Bodenaufbau bei großem Balkenabstand?

10.07.2005



Hallo an alle Fachwerkfreunde...
Wie ist der geschickteste Bodenaufbau für einen Fliesen/Steinzeugboden (es soll ein Bad werden) auf Holzbalken mit ca. 90cm bis 110 cm Balkenabstand.
Ich habe ca. 5cm für den kompletten Aufbau.
OSB-Platten über die Balken legen scheidet aus, da diese nicht stabil genug sind.
Der Balkenabstand ist so groß, weil es ein sehr altes und großes Haus ist.

Es grüßt
Hans-Georg



Balkenbadfliesen



Hallo
einen langlebigen Aufbau mit "starren" Fliesen wird es m.E. nicht geben, wenn die Schwinngungen und Verformungen nicht auf "0" gehen - und das wird bei einer Holzbalkendecke nicht erreichbar sein.
Risse im Fliesenbelag oder vor allem den Fugen wird es immer geben, auch wenn es Ihnen Anbietern von "Wundermitteln" versprechen werden.
Achten Sie hierbei auf die realen Gewährleistungsfristen! Max. 4 Jahre vom Handwerker - und das wenn alle Verträge und rechtlichen Eingaben baulicherseits (VOB) hieb und stichfest sind (im seltensten Fall)
Kleine Risse werden die "Flüssigkeiten" vom Bad in die Konstruktion saugen (Kapillarität) - überlegen Sie evtl. einen anderen Weg zu gehen: Massivholzboden; Putze, die gut Feuchtigkeit aufnehmen ... das ist langfristig günstiger - da langlebiger!
Sie haben dadurch auch einen "wärmeren" Fuß - Boden!

mfG

Florian Kurz





Hallo Hans Georg
Liegen die Balken bei der Renovierung offen? dann sollten sich doch sicher zusätzliche Balken einzeiehen lassen.
vom Gefühl her würde ich sagen sind 5 cm für einen solchen Aufbau sehr wenig, wie sieht es mit Trockenestrich aus als unterlage für den Badbereich, natürlich bei zusätzlichen Balken.
Auf Statik würde ich auch ein bisschen achten :-)
Gruß
Hartmut



Ich sehe auch nur die drei Möglichkeiten



entweder keinen Fliesenboden, oder den Aufbau erhöhen (mind. 75 mm) oder Zwischenbalken einziehen (Aufbau mind. 60 mm).
Alternativ wie schon beschrieben ein Holzfußboden, oder Linoleum (fußwarm, wasserunempfindlich)



Interessante Aufgabe



Wie groß ist denn die Badezimmerfläche insgesamt? Wo liegen die Balken? Wieviel historisches Baumaterial muß verwendet werden? Können Sie eine Skizze einscannen und uploaden?



Erstmal Danke für die schnellen Antworten



Also erstmal Danke für die schnellen Reaktionen.

@Hartmut Hees
die Balken liegen nicht frei, darunter befindet schon ein fertiges genutztes Bad.Der Balkenquerschnitt variiert zwischen 25-30cm x 30-35cm.Also Statik müßte durchaus
genügen.Außenmauerwerk ist ca 50 cm.Innenwände: Fachwerk mit ca 24er Lehmsteinen+Putz.

@Florian Kurz
Da ich das für mich mache ist das mit der Gewährleistung egal.Die Wände bestehen aus Fachwerk mit ca. 24er Lehmsteinen + Lehmputz(Wasseraufnahme).
Da das darunter befindliche Bad schon Holzboden hat wollte ich etwas Abwechslung haben.

@Uwe Werthbach
Wie groß ist denn die Badezimmerfläche insgesamt?
ca 20m²
Wo liegen die Balken?
wie ist das gemeint?
Wieviel historisches Baumaterial muß verwendet werden?
keins
Können Sie eine Skizze einscannen und uploaden?
leider noch nicht ich bin noch kein Mitglied

@Rainer Stasch
Danke für die Meinung und Info



Wo die Balken liegen...



vielleicht können Sie Querstreben einziehen und darauf mehrfachverleimte Siebdruckplatten sorgfältig verschrauben. Mindestdicke 25 mm. Darauf Streichen Sie Sopro Haftkraft S (mit aufrauenden Zusätzen) und bringen einen FAS 25 Faserfliessspachtel auf. Darauf Kleben Sie eine Schlüter Ditramatte. Nun können Sie Fliesen verlegen. www.sopro.de; www.schlueter.de



