hätte.
Die Zuschüsse passen nicht zu dem zusätzlichen Aufwand.

Klaus





Traufbohle, Dachlatten, Ortgang, Eindecken, neue Ziegel, Klammern, First als Trockenfirst, Zinkdachrinne und Fallrohre. Einziger Luxus... ich wünschte mir die alten Sandsteinplatten am Rande wieder rauf gesetzt. Nachdem die von der Wand schon wegsollen.

ich versuche krampfhaft Fotos hochzuladen. Timbuktu hat besseres Internet als wir im tiefen Solling...





Hier sollte jetzt Bilder vom Brandschaden kommen und ich denke, der ist dringender als das Dach. Das Dach wird Vorlieb nehmen müssen, was dessen Sanierung auffrisst.



Neueindeckung



ist eine Lösung.
Ich mache es bei meinen Hütten bzw machte es so.
Zuerst Bestandsaufnahme, was ist und was soll werden.
Wenn der Dachstuhl marode ist, dann wird es eng, denn der kostet echt Geld. Zimmerleute sind leider? selten und daher nicht preiswert.
Sonst würde ich die Ziegel herunternehmen, zwischenlagern.
Dachlatten herunter, Folie ziehen, Konterlattung aufbringen, neue Dachlatten verlegen, Ziegel neu auflegen, First neu aufbauen und gut ist es.
Schaut aus wie früher, macht wenig Kosten und du kannst dich an der Scheune erfeuen.

My 5 Cent

Klaus





4. Versuch das Bild hochzuladen...





jetzt aber schnell... die Verbindung steht...





schon wieder vorbei... aktuell ist kein Hochladen mehr möglich. Versuche es später wieder. Warum das hier eine strukturschwache Region ist, werdet ihr verstehen ;-) Wir sind nicht mal LTE fähig.





ob´s klappt?





uih, geht gerade wieder. Seite wölbt sich. Sie bekam deswegen irgendwann Betonstützen





sorry, im Programm stehen die Bilder, kommen hier aber liegend an.

Laut dem sehr betagten Besitzer ist dieser Ständer das Problem, dass das Tor nach dem Orkan nicht mehr schliesst





und das vorerst letzte Bild. Ich sehe das Fachwerkproblem vor allem hier. Der Dachdecker wollte Diagonalstreben hinters bestehende Fachwerk setzen...

und ich vermute eher, dass die irgendwann entfernten Balken das Problem sind. Ich hatte ja auch schon ein Fachwerkhäuschen samt Scheune vor meiner Heirat. Mir scheint man hier einen Bären aufbinden zu wollen. Aber vielleicht irre ich auch. ich bin sehr traurig, dass mein ehemaliger Gutachter nicht mehr auffindbar ist. Der hat für vergleichsweise kleines Geld genau gesagt... hier wurde mal was entfernt, deswegen zieht´s nach hier und da muss man mal oder nö... das ist unbedenklich...
Da wusste ich, was zu tun und was zu lassen ist. Das muss doch bei meinem Schätzchen auch möglich sein.

Das ist nicht - wie bei dem Ortstermin angedeutet - Schrott. Das ist heißgeliebtes Fachwerk.



Fachwerkspezialist hin, Gutachter her,



Dachdecker hin, Denkmalschutz her...
Such dir einen ganz normalen Zimmermann und lass den Eckpfosten reparieren/erneuern. Selbst bei uns auf dem Lande gibt es in jedem dritten Dorf eine Zimmerei.



Dach



ist bei dieser Scheune das kleinste Problem.
Das Fachwerk ist so, wie auf den Bildern zu sehen ist, eine größere Baustelle.
Den Hinweis auf einen Zimmerer finde ich kontraproduktiv.
Wenn man Geldverdienen mit Sachkenntnis verbindet, kann das zu Problemen Führen.
Ein Beispiel:
Bevor man sich den Fuss abnehmen lässt schauen auch verschiedene Presonen, die KEIN finazielles Interesse haben, über die Diagnose.

In jedem Kreis gibt es Menschen, die sich mit Fachwerk und alten Häusern auskennen. Die haben ein Fachwissen und verdienen ihr Geld damit zu raten und beraten und nicht mit handwerklicher Arbeit.
Ich kenne viele Handwerker die echt Klasse sind und mehr wert sind als das was sie auf der Rechnung schreiben.
Aber ohne Plan über das gesamte Projekt wird es unübersichtlich und meist auch teuer.

Klaus