fachgerechter Bodenaufbau

15.05.2013



Hallo zusammen, ich habe das Forum schon weitestgehend durchforstet, jedoch keine passende Lösung gefunden.

Folgender IST-Zustand:

- Backsteinhaus (BJ 1800) teilunterkellert (Gewölbekeller)
- ca. 65 qm großer Wohnraum im EG

Hier haben wir jetzt den alten Boden rausgerissen. Die Balken waren schwimmend auf einer Kiesschicht (etwa 40-50 cm) verlegt.
Hier drauf war Dielenboden.

Jetzt soll ein neuer Boden rein. Die erst Frage die sich stellt Estrich oder wieder eine Balkenkonstruktion?
Bei dem Estrich mach ich mit in erster Linie Gedanken um die Statik. Da ja ein kompletter Bodenaufbaualso inkl. Bodenplatte notwendig wäre, wiegt das ja einiges. Der zweite Faktor wäre die lange Trocknungszeit.


Also tendiere ich momentan eher zu einer erneuten Balkenkonstruktion. Die alten Balken waren bis auf wenige in einem erstaunlich guten Zustand. Der Kies ist komplett trocken.
Eine Feuchteproblematik befürchte ich demnach nicht unbedingt.

Wie müsste nun ein fachgerechter Bodenaufbau aussehen?

- Kies
- Folie? oder etwas kapillardurchlässiges?
- Balken (wieder schwimmend oder Fundamente gießen?
- Dämmung
-Schüttung
- OSB/Estrichplatten
- finaler Belag (Parkett)

http://www.dreifensterhaus.com/wp-content/uploads/2011/04/Daemmung-Gewoelbekeller.jpg

Auf der Seite ist eine Grafik die mir sinnvoll erschient!?

Die gefunden Beiträge variieren so stark, dass ich da nicht wirklich weiter gekommen bin.

Für Tips wäre ich sehr dankbar.

Grüße Tim



Bodenaufbau auf Erdreich



Hallo Tim,

ich glaub ich hab da was für Dich.

Schaumglasschotter. Das geht so:
Alten Kram raus, Schaumglasschotter rein und mit einer Rüttelplatte verdichten. Damit hast du drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Tragfähiger Boden, Dämmung und kapillarbrechende Schicht in einem.
Wenn du dann, wahrscheinlich unbegründet (Kies war ja trocken), noch Angst vor Feuchtigkeit hast noch nen Bodentextil (Flies) drüber und eine Tonabdichtung. Von Dernoton gibts das als Schüttung. Also Ton rein, nochmals abrütteln, fertig.
Darauf kannst du jeden weiteren Bodenaufbau aufbringen. Ob Balkenlage mit Dielen oder Parkett, Estrich, Natursteinplatten etc. etc.
Preis für Schaumglasschotter war vor ca. zwei Jahren ungefähr 85€/m³. Mindestaufbauhöhe ist glaube ich so 15-20cm. Also wär es dann ein m²-Preis unter 20€. Das ist total im Rahmen, wenn man bedenkt, dass hier einige Arbeitsschritte gespart werden.



Schaumglasschotter



hat meines Wissens erst eine vernüftige Dämmwirkung ab ,halben Meter Einbauhöhe.
Und mal eben mit der Rüttelplatte durch den Altbau ,find ich ohne den gesehen zu haben auch gewagt.

Grüße martin



Schaumglasschotter



Hallo Emzet

na das hört sich tatsächlich sehr gut an! Ich werde mich mal schauen wo ich das Material herbekomme.

Danke schon mal!!

Grüße aus der Pfalz



Rüttelplatte



Hallo Martin,

was wäre denn die Alternative?

