Scheune soll kein Denkmal werden !!

10.03.2006


Kann man sich gegen die Unterschutzstellung einer alten Fachwerkscheune wehren? Nach Aussage eines Experten soll diese Scheune erhaltenswert sein (ca. 17. Jh.). Aus unserer Sicht ist sie doch sehr marode und wir möchten sie gern abreißen. Die Scheune wird nicht mehr genutzt und finanzielle Mittel für deren Unterhaltung stehen absolut nicht zur Verfügung.



gibts



abbruch und Entsorgung kostenlos?
finden sie nicht, dass sie den kommenden generationen, die vielleicht flüssiger und interessierte sind, etwas schuldig sind?
verwenden sie doch das gesparte abrißgeld für eine notsicherung (mehr wird niemand von ihnen verlangen) und das können sie auch noch steuerlich geltend machen. und vielleicht hat es ja auch ein paar förder-euronen, wenn sie die lage dem Denkmalschutz etwas detaillerter schildern.
ansonsten könne sie in der phase der entscheidungsfindung sicher was machen - einen Gutachter werden sie aber brauchen. einen kunsthistoriker z.b., der in der lage ist, auch etwaige alte akten auszuwerten und wissenschaftlich zu bewerten. geschenkt gibts den aber sicher auch nicht.
dnach dann nur teuer übers gericht.
tut es ihnen gar nicht leid, etwas unwiderruflich zu zerstören, was vielleicht 400 jahre gehalten hat und vielleicht zeugnis ihrer eigenen familiengeschichte ist, nur weil sie gerade etwas klamm sind?



Schade!



Moin, moin Frau Klepsch,
ob sie sich gegen eine Unterschutzstellung wehren können, weiß ich nicht. Und eigentlich bin ich froh über jedes Gebäude das unter Schutz steht. Und ich möchte mich der Meinung von Bettina Ingenkamp voll anschließen. Ein Gebäude aus dem 17 Jh. ist im norddeutschen Raum schon etwas. Auch wenn sie den Zustand als marode bezeichnen, ist möglicherweise trotzdem noch jede Menge Substanz zu erhalten oder zumindest als Befund dienlich.

Nur eine kleine Geschichte:
Vor wenigen Tagen las ich in der Zeitung, dass Schleswig- Holstein( da wohne ich) für viele, viele Euros eine Agentur zur Ausarbeitung eines Tourismuskonzept beauftragt hat, denn S-H laufen die Touristen davon!
Warum erzähle ich dies?
Weil ich der Meinung bin, dass ein Großteil der Besucher nicht wegen neuer Hotelkomplexe oder besonderer "events" o.ä. nach Schleswig-Holstein kommen, sondern nach Möglichkeit eine intakte Natur und Kulturlandschaft erleben und genießen möchte. Und diese Kulturlandschaft erlebt mit jedem abgerissenen oder verschandeltem historischen Gebäude einen herben unwiederbringlichen Verlust, den keine Agentur ausgleichen kann! Dieser Prozess ist leider auch hier zu beobachten.
Dies nur als kleine Nachdenklichkeit und ihr finanzielles Problem ist leider auch nicht gelöst.

Mit Grüßen aus S-H



Wer wei



Hallo Frau Klebsch,

auch die Vorbesitzer unserer alten Schule wehrten sich gegen die Unterschutzstellung. Mit dem Hinweis, dass sich das Haus dann nicht mehr verkaufen ließe. Geld für eine Sanierung des Schmuckstücks hatten sie auch nicht.

Dann kamen wir daher - und nun wird aus der angegrauten alten Dame eine Grand dame.

Soweit ich weiß, kann man sich gegen den Denkmalschutz nicht wehren - und wenn doch, dann sicher nur mit finanziellem Einsatz. Und das ist auch gut so!

Ich frage mich immer wieder, wieso so viele prägende Gebäude verschandelt oder abgerissen werden. Es ist eine Schade für unsere Gesellschaft, die ganz offensichtlich verlernt hat mit dem Alten zu leben. Unsere alten Mitbürger werden ja auch schon "entsorgt".

Zum Glück gibt es immer noch Menschen, die ganz gerne solch ein altes Gemäuer sanieren und ihm damit neues Leben einhauchen. Sie sollten versuchen, solche Menschen zu finden und die Scheune in gute Hände geben. Der Grundstückspreis wird sicherlich dabei rausspringen.

Nachdenkliche Grüße
Ulrike Nolte

PS: was ist für Sie marode?