Scheune, Fachwerkhaus, Aussenmauern

08.01.2014 Sascha Schulz



Hallo
Ich habe ein altes Fachwerkhaus mit Scheune gekauft ich habe vor die Scheune zu Wohnraum um zu bauen die Aussenmauern der Scheune sind Teils aus Fachwerk und Teils aus Sandstein kann mir jemand sagen wie ich das anständig gedämmt bekomme. Ausserdem müsste ich in die Scheune auf den gestampften Boden eine Bodenplatte machen hat da jemand Erfahrungen mit?



"Wie baut man ein Haus?"



Ich möchte sie natürlich nicht ärgern, aber diese Fragestellung sollte Bestandteil der Beratung ihres Planers sein. Die Frage ist so komplex und die Antworten können so vielfältig sein, dass dies sicherlich nicht in einem Forum zu klären ist.
Meine Empfehlung: suchen sie sich einen Planer, Bauingenieur oder Architekt, der baubiologisch orientiert ist der ihnen die Planung macht und bauvorlageberechtigt ist, so dass er gleich den offiziellen Teil erledigen kann.
Werden die Fragen dann konkreter werden, kann man auch gute Antworten geben.



H



Ich habe einen Architekt möchte mich aber nicht nur auf eine Meinung verlassen. Ich möchte was möglich ist selbst machen.Es gibt hier bestimmt einige die einen gestampften Boden hatten und eine bodenplatte drauf gemacht haben



Der Bodenaufbau



… würde mich auch sehr interessieren. Nehmen wir mal an, gestampfter Lehm, keine Nässeprobleme, nach oben bis zur gedachten Bodenoberfläche noch Luft. Wieviel Zentimeter wird man für den Unterbau einplanen müssen? Geht so etwas auch ohne Beton/Estrich?

Ob es im Einzelfall geht, sei mal dahingestellt. Mich interessieren mehr die grundsätzlichen Möglichkeiten. Ich denke, Sascha sieht das ähnlich.

Vielen Dank.

Herzliche Grüße aus der Pfalz



H



Genau an so etwas habe ich auch gedacht ich wäre sehr dankbar wenn mir jemand schildern könnte wie er es gemacht hat.



Beispiel



20 cm Kies als Kapillarbrechende Schicht
PE Folie
15 cm Stahlbeton
40 mm Schaumglasdämmung
Bitumenbahn G200
Lagerhölzer mit Zellulosedämmung
24 mm Eichendielen



H



Das ist doch mal ne Aussage ist auch eine Fußbodenheizung möglich?



Möglich ja,



empfehlenswert nein!



Wände



Fachwerk nicht sichtbar, von außen bekleidet:
Dampfbremse - Luftdichte (Putz, Folie, Papier)
Zellulosedämmung zwischen Hölzern
vergütete Holzweichfaserplatte
Lattung / Hinterlüftung
Lärchenholzschalung
---
Fachwerk außen sichtbar:
Innendämmung siehe z.B. System Pavatex Pavadentro und Informationen der WTA



Fußbodenaufbau



Hier ein anderes Beispiel für einen Fußbodenaufbau:
Keine kapillarbrechende Schicht
Folie als Trennlage auf verdichtetem Mineralboden als Planum
5-8 cm Betonsauberkeitsschicht, unbewehrt
Abdichtung als Dichtbahn oder mineralische Abdichtung
40 bis 60 mm Dämmplatten aus Weichholzfaser
Steicofloor mir eingebetteter Traglattung
28 mm Dielung.



Betonschicht



Vielen Dank für die Empfehlungen. Grundsätzlich wären mir 5–8 cm Beton sympatischer als 15 cm – falls man den Untergrund mal öffnen müsste.

Bin jetzt etwas überrascht, dass eine Fußbodenheizung, wir sprechen hier ja von einer Scheune, nicht empfehlenswert ist. Warum denn?

Und wenn ich grad am Fragen bin, mit welcher Trockenzeit müsste man denn bei der Betonschicht von 15 bzw. 8 cm rechnen? Wir haben in der Pfalz ja eher milderes Klima.

Herzliche Grüße aus der Pfalz



Beton



Zement ist kein Tapetenkleber, der durch Austrocknen fest wird.
Beton ist je nach Zementsorte und Temperatur nach ein oder zwei Tagen begehbar, dann kann schon eine Dichtschlämme als mineralische Abdichtung oder eine selbstklebende Dichtbahn verbaut werden. Nur bei einer Schweißbahn sollte die Oberfläche trocken sein. Das kann noch ein paar Tage dauern. Vollständig erhärtet und getrocknet ist Beton nach ca. 30 Tagen.



Fußbodenheizung



Warum man keine Fußbodenheizung installieren sollte versteh ich nicht wenn ich doch einen komplett frischen Aufbau habe bietet es sich doch an? Und eine Fußbodenheizung ist effizienter als einzelne Heizkörper.



