Fussboden ohne Armierung?

06.09.2010



Unser Haus ist 100 Jahre alt, sehr einfach aughebaut und das gefaellt uns. Ziegelmauerwerk 45 cm dick, Kalkputz, Holz, Sand. Es steht auf Lehmboden und der Sockel ist 80 cm hoch. Im EG ist der Fussboden ein Dielenboden auf Sand. An vielen Stellen feuchtig, wie auch die Waende. Da das Haus mind. 20 Jahre leergestanden hat, ist es mir nicht ganz klar was die Ursache ist/sind. Wahrscheinlich Salze (der Nachbar hat Vieh), Kondensat und kaputter Putz. Das werden wir noch entdecken. Aber jetzt die erste Frage, ueber Bodenaufbau im Erdgeschoss. Weil wir hier (noch) nicht ganzjaehrig wohnen und heizen, scheint es mir besser keine dampfoffene Loesung zu waehlen. Da wird immer Feucht/Dampf aufsteigen. Habe Ich recht? Also eine Trennschicht ist dann erforderlich. Aber mir ist Beton unangenehm, eigentlich vor allem die Armierung. Jetzt ist der Aufbau: Lehm-Sandschuettung-Dielen auf Latten. Hat sicher lange gut funktioniert. Die Dielen sind jetzt feucht und kaputt und aufgefressen. Was ist gegen Folgendes einzuwenden?:
-Lehmboden
-Sandschuettung
-Kiesschicht
-Folie oder Bitumen oder ??? .
-Holzfaserplatten (2 Schichte)
-Schilfdaemmung zwischen Latten
-Dielen

Unde wenn doch besser mit Beton, kommen wir auch ohne Armierung aus?

Siehe Bilder
Ween mein Deutsch nicht so ganz stimmt, kann Ich alles weiter erklaeren. Bin gespannt! Herzliche Gruesse, Agnes Jansen



hallo



Ich rate zu einer speziellen Aluminiumfolie als Feuchtikeitssperre, dann eine ordentliche Dämmung, Lattung und dann die Dielen. Fertig





Hallo,

auf Kies hält keine Abdichtung. Wie auch?
Die Abdichtung muss verschweißt werden und braucht daher einen tragfähigen Untergrund, der kann aus ca. 5 bis 10 cm dickem unbewehrtem Magerbeton bestehen und wird dann Sauberkeitsschicht genannt.
Als Fußbodendämmung rate ich von HWF Platten ab, Feuchtigkeit kann auch in Form von Kondensat Raumseitig im Bodenaufbau ausfallen, dann wäre diese Dämmung möglicherweise auch schnell wieder hin.


Grüße aus Schönebeck





Hallo Ansgar und Oliver, vielen Dank fuer die rasche Antworte. Wenn eine Schicht Magerbeton auch ohne Armierung haellt (25 m2 Kueche), dann reicht es vielleicht mit einer PE Folie darauf und dann Lattung+Daemmung und Dielen. Ist raumseitiges Kondensat bei Schilf und Holz kein Problem?
Bei Bitumen hatte ich gedacht, auch wenn es nicht auf dem Kies haelt, ist es dicht wenn die Bahnen gut aneindergeschweisst sind. Aber Folie hat Vorteile, ist als Material auch leichter zu Verarbeiten und wieder zu ensorgen wenn noetig.
Ja, und dann gibt es noch der Wandanschluss. Fundament/Sockel ist aus Feldsteine mit feuchten Kalk- oder Lehmfugen. Sieht nicht sehr stabil aus, was macht man dann? Verstaerken, Streifen breiter machen an der Innenseite mit Beton? Macht das Sinn? Oder nur auskratzen und Kalkputz?
Herzliche Gruesse, Agnes





Ich würde im Erdgeschoss direkt auf den Boden nur anorganische Materialien verlegen, also weder Holz, noch Schilf, noch OSB oder ähnliches verwenden, nicht als Dämmung und nicht als Nutzschicht.
Möglicher Aufbau wäre Unterbeton, Folie, Dämmung, Estrich, Fliesen oder Terrakotta.
Bei kapillar aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Unterboden kann es, wenn der Fussboden diffusionsdicht ist, zu einer Mehrbelastung der aufgehenden Wände kommen, weil die auch im Nassen stehen und man sie mit vertretbarem Aufwand nicht absperren kann. Insofern würde ein Aufbau mit Terrakottafliesen in Kalkmörtel über Magerbeton ohne Armierung über kapillarbrechender Schicht wohl auch funktionieren, wenn der Unterboden sicher nie durch aufsteigendes Grundwasser gefährdet ist.
Gegen fusskalte Böden im Erdgeschoss gibts den Trick mit Hausschuhen; solche mit Holzsohlen sind z.B. sehr gut.

