Wandaufbau - Verstärkung der Dämmschicht

03.02.2009



Hallo Miteinander,

ich bin Bauingenieurstudent und hänge gerade an einer Aufgabe fest.
Es geht um folgenden Wandaufbau:

Innen
Gipsputz-p=1400 kg/m³; 0,02m dick; 0,70 W/mK; R=0,03m²K/W
Dampfsperre
PUR(040)-p>30kg/m³; 0,08m dick; 0,04 W/mK; R=1,50m²K/W
HLZ-p=1600 kg/m³; 0,24m dick; 0,68 W/mK; R= 0,35 m²K/W
Putz(KZH)-p=1800 kg/m³; 0,02m dick; 0,87 W/mK; R=0,02 m²K/W
Außen

Dazu nun folgende Frage: Welcher Effekt entsteht bei Verstärkung der Dämmschicht? Grundsätzlich fällt mir dazu nur höherer Wärmedurchlasswiderstand, bessere Dämmfähigkeit - Isolation - Engergieeinsparung ein.
Gibt es sonst noch Auswirkungen?

Des weiteren gibt es eine Frage, was an dem Wandaufbau verbessert werden könnte bzw. wie ein effektiverer / idealerer Aufbau aussieht?

Ich wäre euch sehr verbunden, wenn Ihr mir dazu helfen könntet.

Vielen Dank im Voraus

Gruß
Florian



Innendämmung



Hallo Florian,
auf die Schnelle fallen mir dazu noch folgende weitere Effekte ein:

- Verminderung der Wärmespeicherfähigkeit
In Verbindung mit einem trägen Heizungssystem kann das zu Regelungsproblemen führen
Auch der sommerliche Wärmeschutz wird sich verschlechtern, da Temperaturschwankungen schlechter abgepuffert werden.

- kompliziertere bzw. schlechtere Lösungen bei der Dämmung von Wärmebrücken wie Deckenanschlüsse, Laibungen, Übergang zur Bodenplatte, Innenwandanschlüsse usw.

- geringere Fähikeit zur Feuchtepufferung, das kann in Bädern, Schlafräumen usw. die nur temporär genutzt und geheizt werden, zu Feuchteproblemen führen,

- schlechtere mechanische Festigkeit der Wandflächen, das Aufhängen von Küchenteilen, Regalen, Sanitärobjekten usw. führt zu Problemen,

- kompliziertere bzw. geänderte Montage von Elt- und Sanitärinstallationen.

Als Vorteil kann man die geringere Neigung zur Rissbildung im Innenputz sehen, da eine Entkoppelung von der Außenwand erfolgt.

Viele Grüße



Mal abgesehen



davon dass ich nicht weiß wie man Gipsputz auf eine Dampfsperre aufbringt. Wäre m.E. theoretisch!!! noch zu prüfen ob die vorhanden Dampfsperre(-bremse?)noch ausreichend wäre.
Aber nochmal zum Verständnis, statt 8 cm PUR sollen z.B. 12 cm rein? Warum damit die Wärmespeicherfähigkeit sinken soll ist mir leider nicht klar.

Gruß Marko



Vielen Dank erstmal...



Hat vll jemand noch einen Vorschlag was der Bauherrn, bezüglich Wandaufbau, beim nächsten Hausbau besser machen sollte?

Viele Grüße
Florian



Wandaufbau



Florian, Florian,
ich glaube, wenn Du diesen Beruf richtig ausüben willst, dann mußt Du Deine Haltung dazu ändern.
Das wir Dir als Student aushelfen, ist in Ordnung.
Mich hat schon gewundert, das Du keine Fragen zu meinen Ergänzungen gestellt hast, also wie ich das meine usw.

Alles verstanden, alles schon selber gewußt?
Dann war Deine Frage unvollständig oder überflüssig.

Ist Dir scheißegal, wird einfach abgeschrieben und übernommen?
Das ist mittlerweile mein Eindruck, der sich aus Deiner zweiten Frage ergibt.

Vorschlag:
Ich beantworte Sie Dir, wenn Du mir folgende Frage beantwortest:
Was ist das beste Auto?

Bei richtiger Antwort verrate ich Dir die allumfssende Wahrheit des besten Wandaufbaues.

Wenn später mal ein Haus zu planen ist- Du kennst denn ja die beste Variante.

