Alte Scheune, neues Dach (komplett), welche Massnahmen erforderlich?

14.06.2012



Hallo Fachwerk-Community,
Ich habe ein Grundstück mit einem aten Wohnhaus (300 Jahre) und einer alten Scheune gekauft.
Beide Gebäude sind eine Fachwerkkonstuktion mit Reetdach. Beide Gebäude sind in einem sehr schlechten Zustand und bedürfen der Renovierung (und Modernisiserung).
Nun habt mein Ehemann begonnen, sich der Scheune anzunehmen. Leider ist das Fachwerk in so einem schlechten Zustand, das es komplett ersetzt werden müsste. Ebenso der Dachstuhl.
Nach Beratungen mit mehreren Handwerkern haben wir uns nun zu folgendes entschieden:
Wir ziehen innerhalb der Scheune eine zweite Wand aus Ytong-Steinen hoch. Die ursprünglichen Wände bleiben steh. So änders sich rein äusserlich nichts am Bild der Scheune. Die alte Tür und die kleinen Fenster werden gewechselt, allerdings in den selben Abmassen wie bisher. Das Dach muss komplett neu, Dachstuhl und Deckung. Der neue Dachstuhl soll mit einem Ringacker auf die neue Wand gesetzt werden. Die Deckung sollen dunkelgrüne Dachziegeln werden.
Ach so, die Scheune soll als Gerage für die Autos meines Mannes dienen und als Partyraum bei Familienfeiern.
Ist es nötig ein Bauantrag zu stellen. Wir ändern ja eigentlich nicht wirklich das Aussehen des Gebäudes und ebenso nicht die Nutzungseigenschaft.
Der Dachdecker möchte eine statische Berechnung des Daches haben. Kann dies ein Dachdecker erledigen (doch etwas speciell) und muss es ein Statiker sein?
Gibt es noch andere Faktoren, die negativ für diese Variante sind, die wir nicht bedacht haben?





Guten Tag,

ich habe den Eindruck, dass Sie sich vorzeitig auf Materialien und Ausführungen festgelegt haben. Ich rate Ihnen, die Nebenkosten nicht zu scheuen, einen fachwerkerfahrenen Architekten zu beauftragen. Das wird hinterher günstiger.

Außerdem kaschiert eine eingezogene Wand nur die konstruktiven Schäden und Mängel, geht aber nicht an die Ursache.

Wenn Sie schon einen neuen Dachstuhl brauchen, brauchen Sie auch eine Statik, nicht vom Dachdecker sondern vom Statiker.

Aber da stellt sich mir die frage, ob die Scheune überhaupt den Erhalt lohnt.

Grüße



300 Jahre und Reetdach ...



... da hat evtl. auch das Denkmalschutzamt ein Wörtchen mit zu reden.

Sonst sehe ich als Laie die gleiche Frage wie Dietmar Beckmann: Der Aufwand erscheint hoch, ohne die eigentlichen Probleme zu lösen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



hi



300 Jahre sind kein Pappenstil und es hört sich nach einem Schätzchen an, auch wenn es schwer sanierungsbedürftig sein sollte. Vielleicht können Sie ein paar Bilder einstellen. Und Ihre geplante Nutzung erfordert m.E. auf jeden Fall eine Baugenehmigung. Die Idee, einem maroden Gebäude "still und heimlich" einen Innenbau zu verpassen, ist hier im Forum schon öfter aufgetaucht und immer - kurz gesagt - verworfen worden. Mit einem neuen Dach drauf ist ja sowieso nichts mit "still und heimlich" und ich möchte gern den Statiker sehen, der Ihnen für diese Konstruktion eine Berechnung macht.
Trotzdem viel Glück und Erfolg für Ihr Vorhaben.
Gruß laiendruide