Scheune als Ferienwohnung ausbauen.

19.06.2018 Sascha-KS



Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken unsere Scheune/Nebengebäude im 1.OG als Ferienwohnung auszubauen.
Das 1.OG besteht aus Fachwerk mit einer Außenwanddicke von ca. 12 Zentimeter.
Wie sollte ich mit so einer dünnen Außenwand umgehen, da man hier immer wieder ließt, dass eine Dämmung nicht Ratsam wäre.

Vielen Dank für die Antworten schon mal im Voraus.



Wandisolierung



ist bei einem Fachwerk nicht so ganz einfach.
Bei einem Haus habe ich innen eine zweite Wand, auch mit Ziegel, hochgezogen und den Zwischenraum mit Hanf verfült.
Aber um etwas genau dazu zu schreiben sind die Angaben etwas zu dürftig.
Interessant wäre, ob die Wand komplett sauber und trocken ist und wie es innen ausschaut.
Verputzt oder was sonst. Klar ist eine Scheune normal nicht innen verputzt, aber weiß jemand ob schon was gemacht wurde?

Klaus



Isolierung



Hallo Klaus, vielen Dank für deine Antwort.
Die Wand ist sauber und trocken. Außerdem ist sie völlig unverputzt.
Ich frage mich vorallem, wie "schlimm" wäre es, nicht zu Isolieren. Optisch wäre es auf jeden Fall schöner, wenn man die Balken sehen könnte.
Aber wie gesagt, bei nur 12 Zentimeter Wanddicke mache ich mir schon Gedanken wegen dem Wärmeverlust.

Gruß Sascha



Welche Wärme?



willst du verlieren?
Du bekommst das nur im Sommer warm und dafür ist es im Winter kalt.
Schon der Anschluss der Balken an die Ziegel ist meist nicht ganz dicht und der Dämmwert von einfacher Ziegelwand ist nicht so echt ganz gut.
Wenn du Fachwerk im Zimmer haben willst, dann bau dir eines in die innere Wand und mauere dann die Zwischenräume aus.
Ist aber echt viel Aufwand und ob es das wert ist mußt du entscheiden?
Auch mußt du deinen Boden prüfen, was du wie machen kannst.

Klaus



Also...



...ist die Dämmung sehr zu empfehlen? Wären dann Holzfaserplatten gut geignet?

Das die Balken sichtbar bleiben, ist übrigens kein wichtiges Kriterium.



Taupunkt



ist da das Stichwort.
Willst du Platten auf die Ziegel kleben?
Würde ich aus meiner Erfahrung nicht machen, es könnte feucht werden.
Habe daher eine zweite Wand hochgezogen und dazwischen isoliert.

Aber um das zu beurteilen muss man das Objekt genauer anschauen.

Ein Tipp von mir:
such dir einen Fachmann in deiner Nähe,
Energieberater und / oder Archtekt, der dich berät bzw hilft bei der Suche nach einer guten Lösung.

Klaus



Alternative?



Scheunen sind ja meist recht groß... sofern der Platz ausreichend ist, denke doch einfach darüber nach deine Ferienwohnung losgelöst von deiner Scheune zu betrachten... Wohnwürfel in Scheune quasi. Rundrum begehbar (vielleicht ist Wintergarten ein Thema?) und das was man wirklich warm braucht eben neu gebaut und entsprechend gedämmt.

Ist jetzt keine nagelneue Idee, sowas gibt es schon häufiger. Ich bin nur neulich bei einem anderen Objekt wo der Statiker das Betondach "kaputtgerechnet" hat wieder darüber gestolpert und in unserem Falle gäbe es genügend Platz (und eine belastbare Decke) und wäre eine echte Alternative...



Alt



oder native?
Das kann man machen, wenn man echt viel Gled hat und die Scheune riesig ist.
Eine meiner Scheunen ist 40 m lang und 18 m breit, aber da so eine Lösung reinbauen?
Sonne und Licht und Luft, wie soll das gelöst werden?
Schaut im TV gut aus aber in der Realität?

Klaus



Alternative - mit Beispiel



Ich kenne deine Scheune und deine finanziellen Ressourcen natürlich genauso wenig wie dein Vorstellungsvermögen, deinen Geschmack und vor allem die Zielgruppe die du anvisierst.

