Bodenaufbau? Evtl. mit Schaumglas?

09.07.2005



Hallo,
bei der Sanierung unseres Kottens stehen wir vor diversen Fragen, eine davon: wie bauen wir den Boden auf? Am liebsten ohne Beton samt dem üblichen Rest wie Isolierung etc. Auf der Suche nach Alternativen stießen wir auf Schaumglas bzw. millcell, eine Art Schaumglasschotter. Kennt es jemand oder hat jemand Erfahrungen damit?
Der jetzige Boden besteht teilweise nur aus Sand, ein Teil aus einem Gemisch Sand mit Schotter, bei einem Teil ist am Ende vom Fundament eine ca. 3 cm starke Schicht aus Lehm eingebracht worden, darüber gepflastert mit großen Kieselsteinen und Sand. Der Mutterboden besteht hier in der Region nur aus Sand.
Welcher Bodenaufbau ist geeignet?

LG
Neda Übelherr



schaumglas



hallo,
habe ich bereits in zwei Sanierungsprojekte einbauen lassen (zufällig war es auch Millcell). Wir haben ca 30 cm eingebaut und auf 27 cm gerüttelt. Daruf einen Estrich von 8 cm und dann der Fussbodenaufbau. Es gibt auch scheinbar die Möglichkeit direckt auf den Schaumglas einen hinterlüfteten Fussboden zu bauen. Schaumglas ist teuer, aber man spart eine reihe von Arbeitsgänge, weil Schaumglas tragfähig ist, kapillarbrechend und dämmend. Die Firmen, die Schaumglasschotter anbieten haben genaue Beschreibungen "wie es gemacht wird". Denken Sie auch an den Wärmeschutznachweis für die Bodenplatte. Nich vergessen unten und oben geovlies einzubauen, um zu vermeiden dass kleine Erd- oder Estrichpartikel den kapillarbrechende Effekt mindern. Aber bevor Sie etwas einbauen wollen, müssen Sie erst den Unterboden untersuchen
lassen. Bei feuchten und weichen Boden habe ich einmal eine hinterlüftete Hohltonkörperdecke als Fussboden eingebaut.
Das fürs erste.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Und warum nicht gem. Bestand - alles wie gehabt?



Hat das nicht bewiesen, daß es funktioniert? Gab es Schäden? Vielleicht wäre das die verträglichste und kostengünstigste Variante.





@H. Hamesse: recht herzlichen Dank für Ihre Antwort. Zu meinem Verständnis: woraus genau besteht eine hinterlüftete Hohltonkörperdecke? Der Sand ist leicht feucht, hier ist auch der Grundwasserspiegel recht hoch: im Sommer ca. 140, im Winter ca. 100 cm.
@H. Fischer: Schön, auch von Ihnen eine Antwort bekommen zu haben, Danke! Ich hatte ja schon geschrieben, dass wir unterschiedliche Bodenarten haben, die alle leicht bis recht feucht sind. Welche der Arten meinen Sie, sollten wir beibehalten? Und wie die leeren Teile auffüllen? Ohne Estrich Holzdielen verlegen?

LG
Neda Übelherr



Der aktuellen Frage ist die Feuchtesituation nicht zu entnehmen gewesen.



Die Frage ist, woher die Feuchte? Darauf aufbauend muß dann die Sanierung erfolgen.





Hallo Konrad Fischer,
tja, die Feuchte: hoher Grundwasserspiegel, verdichteter Sandboden, Abschottung des Bodens, d.h. mehrere Schichten Fliesen, Styropor, Schutt aufeinander gepackt, miserable Anhöhung des Hauses rundherum mit zusätzlichen Betonplatten, evtl. undichte Leitungen unter dem Boden. Das ganze Haus war ausgestattet mit allem Frevel, das je in ein Fachwerkhaus gepackt werden kann, sowohl außen wie auch innen. Entsprechend sah es aus, als wir es "auspackten". Und nu?
LG
Neda Übelherr



Gegen hohen Grundwasserpegel, und seine jahreszeitlichen Schwankungen kann



man - gerade wenn es auch zu Überschwemmungen kommt- am besten durch feuchtestabilen Ausbau wie die Erdgeschosse an hochwassergefährdeten Flüssen - also rein mineralisch - angehen. Das hälts dann aus. Ggf. einen Pumpemsumpf im untersten Geschoß vorsehen. Und dann - warum denn nicht? Kapillarbrechenden Kies, Sand usw. in Trockenbauweise bis zum Fertigfußboden. So wars im originalen Bestand vermutlich auch. Lehmschichten (trocknen sehr langasam) Schaden da auch nicht, müssen aber nichts ein. Hängt alles vom Ziel der Baumaßnahme ab. Was soll daran falsch sein? Bei mir funktionierts. Und ist unschlagbar preisgünstig.





klasse, mit Ihren Ansichten gehe ich total konform, wenn ich meinen Mann noch von der Einfachheit der Dinge, die sonst so hoch gestapelt werden - im wahrsten Sinne des Wortes - überzeugen kann, dann tuts dem Haus und unserem Geldbeutel nur gut!

LG