Grüße Tim



@Martin



Zugegeben hat Schaumglasschotter einen U-Wert von 0,09 W/mK. Gerade im Fußbodenbereich, wo man nicht so starke Temperaturdifferenzen hat und auch nicht die allzu hohen Transmissionswärmeverluste, reicht das völlig aus um keine kalten Füße zu bekommen. So würden in etwa 30cm Schaumglasschotter einer Polyuretandämmgung (Hochleistungsdämmstoff) mit einem U-Wert von 0,025 mit einer Stärke von 8cm entsprechen.
Du kannst auch von Hand verdichten. Rüttelplatte ist auch völlig in Ordnund. Muß ja nicht gerade ein Riesengeschoss sein. Altbauten können gerade was Erschütterungen angeht doch einiges ab. Sind halt weiche Konstruktionen.

Gruß Emzet



Rüttelplatte



Vor zwei Jahren wurden bei uns die Straße erneuert, die direkt bei uns am Haus entlangführt. Da hatte ich ganz schön Panik. Die Gläser wanderten in den Schränken hin und her. Nichts passiert. Ich habe bei mir einen ähnlichen Aufbau. Abgerüttelt, nichts passiert.



Ich schüttele...



... nahezu fassungslos mein grauer werdendes Haupt...

Da wird dann mal schnell unbesehen mit 'ner Rüttelplatte über den Glasschaumschotter auf dem Gewölbekeller gefahren, ging ja auch mit den Straßenbauarbeiten gut, u-Wert wird mit Lambda durcheinandergeschmissen und nebenbei die EnEv völlig ignoriert...

Komm' mal klar, lieber Emzet...

@Tim: Warum willst Du denn neu aufbauen? Hat doch alles prima funktioniert bislang...

MfG,
sh



@sh u-Wert



Sorry,

du hast recht. Formulierungsfehler, natürlich nicht U-Wert sondern Lambda. Mein Beitrag bezieht sich, siehe ersten Beitrag auf "Bodenaufbau auf Erdreich" und nicht auf Gewölbekeller. Damit sollten wir beide klar kommen.
Und wenn du mich mit der EnEv konfrontierst und Tim rätst mit Kies zu arbeiten, weil es gut funktioniert, weis ich nicht ob Tim damit geholfen wird.

Gruß Emzet



@Tim



Auf dem Kellergewölbe musst du natürlich etwas schonender verfahren. Hier sind oberseitige Aufbauten sicherlich etwas eingeschränkt, aber auch hier kann, wenn es die Aufbauhöhe zulässt, mit Schaumglasschotter gearbeitet werden.



Ich glaube das es dem



Gewölbe nicht gut tut, wenn Sie die Kiesschicht entfernen und durch leichteren Schaumglaschotter auffüllen.
Dadurch fehlt dem Gewölb (Zwickelbereich) eine gewisse Auflast die durchaus wichtig sein kann.

Mit Grüßen
Danilo



@Danilo



Statiker mit Fachgebiet Lastenverteilung in Gewölben? Welche Art von Gewölbe meinst du denn? Gewölbe haben zum Glück die Eigenschaft von sich aus zu tragen. Einige Gewölbearten haben tatsächlich die Eigenschft, dass durch Auflasten im Scheitelpunkt die Stabilität bei Verformungen/Bewegungen erhöht werden können. In Kellergewölben ist die Auflast im oberen Bereich jedoch meist sehr begrenzt. Tonnengewölbe brauchen z.B. keine zusätzlichen Auflasten und eh, wenn Gewölbe funktionieren kommts auf die Auflager an und da ist eine Gewichtsreduzierung eher zuträglich.



Ich wüsste jetzt zwar nicht...



... wann ich dem Tim zu "Kies" geraten haben sollte...
... aber sei's drum...

MfG,
sh



Gewölbekeller



Hallo zusammen,

also laut Hersteller von Schaumglasschotter eignet sich das Matrial für den Aufbau über Kellergewölbe. Wird auch als eigenes Anwendungsgebiet beschrieben.
Zudem kann man das Material wohl auch per Hand verdichten, was sicher schonender ist.
Als ab 30 cm Aufbau erhält man auch einen u-Wert von 0.27.
Finde diese Variante durchaus attraktiv.

