Wände verputzen/isolieren in altem Fachwerkhaus

30.05.2013 scherlock



Hallo, ich habe von meiner Mutter ein altes Fachwerkhaus übernommen, und es gibt keine Bauunterlagen mehr, da im Krieg damals alles verbrannt ist im zuständigen Bauamt, aber ist sehr alt und jeder normale Mensch würde es wohl eher abreissen statt noch etwas zu investieren.Die Decken sind alle zur Hausmitte schief und haben an der niedrigsten stellen gerade mal knapp über 1,90m. Es ist rundum außen verputzt, Fachwerk ist nicht sichtbar Ich habe aber nunmal nicht das nötige Kleingeld um neu zu bauen und so muss ich wohl oder übel stückchenweise zumindest das nötigste machen um es weiterhin zu erhalten. Ich werde nun mit zwei Zimmern im Sommer anfangen und werde auch den Putz abschlagen bis auf das Fachwerk,(der Putz fällt stellenweise ab und ist rissig, sieht für mich wie Kalkputz aus, jedenfalls kein Lehm). Meine Frage wäre, da die Außenwände ja keine 20cm, ob es sinnvoll wäre diese mit Kalziumsilicatplatten Max. 5cm zu bekleben um erstens eine saubere gerade Wand zu bekommen und zweitens eine Wärmere Außenwand zu bekommen ?
Es gibt ja anscheinend Ytong Multipore Platten die Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben. Dann hab ich noch von Lehmbauplatten gelesen. Es wäre toll, wenn ich ein paar Tips bekommen könnte, was man mit den Innenwänden machen könnte ohne dass ich Angst haben muss, dass das Haus in den nächsten paar Jahre zusammenfällt.
Achso, ich habe nicht vor das Haus von grund auf zu sanieren, ich möchte es nur etwas wohnlicher machen.
So und nun bin ich mal gespannt ob jemand auch etwas positives für mich hat.

mfg.H.Scherer



Sanierung Fachwerkhaus



Sie fragen hier nach einem Einzelproblem, dessen Lösung Teil eines gesamtkonzeptes sein sollte. Ehe sie nicht genau wissen was Sie überhaupt mit dem Haus anfangen wollen, was dafür alles zu tun ist und was das kostet sind Einzellösungen wenig sinnvoll. Sanierungen sind immer ganzheitlich zu betrachten, die einzellösungen müssen aufeinander abgestimmt sein.
Falls das bereits gemacht wurde empfehle ich Ihnen für Ihren Fall eine Innendmmung mit dem System In Reco von Unger-Diffutherm. Das System ist für Fachwerkwände entwickelt worden. Der Preis hält sich in Grenzen, ein gesonderter Innenputz vor dem Anbringen der Platten entfällt. Die Platten werden trocken auf die ungeputzte, unebene Wand geschraubt und mit Stellschrauben justiert. Der kapillaraktive Aufbau sichert eine trockene Wand.

Viele Grüße



Moin Scherlock,



es wäre sinnvoll, wenn du hier ein paar Bilder einstellst, wenn der Putz unten ist.

V.a. würde ich an deiner Stelle klären wollen, wieso das Haus in der Mitte "abgesoffen" ist und ob es das noch weiterhin tut. Sonst wird evtl. dein schöner neuer Innenausbau sofort wieder rissig....

Willst du selber einziehen oder vermieten?

Gruss, Boris



@ Boris Webler



Ist die Frage vermieten oder nicht bei einer Sanierung von wichtigkeit?
Werden zu vermietende Häuser anders saniert? :-)

Mit Grüßen
Danilo





Hallo Boris,
das Haus ist nicht in der Mitte abgesoffen, denn das Erdgeschoss ist im Wasser, das ist ja gerade das komische. Ich kann mir das auch nicht erklären, warum das Fachwerk so unterschiedlich in der Höhe gebaut wurde.



@Danilo:



was ich in meinen eigenen 4 Wänden mach', betrachte ich als mein persönliches Risiko - da experimentiere ich auch mal.

Was vermietet wird sollte m.E. d.a.u-tauglich sein, dann hat man seine Ruhe....am besten Sichtbeton (natürlich in Fachwerk-Optik) und Panzerglas.....;-))

Gruss, Boris



@scherlock



um das mit den schiefen Decken zu klären, bräuchten wir halt ein paar Bilder......

Wenn die Statik o.k. war und ist, wird's in irgend einer Form am Geldmangel gelegen haben.....die Dukatenesel sind m.W. in der Hohenlohe nicht soo verbreitet...;-)

Gruss, Boris



Absenkungen



und verformungen haben im Fachwerk meist die Ursache das da tragende Substanz flöten gegangen ist,ich würde erstmal rausfinden in welchem Zustand befindet sich der betreffende Fachwerkteil.
Was nützt dir wohnlich machen ,wenn dir irgendwann die Statik versagt,ich habe hier Verformungen im Deckenbalken von 10-15 cm Höhe auf drei Meter länge ,weil die Schwelle und Ständerfüße zu Erde geworden sind ,das Rähm entsprechend abgesagt ist und die Deckenbalken mitgenommen hat.

Ich würd s gründlich machen!

Grüße Martin





Nun, da müsste man ja wohl auch dann Risse in der Decke sehen wenn sich etwas abgesenkt hätte, ich habe die Vermutung, dass das Haus schon sehr alt ist und immer schon Bauern gehört hat, im Dachgeschoss, welches nicht ausgebaut ist, sieht man Balken, welche garantiert schon in einem anderen Haus verbaut waren, ich denke dass diese schon gut 200 jahre alt sind. Wäre es denkbar dass alles aus Resten aufgebaut wurde und verbaut worden ist, was da war ?



@scherlock



"Wäre es denkbar dass alles aus Resten aufgebaut wurde und verbaut worden ist, was da war ?"

Ja.

Gruss, Boris

P.S. Anscheinend kein Schwabe, wa? ;-))





Ich meine ja nur weil Martin meint mir wären in dem bereich die Balken abgefault, das würde in meinem Fall bedeuten dass an beiden Außenwänden auf eine Länge von 13 Metern 17cm fehlen und in der mitte das Hauses wären es dann mehr als das doppelte, ich glaube wenn das durch abgefaulte Balken kommen würde wäre es wohl schon eingestürzt.



Moin scherlock,



Martin hat dir eine Möglichkeit genannt woran's liegen könnte und so besoffen können die Jungs garnicht gewesen sein von vornherein so schief zu bauen.

Aber ohne Bilder hier rumzuraten macht keinen Sinn.

Gruss, Boris





hi Borris,
also die Balken sind alle noch intakt, allerdings hatte ich einen Zimmermann da bevor ich eine fotovoltaikanlage installieren habe lassen und als der das gebälk im dachgeschoss inspiziert hat hat er gemeint so alt wie das ganze ist werden wir beide zusammen nicht mehr, also mehr als 200 jahre und es wäre ja echt komisch,wenn die deckenbalken abgesoffen wären, dann hätte ja auch das restlich gebälk absacken müssen, ich werde versuchen mal ein paar bilder zu machen und einzustellen.