Sorgen Sie dafür, dass Dachrinnen, Fallrohre, Grundleitungen usw. in Ordnung sind und dass kein Oberflächenwasser zum Haus hin fliessen und dort versickern kann. Das dürfte das Feuchtigkeitsproblem schon einiges lindern.





Hallo Agnes,

die Frage ist nicht ob, sondern wenn, wo das Kondensat ausfällt bzw. dann landet.
Das wird auf der Abdichtung sein und wenn dort HWP Platten liegen werden die das nicht sonderlich lange mitmachen.
Hier wären extrudierte Hartschaumplatten die erheblich günstiger und auch bessere Wahl. Diese dürfen auch feucht werden. (Zulassung für erdberührten Bereich)
Der Kondensatausfall ist, oder besser darf, natürlich kein Dauerzustand sein.
Da die Dielung durch ihre Unterkonstruktion nicht Vollflächig auf der Abdichtung aufliegt ist von Schäden in diesem Bereich nicht auszugehen, die richtige Auswahl der Konstruktionshölzer bzw. des HSM vorausgesetzt.

Grüße aus Schönebeck





Hallo,

mein Favorrit wäre hier ein "Umkehrboden", den ich mal analog zum bekannten Umkehrdach so bezeichnen will:
Die Dämmung kommt unter der Abdichtung zu liegen !
Das hat den Vorteil, dass sommerlicher Kondensatanfall auf der Abdichtungsebene nicht stattfindet.
Auf ein Sandbett werden also mindestens 8, besser 10 cm zugelassene XPS-Dämmung mit Stufenfalz (z.B. austrotherm oder andere)aufgebracht, dann eine Schweißbahn mit Alueinlage verlegt. Darauf können Sie beliebig weiterarbeiten, wenn kein drückendes Wasser auftritt.
Sollten Sie das teure Schaumglas (Foamglas-boards) verwenden, kann die Dampfsperre entfallen, man kann direkt Fliesen oder Naturstein-Boden verlegen.

Grüße vom dauerfeuchten Niederrhein



weitere Gedanken: doch dampfoffen, und Glasschaum?



Hallo und Danke Allen fuer den Beitraegen.
Jens, deine Idee "Terrakottafliesen in Kalkmörtel über Magerbeton ohne Armierung über kapillarbrechender Schicht wohl auch funktionieren, wenn der Unterboden sicher nie durch aufsteigendes Grundwasser gefährdet ist. "
gefaellt mir. Da kann nichts rotten.

Und wie Oliver schreibt, indertat ist Kondensat nicht zu vermeiden, irgandwann und -wo. Aber Hartschaum kommt bei uns nicht im Frage, passt nicht in der Muelltonne.

Da hat Dietmar mich auf die Glasschaumspur gebracht. Passt zu der Aufbau von Jens, als Daemmschicht.

Vielleicht machen wir es vorlauefig so: Sand (ist schon da), Glasschaum (20 cm), dann koennen wir noch spaeter entscheiden ob da Latten+Dielung oder Magerbeton+Fliesen kommen. Es geht um die Kueche. Koennen wir im Spuelebereich fliesen, und den Rest dielen.
Da ist dann die Entscheidung gefallen, doch dampfoffen zu arbeiten.
Ein Problem ist, wie man in Rumaenien an Glasschaum kommt. Fuer diesen Raum brauchen wir 5 m3 = 750 kg, ob das in unser Kleinbuss passt, ab Oetserreich??

In einer Ecke (Foto) kommt ein Grundofen. Reicht da der Glasschotter oder braucht es doch Armiertes Beton?
Feucht ist zu sehen, kommt auch von oben, aber Dach ist jetzt repariert und die Mauer trocknet langsam ab.





Agnes,

wenn Sie ohne Abdichtung arbeiten dürfen Sie aber nicht ausblenden, das Wasserdampf aus dem feuchtem Baugrund in, und durch den Bodenaufbau marschiert.
Das wäre hier glaube ich keine gute Idee.

Grüße aus Schönebeck



Einen Dielenboden und Lagerhölzer...



würde ich nicht auf Glasschaum legen wollen.