Ich denke allerdings, dass diese Alternativen manchmal eine gute Lösung sein können für die Umnutzung von Gebäuden, die für eine Wohnnutzung und die heutigen Anforderungen daran einfach nicht gemacht wurden.

Einige Vorschläge zielen ja darauf ab, eine zweite Wand hinzustellen und zwischen den beiden Wänden Dämmstoff einzubringen - ob das technisch so einwandfrei machbar ist, kann ich nicht sagen, da ich mich mit Fachwerkkonstruktionen im Detail nicht auskenne. Wenn dir aber der Aufwand einer zweiten Wand nicht zu viel ist, spielt es ja keine Rolle diese auch weiter versetzt im Raum anzuordnen und den umgebenden Raum als Dämmung und "Wintergarten" zu nutzen.

In unserem Fall mit dem Fabrikgebäude wird das wohl etwas deutlicher: Wir haben ein Betondach aus den Anfängen des 20. Jhd. mit einer Tragfähigkeit die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Laut Statiker können wir das Dach zwar reparieren und erneut abdichten - allerdings nur in der Form wie es jetzt ist und wahrscheinlich mit der Auflage im Winter Schnee räumen zu müssen. Sprich: Wir dürfen das Dach im jetzigen Zustand weder mit Solaranlagen noch mit Dämmung oder gar einenm Innenausbau belasten. Die Geschoßdecke ist allerdings auf eine Tragfähigkeit von 1ooo kg / m2 ausgelegt. Da liegt es nahe (auch bei den großen Raumdimensionen) auch das Konzept "Wohnwürfel" wenigstens mal durchzuspinnen. Die Alternative wäre eine aufwendige Verstärkung oder der Komplettabbruch und Neubau des Daches.

Vorteil der Wohnwürfel wäre, dass man Innen die alte Struktur und Optik einfach so belassen kann. Wird allles mit Gipskarton verkleidet, sieht man davon ja nichts mehr.

Licht / Luft usw. ist technisch relativ simpel lösbar - zur Not kragt dein Wohnwürfel über das Pultdach hinaus und bietet oben noch einen schönen Freisitz. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es bei dir ja eher um die dünnen Giebelwände. Oder an arbeitet mit großen Dachlächenfenstern und nutzt die Bereiche zu den Giebelseiten dann eben als Wintergarten - Möglichkeiten gibt es immer viele, dazu bedarf es aber mehr als einem Foto, da muss man richtig ins Detail gehen - und das ist Aufgabe eines versierten Architekten. Den brauchst du ja ohnehin wegen der Umnutzung (Baugenehmigung).

Übrigens: ich behaupte nicht, dass mein Vorschlag die beste Lösung ist. Es ist einfach nur eine Alternative mit der man mal "schwanger" gehen kann - nicht mehr und nicht weniger :-)

Viel Erfolg bei deinem Projekt!



Scheunenausbau



Neben den üblichen genehmigungsrechtlichen Fragen, Umnutzung etc ist die mögliche Dämmung von den Vermietungszeiten abhängig.

Bei ganzjähriger Vermietung oder in Wintersportgegenden wird’s ohne Dämmung sicher nicht gehen.
Bei Vermietung überwiegend außerhalb der Heizperiode, sofern nicht Überhitzung ein Problem ist, geht’s sicher ohne Dämmung.

Bei innen unverputztem Mauerwerk sollte zuerst ein Putz aufgetragen werden, der die Luftdichtigkeit gewährleistet und evt eingedrungene Feuchtigkeit reduziert, aufnimmt bzw verteilt.
Dann zB Holzfaserdämmplatten vollflächig einbetten oder Zellulose in einen Hohlraum einblasen. Sd-Werte berücksichtigen- innen höher als außen.
Und natürlich die Frage der Beheizung, E-Installation etc klären.
Wo steht eure Scheune?
Ggf Infos per E-Mail

Andreas Teich



Dämmplatten



ist immer wieder der Vorschlag.
Aber ist der gut?
Ich mache alles so weit wie möglich mit den Baustoffen wie das Haus gebaut wurde.
Das Haus soll ja auch noch die nächsten hundert Jahre schön erhalten bleiben.
Lass dich vor Ort beraten von einem Archtekten / Energieberater.

Klaus