Sanierung Scheune




Hallo!
Wir haben auf unserem Hof eine Scheune (15m lang und 10 m breit) stehen. In einem Gespräch mit dem Bauamtsleiter wurde uns gesagt, wir sollen das Gebäude nicht einstürzen lassen, dann gibt´s in der Groessenordnung keine Genehmigung mehr. Um einem Einsturz vorzubeugen, haben wir angefangen neue Fundamente und Wände herzustellen. Muss man hierfür eine Genehmigung haben ? Kann man evtl. später auch eine Nutzungsänderung beantragen ?
Vielen Dank im voraus.
M.f.G.
Kathrin



Kommt drauf an...



Moin!

Nach der Landesbauordnung (§61) sind nur Änderungen an nichttragenden Bauteilen genehmigungsfrei. Allerdings muß man ja nicht alles herumerzählen, und wenn der Ausführende weiß, was er tut, wird man sich auch erstmal dummstellen können.

Man kann jederzeit eine Nutzungsänderung beantragen, unabhängig von Baumaßnahmen. Oft geht es sogar leichter, wenn das Gebäude eher mängelarm ist. Steht der Hof im Außenbereich? Ansonsten sind in einem Dorfgebiet viele Nutzungen zulässig und grundsätzlich zu genehmigen.



Alles zu spät



Hallo Volker,
es ist zu spät. Wir haben einen Brief von der Bauaufsichtsbehörde bekommen. Sie möchten gern wissen, was wir mit dieser Scheune vorhaben. Wir haben einen Baustop bekommen und telefonisch teilte man uns mit, dass wir mit einem Bußgeld rechnen müssen.Die Dame vom Bauamt sagte mir, dass jemand aus dem Dorf, den Namen darf sie mir nicht sagen, angerufen hat. Als wir auf Arbeit waren, hat die Bauaufsichtsbehörde eine Baustellenbesichtigung gemacht. Alles aufgemessen usw.Da unser Grundstück in einem B-Plan liegt, sollen wir jetzt so schnell wie möglich einen Bauantrag gem. § 62 (?) Landesbauordnung bei der Gemeinde einreichen. Tja, nun tun wir das. Wir wollen ja wirklich nur die Scheune erhalten und keinen Wohnraum schaffen.
M.f. G.
Kathrin



Antrag



Wenn Ihr einen Bauantrag stellt, werdet Ihr für diese Aufgabe höchstwahrscheinlich sowieso einen planvorlageberechtigten Planer (i.d.R. Architekt) brauchen. Der sollte Euch auch raten können, wie die Sache zu beantragen ist, damit möglichst wenig Widerspruch herausgefordert wird. Allerdings könnt Ihr ja schon mal vorher beim Bauamt (Landratsamt) freundlich anfragen.

Der Haken liegt manchmal darin, daß durch einen Austausch von großen Mengen Außenwand und Fundament der Eindruck eines Neubaus entsteht, der natürlich in einem vorh. Bebauungsplan so nicht genehmigt würde. Oft ist ein Antrag auf Wiedererrichtung (Ersatzneubau) hilfreich, wenn ein stark beschädigtes Gebäude aufwendig hergerichtet werden muß. Da das sogar im planungsrechtlichen Außenbereich zulässig ist, sollte das bei Euch auch möglich sein.

Ich spreche leider auch nur aus gesammelter Erfahrung und bin kein Fachmann.



Bauamt



Wir haben uns mal mit dem Bauantrag und der Baubeschreibung befasst. Die Dame vom Bauamt meinte ja in unserem ersten Gespräch, dass wir nur nichts an der Statik ändern dürfen. Wenn wir z. B. den Dachstuhl erhalten und nur das Dach neu eindecken. Sie meinte:"Da gehts schon los mit den Dachrinnen". Natürlich machen wir Dachrinnen ran, ansonsten müssen wir ja in 3 Jahren wieder ausbessern. Wir gehen ja nicht ans öffentliche Netz, sondern setzen eine Zisterne. Wir denken, wir lassen die Kreuzchen von einem Planer machen. Aber ist das nicht zum heulen? Da halst man sich so´n altes Gehöft auf, möchte einen Schandfleck beseitigen und dann so was. Du hast zwar ein Haus kannst aber nicht mal bestimmen, welche Dachziegel du nimmst, weil du in so einem bescheidenen B-Plan bist. Und natürlich möchte ich zu gern wissen, wer beim Bauamt angerufen hat.



Bockshorn



Laßt Euch bloß nicht ins Bockshorn jagen. An sich ist es ja richtig, daß die Baubehörden hinsichtlich der "nicht-stofflichen" Entscheidungen einen Spielraum haben, der eine wohlbedachte Gesamtlenkung ermöglicht.

Leider haben die meist nicht mehr die Kapazität, das richtig anzuwenden und abzuwägen, sondern werfen mit Kieselsteinchen, was nicht richtig schlimm, nur furchtbar lästig ist. Wie das Gerede mit den Dachrinnen. Die sind nun mal genehmigungsfrei, auch wenn man daraus eine Menge "ableiten" kann (außer Wasser)...