Fußbodenheizung



Warum man keine Fußbodenheizung installieren sollte versteh ich nicht wenn ich doch einen komplett frischen Aufbau habe bietet es sich doch an? Und eine Fußbodenheizung ist effizienter als einzelne Heizkörper.



Es wären



... zig andere prinzipiell mögliche Aufbauten denkbar...
Das grundsätzliche "Njet" zum Thema Fußbodenheizung empfinde ich auch als eher überraschend... Aber geht bitte einfach mal davon aus, dass man nicht mehr als 100W pro Quadratmeter sinnvoll als Heizwärme in einen Raum mit Fußbodenheizung hineinbekommt, das wird dann schon mal eng im Altbau...

Achso: Beton "trocknet" nicht, er erreicht eine "Nennfestigkeit", diese wird üblicherweise für 28 Tage beziffert, also Stoppuhr drücken...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Fußbodenheizung



Ich habe vor die beiden Außenwände eine Vorsatzschalung von außen zu montieren als Dämmung da die Fassase von außen vom Vorbesitzer ziemlich verschandelt wurde. Ich denke damit bekomme ich gute Dämmwerte hin sollte ich dann trotzdem eher auf Heizkörper gehen? Außerdem wird in der Scheune ein Kamin stehen der zusätzlich wärmt.



Ob und wie



... Du die Butze warm bekommst, hat nix oder wenig mit dem Dämmgedanken zu tun... Insbesondere Nix mit irgendwelchen unbenannten "Vorsatzschalen"...
Auch für sowas wie "HEIZUNG" gibt es berechtigterweise Fachplaner, üblicherweise erledigen sie ihren "Job" ganz gut...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Das Thema Fußbodenheizung



wurde schon häufig diskutiert und es gibt die verschiedensten Ansichten, dazu wie immer. Wenn's interessiert, dann mal in den alten Einträgen suchen und mal 1 bis 2 Stündchen lesen oder auch noch länger.
Ein Paar Stichworte:
nicht effizienter wie andere Heizungssysteme, unangenehm an den Füßen, schlecht für den Kreislauf --> ungesund, hohe Staubentwicklung --> ungesund, starke Konvektion entsprechend geringe Strahlungswärme --> anders herum würde man wünschen, Einschränkung bei der Auswahl von Bodenbelägen, ... usw.
Zu jedem der Punkte kann man in den Forumseinträgen die verschiedensten Standpunkte finden. Ich betrachte die Wahl des Heizungssystems aus der Sicht des Baubiologen.



Fußbodenheizung



Danke werd ich machen das mit den bodenbelägen klingt einleuchtend



Die allgemeinen Nachteile



… einer Fußbodenheizung sind mir als lernfähigen ;-) Leser hier natürlich bekannt. Ich hatte aus obiger Antwort den offensichtlich falschen Eindruck gewonnen, es gäbe für eine Scheune spezielle Gründe, auf eine Fußbodenheizung zu verzichten.

Okay, meine Fragen sind beantwortet. Danke.


Herzliche Grüße aus der Pfalz



Fußbodenheizung



Ich bin kein Baubiologe,
kenne aber durch meine Tätigkeit und aus dem Bekanntenkreis viele verbaute Fußbodenheizungen.
Ich habe noch keinen einzigen der immer wieder genannten Nachteile zu spüren bekommen. Im Gegenteil, die Räume wiesen alle ein sehr angenehmes Raumklima auf.



Das einzige



... "Problem" einer eigentlich funktionierenden Fußbodenheizung besteht darin, dass der/die Bewohner sie nutzen möchte wie eine "klassische" Heizkörper-Beheizung...
Ich habe schon "Probleme" bearbeitet ("Das Haus wird nicht warm!"), wo sich dann herausstellte, dass bei -12° am 24.12. das WDV nicht fertig montiert worden ist... aber am 31.12. leuchtete ja plötzlich und unerwartet der Wüstenrot-Tag im Kalender auf...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Fußbodenheizung



habe nun einen Winter Erfahrung mit einer Fußbodenheizung in bewohnten Keller (ca. 40 qm offener Bereich). Es sind äußerst angenehme Raumtemeraturen, ich musste eher die Heizung zurückdrehen und hatte sonst im ganzen Haus auf Grund der sonst recht milden Außentemperaturen keine anderen Heizquellen nötig. Auf Dielenbretter habe ich letzendlich verzichtet und Industrieparkett verlegt. Inzwischen bin ich damit versöhnt, weil es sehr robust und pflegleicht ist (Katze, Hund, Kinder, Garteneingang). Das mit dem Staub kann nicht bestätigen. In meiner alten Mietwohnung mit Laminat war alles jeden Tag staubig bei normaler Heizung, hier nicht! Da ich sommers wie winters barfuß gehen, ist eine Fußbodenheizung für mich ein Wohlfühlluxus, der mir nur gut tut.