@sh: ändern möchte ich aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist der Kies richtig Grob (2-3 cm) und lässt sich nicht richtig egalisieren. Wenn ich Fertigestrich o.ä. Aufbauen will brächte ich ja eine plane Fläche.
Zudem befürchte ich ohne Dämmung kalte Füße :)

Bin aber für Ideen immer offen. :)

Grüsse



@sh



Nur zur Erinnerung:

@Tim: Warum willst Du denn neu aufbauen? Hat doch alles prima funktioniert bislang...

Tim spricht in seiner Anfrage von einer Kiesschicht von 40-50cm. Deswegen der Bogen zum Kies.


Gruß Emzet



Ich bleibe



bei meiner Meinung.
Tonnen- und Segmentgewölbe werden grundsätzlich durch Auflast im äußeren Drittelbereich stabilisiert.

Mit Grüßen
Danilo



Ändern möchte ich...



....aus folgenden Gründen.

- Wärmedämmung
- verringern d. Restrisiko aufsteigender Feuchte
- der Kies ist sehr grob (2-3cm) und lässt sich nur schwer egalisieren.

Das wär's schon. :)

Grüße Tim



@Danilo



Du hast recht. Je nach Spannweite und Segmentneigung spielt das Auflager oder wie du sagst der äußere Drittelpunkt mehr oder weniger eine entscheidene Rolle. Diese Problematik wird allerdigs meistens schon beim Bau eines Gewölbes berücksichtigt. So sind die erforderlichen Auflasten meistens gemauert. Dennoch sollte man beim Aufbau eines neuen Bodens bei Gewölben darauf achten ob dies denn auch so ist. Wenn dem nicht so ist sollte man die Auflast in den betroffenen Bereichen nicht allzusehr reduzieren (habe ich einen steileren Bogen brauch ich ja nicht so viel auszukoffern, habe ich einen flachen Bogen sind die Auflasten in dem Bereich sowieso recht gering), sondern die Bereiche entsprechend in Ruhe lassen.

Gruß Emzet



@ Emzet



Wir wissen weder um welchen Gewölbetyp es sich handelt,kein Foto ,keine Zeichnung und du bist in der Lage aus der Ferne Lösungen auf zu zeigen.Hut ab!

Glaubst du Tim kann die benötigte Auflast beurteilen?

@Tim du hast ein System was anscheinend bis jetzt funktioniert hat,es läßt sich bestimmt eine Dämmung in diesem System einbauen.

Grüße Martin



Fußwarm



und nur halb so schwer, ist ein Magnesia/Steinholzestrich. Es gibt viele Möglichkeiten und etliche Bezugsquellen.
Bedingung: Es muß trocken sein!

Grüße



Fußbodenaufbau



Ich denke es sind etwa 15cm Aufbauhöhe vorhanden.
Jemandem zu empfehlen 40 cm Kies rauszuschaufeln nur um die gleiche Mange SGS wieder hineinzukippen halte ich für eine Schnapsidee, die Frage nach einem fachgerechten (und kostengünstigen) Aufbau beantwortet das nicht.
Auf den Kies empfehle ich nach ev. Höhenausgleich, ev. Nachverdichtung per Hand und Herstellen einer Planumsebene ca. 5-8 cm Beton als Sauberkeitsschicht auf einer Trennlage (Folie) eben und waagerecht einzubauen.
Darauf kommt eine Abdichtung.
Dann kann man auf dieser Ebene mit zwei Varianten weiter arbeiten:
Variante 1 Dielung
Ca. 40 mm Steicoisorel o.ä., darauf 60 mm Weichholzfaserdämmplatte Steicofloor mit eingebetteter Traglattung, Dielung.

Variante 2 Estrich
Ca. 80 mm Dämmung EPS, PU o.ä., darauf ca. 50 mm Zementestrich oder ca. 30 mm Gussasphaltestrich.

Viele Grüße