Bad über Bad



Hallo
… ich würde aufgrund der Tatsache, dass ein Bad über dem anderen liegt - auf keinen Fall mit Abdichtereien im oberen Bad die Durchgängigkeit von Feuchte verhindern (von unten nach oben) - habe da schon "tolle" Sachen erleben müssen! (in meinen Bildern stöbern)
Wenn Sieschon so "gute" Materialien haben - nehmen Sie doch einfach dicke N+F Dielen aus Robinie, Eiche oder Esche und es schaut anders aus als unten!
Auf die Wände dann Kalkputz und Kalkglättetechnig (im unmittelbaren Nassbereich) und sonst auch Lehmputz mit Fliesen möglich!

gutes Gelingen

FK



Das hört sich doch schonmal ganz gut an.



@Uwe Werthebach
Ich werd mal die Linksseiten ansehen.
Auch das mit den Querstreben gefällt mir.
Und Siebdruckplatten muß ich mir dann mal irgendwo ansehen.
Mal sehn wo ich die bekomme.
Wahrscheinlich wird der Bodenaufbau höher als gewollt,aber
irgendwo muß man halt einen Kompromiß finden.Deckenhöhe ist eigentlich genug da.Aber mit der Türöffnung wird das dann etwas kanpp.Dann muß ich einen Türsturz versetzen, na ich werd das nochmal überdenken.
Danke erstmal.



jetzt hab ich da das …



…falsche Bild reingetan!
ein weiteres folgt hier!

mfG

FK







.



Abdichterei



Es ist richtig darauf zu achten, daß Feuchtigkeit gespeichert und kontrolliert abgegeben werden kann/muß.
Wer sagt uns aber in diesem Fall, daß die Wandhaut des Bades im EG auch so aufgebaut ist? Desweiteren muß ich einen Badezimmerboden abdichten. Zumindest im Dusch/Wannenbereich. Wenn ich im Untergrund ohne Entkopplungsfolie arbeiten würde, dann wären spätestens die Fliesen die Sperrschicht für die gewünschte Feuchtigkeitsregulierung.
Spätestens jetzt frage ich mich, durch wieviel cm Decke (man beachte den Querschnitt, den der Bauher angegeben hat) eine Feuchtigkeitsregulierung überhaupt funktionieren muß?

Gibt es irgendwo eine Richtlinie?

Mit interessierten Grüßen aus dem Siegerland



@Herr Hampel



Siebdruckplatten erhalten Sie beim Holzgroßhändler. Durch die Mehrfachverleimung sind diese extrem Verformungsstabil.
Sollten sich zwischen Siebdruckplatte und Balkenlager im Verschraubungsbereich federnde Hohlräume befinden, so können Sie das mit 2 Komponenten Bauschaum aussprühen.

Ich weiß, jetzt kommt Tadelakt. Herr Hampel hat aber die Verwendung von historischen Materialien nicht zur Bedingung gemacht.

Dieser Bodenaufbau wurde mir noch letzte Woche von einem 65 jährigen Flieselegermeisterkollegen (Betrieb über 100 Jahre alt) als geeignet bestätigt. Bei schlechteren Bedingungen ausgeführt hat er bis heute keine Reklamation. Sein Auftrag wurde in einem Hotel ausgeführt. Statt Sopro verarbeitete er PCI - Periplan Extra





@Uwe Werthebach
Vielen Dank für die Informationen.
Das hört sich für mich doch schon recht praktikabel an.
Bauschaum ist schon OK aber ich werde mir die möglichen Alternativen (was ist Tadelakt???-ich werde das Forum gleich mal durchsuchen) gerne mal anschauen.
Über das Abdichten hab ich mir ehrlich gesagt noch gar keine
Gedanken gemacht und werde mit Neugier die Hinweise lesen und auch nochmal im Forum stöbern.


@Florian Kurz
Das mit den Dielen hab ich schon im unteren Bad(1.OG).
Deshalb wollte ich jetzt was anderes(DG).Aber trotzdem
werde ich das nicht aus den Augen verlieren, da es am einfachsten ist.Und Hier im Forum las ich das Lehmputz mit fast jeder Sorte Öl einigermaßen Wasserfest zu machen ist(Anstrich).Das werde ich mal an einer Probewand Testen -
draußen und mit Garteschlauch-Brause.



