Bauplan für neue Fachwerkscheune aus alten Balken




Wir haben auf unserem Grundstück eine große Bretterscheune, deren Ziegeldach langsam baufällig wird. Nun planen wir, diese Scheune abzutragen und an deren Stelle eine kleinere als Fachwerkbau zu errichten und dabei die alten Balken (Eignung müßte natürlich überprüft werden) zu nutzen. Wer kann uns einen Standard-Bauplan für eine solche Scheune besorgen (ca. 12 x 6 m)?



Standard-Bauplan nützt wenig.



Hallo Simona Hennig, wenn Ihr die große Scheune nicht erhalten könnt oder wollt, aber diese historischen Baustoffe gern weiter verwenden wollt (was ich seeehr gut finde), dann nützt auch ein fremder Bauplan wenig. Historische Typen-Pläne gibt es ohnehin kaum. Und die Zimmererfirma würde in jedem Fall erst einmal auf einem freien Platz ein Abbund machen, d.h. eine vorherige Montage, damit auch alles exakt paßt.
Wenn hauptsächlich das jetzige Gefüge erhalten und teilweise verändert werden soll, dann hilft Ihnen kein Standard-Bauplan. Den hat ein guter Zimmermann im Kopf.
Wenn die jetzige Scheune abgebaut wird zum Zweck der Wiederverwendung, dann muß das so sorgfältig & behutsam geschehen, daß nirgendwo ein Holz splittert. Sonst haben Sie nichts gekonnt. Es wäre zu überlegen, ob man das jetzige Fachwerkgefüge Scheune vielleicht nur verkürzt.? Aber ohne Bild ist das nicht zu entscheiden.

Das Land Brandenburg ist groß: Wie weit wohnen Sie denn von Berlin weg? Zimmerleute zu vermitteln dürfte nicht schwer sein. Einen wirklich guten schon eher. (Ich weiß schon einen.!)
Und: Eine Baugenehmigung brauchen Sie in jedem Fall auch.

Freundliche Grüße aus Magdeburg
D.Fr.



Standardbauplan für Fachwerkscheune



Dachog, ein Abriß ,wenn erlaubt, ist schnell getan. Wenn aber alles abgerissen ist, ist der Nachfolgebau ein Neubau. An einen Neubau werden andere Anforderungen gestellt, als an einen Umbau,Anbau oder Ausbau. Erkundigen Sie sich erst, ob örtlich ein Neubau genehmigt wird, bzw. unter welchen Voraussetzungen. Meine Meinung



Bauplan Fachwerkscheune



Lieber D.Fr., Danke für Ihre Antwort. Die alte Scheune ist kein Fachwerkbau, wir hatten nur daran gedacht, die alten Balken (sehr zahlreich und lang, da der Dachstuhl riesig ist) wieder zu verwenden. Leider können wir die Dacheindeckung aufgrund ihrer Größe nicht erneuern bzw. erhalten, sondern wollten für das neue Dach die besterhaltenen Ziegeln wiederverwenden (auch eine Frage unserer finanziellen Möglichkeiten). Mein Mann ist Fachmann (allerdings Maurer, aber auch in anderen Gewerken sehr geschickt), er würde gern selbst mit Hand anlegen und auch die Ausfachung mit Ziegeln vornehmen. Dass wir eine Baugenehmigung brauchen, ist klar, aber dazu benötigt man eine Bauzeichnung, und die muss sicher in diesem Falle vom Fachmann sein. Übrigens liegt das Grundstück im Südosten von Berlin, zwischen Lübben und Beeskow.





Nun stellt es sich für mich doch anders dar, wenn die bisherige Scheune nicht Fachwerk ist. Somit hat Siegfried Kurze recht. Aber: Selbst wenn Ihr Mann vieles allein macht, kann ich mir nicht vorstellen, daß Abriß (wie auch immer) und ein kleinerer Neubau als Nebengebäude kostengünstiger sein soll als eine (notdürftige) Sanierung. Ohne Zimmererfirma, die auch nicht umsonst arbeitet, kann ich mir solchen Neubau schwer vorstellen und Abrißhölzer zu Verarbeiten und umzuarbeiten, wird vielleicht nochmals aufwendiger als ein neuer Neubau.
Habt Ihr schon überlegt und durchgerechnet, ob man die jetzige Scheune trotzdem halten und nur umdecken kann.??
Wieder nachdenkliche Grüße
Dietmar



Noch mal zu Bauplan für Fachwerkscheune



Ich melde mich noch einmal. Aus Ihrer Antwort an D.F. kann ich mir in Etwa ein Bild machen. Es wird sich sicherlich um ein Satteldach ohne Balkenlage aus mehreren Schuppenbindern handeln. Die Streben und Stützen dieser Binder stehen auf gemauerten Einzelfundamenten. Einzig diese Binder tragen den gesamten Dachstuhl, bilden eine Art inneres Stützkorsett. Die Bretter dienen nur dem Wetterschutz der innenlagernden Produkte. Ich kann mir vorstellen, daß da eine gewaltige Holzmenge zusammenkommt. Da Ihr Mann Maurer ist wird ihnen daran gelegen sein, sehr viel alleine zu machen. Für einen Abriß sehe ich unter diesen Umständen keine Probleme. Es kann ja die Standsicherheit nicht mehr gegeben sein. Zur Sicherung muß der Bau eben abgerissen werden. Haben sie schon mal an ein sogenanntes "Theaterfachwerk" gedacht? Wird alles massiv gemauert, das "Fachwerk" wird mit Brettern oder Bohlen davor geblendet. Die Gefache werden verpuzt bzw.mit Riemchen ausgefüllt. Sonst Dach und Innenausbau wie gehabt.
Ein Großteil der Baumaterialien kann aus dem Abriß gewonnen werden. Zu weiteren Fragen stehe ich hier im Forum gern zur Verfügung. Na denn man tau.



Fachwerkscheune



Dietmar und Herrn Kurze herzlichen Dank für die aufschlussreichen Antworten. Was die Dachkonstruktion betrifft, so hat Herr Kurze recht. Wir hatten natürlich vor, einen Fachmann hinzuzuziehen, aber eben nur dort, wo er unentbehrlich ist. Die Idee mit dem vorgesetzten Fachwerk ist auf alle Fälle überlegenswert. An einem Abriss werden wir nicht vorbeikommen, aus mehreren Gründen: beim ziegelgemauerten ehemaligen Stallteil, der zur Scheune gehört, ist der Mörtel vollkommen porös bzw. schon herausgebröckelt und kann nicht mehr saniert werden. Ebenso gibt es Salpeterschäden. Auch brauchen wir keine Scheune von 160 m² und 8-10 m Höhe, von der sowieso nur ein kleiner Teil nutzbar ist, denn wir betreiben ja keine Landwirtschaft. Also nochmals vielen Dank.
Simona





Es ist immer schade, wenn ein so großes Ortsbild prägendes Gebäude verschwindet. Aber ich kann es auch verstehen.
Also baut wieder etwas "Schönes" hin, daß auch zur Struktur der Umgebung paßt.