Dielenboden erneuern - Trittschall bei geringer Raumhöhe - Alternativen zur Scheibenwirkung von Dielen gesucht




Hallo

auch ich möchte in einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus in einem Zimmer den alten, uneben Dielenboden entfernen, um einen glatten Untergrund für eine Parkettverlegung zu erhalten. Der Raumhöhe ist mit 207 cm sehr niedrig und daher stehe ich auch vor dem Problem, wie ich eine gute Trittschalldämmung zur unteren Wohnung erreichen kann.

Die diversen Ausführungen über die Scheibenwirkung alter Fussböden habe ich mit großem Interesse gelesen, obwohl ich bisher immer der Meinung war, dass die Statik von Fachwerkhäuser alleine durch Balkenkonstruktion (ohne Mauerwerk und Boden) gegeben sein muss, bin ich nun doch etwas verunsichert. Dennoch läßt mich ein interessanter, gelesener Vorschlag eines Restaurators einer schwimmenden Verlegung von OSB-Platten (22mm )auf (auf den Balken liegender ) Weichfaserauflage nicht ganz los.

Daher meine Frage:
Kann die "Scheibenwirkung" auch durch Alternativen erreicht werden ?
z.B. durch
1. zusätzliche Rahmen senkrecht zwischen den Balken ?, oder
2. durch Spanplatten, die zwischen den Balken verschraubt werden ?, oder
3. durch eine Schicht Leichtbeton (Thermozell, o.ä. ?) zwischen den Balken auf die zwischen den Balken noch befindliche Lehmschicht (hier ist ca. 5-8 cm Spielraum) - oder ist Leichtbeton überhaupt geeignet für soetwas? , oder
4. gibt es noch andere Ideen?

Noch ein paar Infos.
Balkenabstand ca. 60-70 cm
Balkenbreite/höhe ca. 18-24 cm
Raum ca. 5x5 Meter

Danke für voraus.

Gruss
Thomas R.



eine statische Scheibenwirkung kann auch durch 2 diagonale



Windrispenbänder (Metallbänder,die über die Deckenbalken gelegt und gut vernagelt wird) hergestellt werden. Bitte mal einen Zimmermann oder Statiker danach fragen.



Am besten Statiker fragen,


Entkoppelter Aufbau

ob für diesen einen Raum eine Scheibenwirkung überhaupt erforderlich ist. Wenn ja, sind die Windrispenbänder eine gute Lösung.

Die geringste Aufbauhöhe erreichst Du (über dem ohnehin erforderlichen Niveauausgleich) mit der schwimmenden Verlegung von 24er Dielung auf Latten im Balkenzwischenraum.
Das wäre vielleicht für Dein Haus auch passender als Parkett?

Gutes Gelingen wünscht

Thomas W. Böhme



Danke für die Tipps



Vielen Dank für die Hinweise .. und auch für die Skizze !

Windrispenbänder kannte ich bisher nicht.
Das klingt aber nach einer einfachen und effektiven Lösung und so werde ich's wohl auch machen ...

.. schliesslich scheinen die Zimmerleute vor 300 Jahren auch eher nach dem Prinizip gebaut zu haben "... lieber dreimal so viel Holz, ... dann hält's auch dreimal so viel aus und vielleicht auch 3 mal so lang ..."

Nochmals Danke

Thomas R.



Bitte keine Kammnägel verwenden



Windrispenbänder zur Aussteifung werden normalerweise mit Kamm- oder Rillennägeln auf den Balken befestigt. Im Denkmalbereich sollte man sich aber im Klaren sein, dass diese Nägel dort nichts zu suchen haben, da Sie nicht mehr entfernbar sind ohne die alten Holzbauteile zu beschädigen. Alternativ sollten reversible Kammschrauben z.B. BMF oder normale Nägel (dafür etwas mehr) verwendet werden, damit man sich bei der nächsten Sanierung in 50-100 Jahren etwas leichter tut.