Was will ich Dir damit sagen?
Vergiß dieses Schubladendenken und werde selber kreativ.
Deine Lehrer haben genau das mit der Frage bezweckt.
Sich von irgendwo eine passende Antwort für ein Problem organisieren- schwups in die passende Schublade (oder Datei) und wenn ich später mal auf das Problem stoße- schwupps habe ich die Antwort.
Beginne Probleme zu erkennen, Fragen zu stellen und nachzudenken.

Dann wirst Du auch begreifen, das eine Wand nicht verbessert werden kann, wenn ich nicht weiß:
-welchen Zweck sie erfüllen soll,
- welche Prioritäten der AG setzt,
- welche Randbedingungen sich aus dem Klima,
der Gestaltung innen und außen, der Geometrie und was weiß ich nicht noch alles an weiteren Randbedingungen ergeben.
Aus diesen sich teilweise einander widersprüchlichen Bedingungen und Vorgaben das Optimum zu finden, das ist Kreativität, das kennzeichnet den Beruf eines Architekten oder Bauingenieurs.
Diese Kreativität kann man nicht auf Vorrat einlagern.

Viele Grüße



Erklärung



Grundsätzlich muss ich dir recht geben, dass ich Fragen dazu habe, die jedoch noch nicht gestellt habe in der Hoffnung, dass Ergänzungen folgen. Falls meine Haltung passiv oder scheissegal rüber kommt, muss ich mich entschuldigen, denn das ist keinesfalls meine Haltung.
Mein Ziel ist das ganze zu verstehen, nicht es plump abzuschreiben.
Also nun erstmal meine Frage zu deiner Antwort, die auch Marko gestellt hat: Warum vermindert sich die Wärmespeicherfähigkeit? Ich bin davon ausgegangen, dass diese sich erhöht...

Zu dem Wandaufbau habe ich selbst etwas verfasst, allerdings wurde dies von meinem Professor unter "noch besserer Vorschlag?" verbucht. Ich bin da zBsp. auf verschiedene Verbundsteine als Außenhülle eingegangen, welche jegliche Dämmung ersetzen und trotzdem einen geringen U-Wert haben - sodass quasi ein Niedrigenergiehaus / Passivhaus entsteht.

Daher wollte ich mich hier an Experten wenden, ob die oben beschriebene Außenwand irgendwelche prekären Mängel im Aufbau aufweißt oder nicht mehr zeitgemäß ist?Irgendwas was ich als Unerfahrener auf dem Gebiet übersehe?

Die Anmerkung mit der kreativität sehe ich ein. Allerdings glaube ich, dass diese erst mit mehr Wissen und Nähe zu Beruf kommen kann. Allein von der Theorie aus der Uni entwickelt sich das zumindest bei mir bisher nicht.

Viele Grüße



Innendämmung



Hallo Florian, falls ich etwas zu unwirsch daherkam, bitte ich um Verzeihung.
Das mit der mangelnden Wärmespeicherkapazität:
Bei einer im Neubau immer zu bevorzugenden Außendämmung liegt die Hüllkonstruktion mit ihrer Masse, also die Ziegelsteine, innerhalb der gedämmten Zone, also im warmen, temperierten Bereich.
Diese Masse von etlichen Tonnen Ziegel hat natürlich eine thermische Trägheit, die mit aufzuheizen ist. Wenn die Wärme erst mal drinsteckt und gut gedämmt ist, bleibt sie auch (eine Weile je nach Dämmeffizienz)da.
Beispiel: Du fährst in Winterurlaub und drehst die Heizung runter. Nach drei Wochen ist die Bude ausgekühlt. Diese gewaltige Steinmasse mußt Du erst einmal temperieren, das dauert.
Aber diese Masse puffert auch mal im Frühjahr oder Herbst kalte Nächte ab, wo bei einer Innendämmung mangels Speichermasse bereits die Heizung anspringt.
Und wenn Du eine ausgesprochen träge Heizung mit einer Innendämmung kombinierst, kann das schon mal zu Regelungsproblemen führen.
Die Bude ist schon lange warm, die Heizung beeits abgeschaltet, aber das Ding wärmt auf Grund seiner Trägheit immer noch bis auf Saunatemperatur...

Viele Grüße




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