Ich würde eine gebundene Schüttung (Liapor, Maxit Clay etc.) als einen Leichtbeton einbauen, darauf eine Sperrbahn.

Hinreichende Stärke vorausgestzt, wird Kondensat nicht in relevanten Mengen anfallen. Darauf 6cm Lagerhölzer, Dielung verlegen. Den Hohlraum würde ich im konkreten Fall nicht dämmen, die Lagerhölzer könnten zusätzlich auf Stücke aus 6mm starker Bautenschutzmatte gelegt werden, und sind damit fast völlig luftumspühlt.

Grüße

Thomas



Lehm, Sand, Kies und Kalk



sind vorhanden, und auch Polistiren und Mineralwolle. Alles andere ist hier exotisch. Liapor ist viel schwerer als Glasschaum, 350 kg/m3. Kann ich nicht transportieren. Warum keine Dielenboden auf/in Glasschaum? Hier http://www.fachwerk.de/wissen/glas-schotter-11233.html wird es auch vermeldet. Das war in 2005. Wie sind inzwischen die Erfahrungen damit?

Oliver, wenn der Sockel +80 cm hoch ist, und Grundwasser auf -1,50, ausserdem Landesklima (wenig Regen, viel Waerme und Kaelte), hoert es dann mit dem Feucht nicht mal auf ... wenn wir das Regenwasser vom Haus wegleiten und den Putz reparieren?
Wenn wir die Lagerhoelzer dick genug nehmen, koennen wir immer noch diese Dielung austauschen fuer was Dichtes, nach eventuellen schlechten Erfahrungen. oder?

Noch ein Bild dazu. Ein Brett weggenommen. Die Dielung lag direkt auf dem Feldsteinfundament. Kein Platz fuer Daemmung. Was macht man dort? Streifenfundament breiter machen?

Herzliche Gruesse, Agnes



Die Platten...



sind nicht sonderlich stabil. Wird die Last der Lagerhölzer nicht flächig abgetragen (und Ihr werdet weder eine völlig ebene Verlegung der Platten hinbekommen, noch gerade seiende und bleibende Lagerhölzer bekommen, zerreibt sich da sicher manches, oder bricht irgendwann.

Wenn's nicht anders geht, zumindest nicht mit den Lagerhölzern direkt auf den Glasschaum, sondern z.B. Gehwegplatten in Abständen dazwischenlegen.

Ich bezweifle, daß Blähton nicht auch schon in Rumänien angekommen ist. Einfach die großen Hersteller (Liapor, Maxit,...) kontaktieren, wer sie da unten vertritt. Die Förderkarawane ist doch auch schon längst da. Und Blähton ist definitiv kein exotischer Baustoff. Bedeutend billiger als Foamglasplatten zudem.

Grüße

Thomas



Liapor sucht Vertreter in Rumaenien,



( http://rennkuckuck.de/php/phorum/read.php?f=8&i=8899&t=8899&v=f) die andere Firmen sind gar nicht zu finden mit Google in Romania.

Aber weiter, Ich meinte nicht die teuere Glasplatten, sondern Schaumglasschotter. Holz gibt es hier in den Karpaten viel. Die Lagerhoelzer koennen dann etwas (viel) breiter und stabiler sein als ueblich.

Wieso ist Holz auf Gehwegplatten (Beton doch) besser als auf Schaumglas?

Uebrigens gibt es hier oft als gegen Ratten und Maeuse auch Glasscherben unter den Dielen. Das ist zwar kein Schaum, keine Daemmung, aber doch interessant.

Gruss, Agnes



Balken direkt auf Schaumglasschotter...



...ohne Abdichtung, daß ist, mit Verlaub, ein Mist, den der eine oder andere hier im Pixelland breittragen mag. Ich würde sowas nicht einbauen, und ich kenne auch keine Firma, die das tun würde. Schon die Frage der Nivellierung auf diesem Gekrümel kann einem das Wochenende verderben.

Macht einfach einen tragfähigen Magerbeton, schenkt ihm eine Abdichtung und verlegt, auf Streifen aus Bautenschutzmatte, die Balkenlage und die Dielung. Blähton könnt Ihr auch später noch einbauen, wenn ein mittleres Dielenbrett demontierbar ausgeführt wird. Solange Ihr da nur sporadisch wohnt, bringt die Dämmung sowieso nicht soviel. Nehmt einfach immer ein paar Säcke Blähton mit, wenn Ihr vor Ort nix findet.

Grüße

Thomas