Fenstereinbau

28.03.2006



Hallo Fachwerkgemeinde,

ich habe ein paar Fragen zum weiteren Vorgehen beim Fenstereinbau. Bei uns sind neue Fenster eingebaut worden. Diese wurden dann rundrum eingeschäumt. Für den Rest sind wir zuständig.

Ich habe gelesen, dass Schaum nicht Stand der Technik ist. Muss ich den Schaum nun wieder rauskratzen? Und was dann?

Und falls nicht, wie gehe ich weiter vor? Muss ich innen mit dampfsperrend mit Dichtband (z.B. von Illbruck) Abdichten und außen mit diffusionsoffenem Band verkleben bevor die Fenster (innen Lehm außen Kalkputz) eingeputzt werden? Und was in Sachen Fensterbank außen zu beachten? Muss da Folie drunter?

Wir haben bislang überall auf einen diffusionsoffenen Aufbau gesetzt. Ist das bei Fenstern falsch? Oder kann jemand hier einen entsprechenden Aufbau empfehlen?

Beste Grüße
Isabel



Zum Thema:



PUR-Schaum gibt es in unterschiedlichsten Qualitäten, er kann von Licht, Feuchte und Schimmel zersetzt werden und ist nicht unbedingt ein dauerstabil maßhaltiger und formstabiler Fensterfugenanschluß, nebenbei mit schlechteren Schalldämmeigenschaften als stopffähige Fasern. Bei den hier anzunehmenden Konstruktionsbewegungen im Jahresablauf durch thermische und hygrische Einflüsse entstehen zwischen Fenster und Baukörper auch bei vorläufiger Abklebung mit Dichstoffen unweigerlich offene Fugen, durch die dann Raumluft eindringen wird und den Bauschaum auffeuchten kann.

In der ab 1.2005 geltenden Norm gem. VOB ATV DIN 18355 / 2005-01 heißt es dazu:

"3.5.3
Die Abdichtung zwischen Außenbauteilen und Baukörper muss dauerhaft und schlagregendicht sein.

Die auf der Rauminnenseite verbleibenden Fugen zwischen Außenbauteilen und Baukörper sind mit Mineralfaser-dämmstoffen vollständig auszufüllen. ...

3.5.4
Hohlräume zwischen Zargen und Baukörper bei Wohnungsabschlusstüren sind mit Mineralfaserdämmstoffen vollständig auszufüllen."


Ob die derzeit vorgefundene - der Norm widersprechende - Ausschäumung mit PUR-Schaum vertraglich als Abweichung mit dem Fensterbauer bzw. dem Planer vereinbart war (hierzu besteht umfangreiche Hinweispflicht gegenüber dem Auftraggeber), entzieht sich meiner Kenntnis und wäre bei Regreßansprüchen juristisch zu prüfen.

Außerdem geht es bestimmt nicht um Diffusionsfähigkeit, denn das Kapillartransport ist um den Faktor 1000 höher. Da leistet dann auch die DIN-gepriesene KMF-Faserstopfung nix.

Alternative: Verstopfen nach alter Väter Sitte, das kann Zeitungspapier sein, Hanfstrick, Flachszopf oder was weiß ich, wenn es nur kapillar das unvermeidliche Kondensat wieder wegbringt. keine Folie, keine Dampfbremse! Die ist eine sicherere Kodnensatfalle. Luft mag erst mal durchgehen, aber Dampf kondensiert innenseitig an der kalten Substanz. Dann schleimt alles mikrobiell zu, habe ich selbst auf rausgeschnittenen Folien in universitären Makrobildern gesehen. Und wenn die Fenster zu dicht sind, und kein Sollkondensat zulassen, und wenn Sie konvektiv heizen und Nachtabsenkung praktizieren, wird es am nächtlich auskühlenden Fensteranschluß trotz alter Väter Sitte hyperkritisch. Ach, es ist so komplex alles ...

Noch viel Bauspaß!

Konrad Fischer



Nachfrage



Hallo Herr Fischer,

verstehe ich das richtig?
- Schaum am besten raus und Flachs oder Hanf rein
- einputzen wie beschrieben
- fertig

Zusatzinfo: Geheizt werden soll überwiegend mit Kaminöfen, Heizungsrohre der Zentralheizung verlaufen umlaufend entlang der gesamten Außenmauern.

Der Wandaufbau ist: 1,5 Stein Zeigelmauer im Sockelbereich und 1 Stein Ziegelmauerwerk darüber. Keine Dämmung.

Besten Gruß
Isabel Müskens



Könnte vielleicht so funktionieren



aber Garantie gibts hier keine!



Fenstereinbau



Guten Morgen,

bei dieser Gelegenheit sei mal darauf hingewiesen, daß der Einbau einer Fensteranschlußfolie innen, die überputzbar ist (!) - nach der Methode innen dichter als außen - als Stand der Technik gilt.
Produkte gibt es dazu z.B. von Illbruck, Leverkusen.
Außen sollte ein Kompri-Band in angepaßter Stärke eingebaut werden. Das läßt sich zwar auch nachträglich reinwürgen..., aber...
Bei der Gelegenheit kann ich ja auch mal nach der Art der fensterbefestigung fragen: Mit Fenstereinbaukrallen oder durch den Rahmen geschraubt ? es gibt noch schlimmeres.
U.U. ist der Aus- und Wiedereinbau einfacher.

Gutes Gelingen



Art der Befestigung



Hallo Herr Beckmann,

die Fenster sind mit Metallprofilen, die in den Fensterlaibungen befestigt sind, eingesetzt. Pro Seite 3 Befestigungen.

Herzlichen Gruß
Isabel Müskens

Ja, und jetzt liebe Fachwerkgemeinde?
Nach neuestem Stand der Technik oder traditionell vorgehen?

Das Haus ist von 1880. Das spricht für zweiteres. Allerdings hat man damals auch keine Isolierglasfenster eingebaut.

Hmmmm...grübel...



Traditionelle Fensterinfo



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Grübeln macht Spaß!