Badbodenaufbauten



Hallo
die Siebdruckplatten sind Furnierschichtplatten, die mit Melaminharz verpresst werden!
Dazu Bauschaum - den Tod aller Fachwerke und Holzbauteile - im Bodenbereich eines Bades zu verwenden finde ich sehr riskant! :-(
oder mehr!
Tadelakt ist ein Kalkprodukt, das die Römer in Abwandlungen schon hatten, die Mauren oder die Araber verwendeten und das immer noch in Marrokko verarbeitet wird. Hierzulande ist es etwas exotisch, da intensive Handarbeit und excellente Handwerker benötigt werden - aber machbar ist das - bloß nicht am Boden über Balkendecken!

Das mit dem Lehm und dem Öl funktioniert zwar - aber mit zweifelhaftem Erfolg!

Mal am Rande: Wie Baden oder duschen Sie denn so im Allgemeinen?
Mit dem Gartenschlauch? Kärcher? Eimern?

… es soll auch Holzbadewannen geben …
und Boote und Fässer werden auch nicht aus Fliesen gemacht oder mit denen "abgedichtet"!!??

mfG

FK



Meine Duschgewohnheiten



@Florian Kurz
>Das mit dem Lehm und dem Öl funktioniert zwar - aber mit >zweifelhaftem Erfolg!
Deshalb der Test an einer Nebengelaßwand im Freien mit Brausekopf von Gardena o.ä. ....
>Mal am Rande: Wie Baden oder duschen Sie denn so im >Allgemeinen?
>Mit dem Gartenschlauch?
ja
> Kärcher?
nein
Eimern?
ja

...und im Sommer ist eine Abkühlung im Freien durchaus nicht zu verachten.Wenn ich nebenbei gleich noch einen einfachen Test machen kann sollte das kein Problem sein.

>… es soll auch Holzbadewannen geben …
>und Boote und Fässer werden auch nicht aus Fliesen gemacht >oder mit denen "abgedichtet"!!??
Lachen Sie nicht, auch darüber hab ich schon nachgedacht.
Aber all diese Dinge sind wesentlich intensiver mit Wasser oder besser Feuchtigkeit in Berührung(Fässer), so daß das Holz quillt und einiges zum Abdichten Beiträgt.

Was mich aber auf jeden Fall interessiert ist: Was stellt der Bauschaum denn unter den Platten mit den Holzbalken an? daß Sie das so riskant finden.Ich kann da auf keinerlei Erfahrungen zurückgreifen und bin auf jeden Fall offen für gute Argumente gegen Bauschaum die ich dann auch gern weiter verbreiten würde.



Sehr gut



… mit Humor an die Sache herangehen …
Nebenfrage: Sind Sie bei der Feuerwehr? :-)

der Bauschaum wird 1. mit der Zeit bröselig und löst sich auf
und bis er das tut, läßt er an den Materialrändern gerne Kondensfeuchte entstehen oder sammelt die Feuchte an sich - und Dauerbelastung Holz und Wasser ist immer schlecht!

In Ihrem Fall würde ich doch auf die massive Holzlösung hinarbeiten - da haben Sie die größte Sicherheit langfristig!

mfG

FK



@FK



Die Sache mit dem Bröseln des Bauschaum ist zumindest möglich. Ich werde mich Sachkundig machen.
Vorausschickend: Ich hatte an 2 Komponentenbauschaum gedacht.
Bezüglich Feuchtigkeit aufsaugen: Wenn der Boden doch oben abgedichtet ist, über dem Bauschaum 20 mm Faserfliessspachtel und Siebdruckplatte 25 mm sind,...
Wo kommt jetzt die kondensierende Feuchtigkleit her?

Das ist kein Tadel, sondern Verständnisfrage.



Mal wieder einen aus dem Chemiebaukasten.



Hallo miteinander,
der PU-Schaum ist UV-empfindlich. Daher brösel-Erscheinungen, wenn ewig offen.
Desweiteren gibt es offenporigen und geschlossenporigen. Also bitte nicht einfach alles über einen Kamm ...!
Dennoch würde ich an dieser Stelle keinen Schaum, wie auch immer, einsetzen, sondern den Unterbau so erstellen, daß ich an Schaum nicht einmal denken muß.
Zur eigentlichen Frage:
Meine Idee, zwischen den Balken eine Sparschalung und darauf einen Estrich, auf jeweils geeigneter Trennschicht, nach persönlichem Geschmack und dann die Fliese, wenn´s halt Fliese sein soll.
Zu bedenken ist der Grad der Feuchteisolierung. Ich gehe davon aus, daß beide Bäder übereinander liegen. Das meint, daß der Baduser wissen sollte, daß er nach dem Dampfbad die Fenster öffnen sollte.
Alle anderen, mehr oder weniger gelungenen, Sperrversuche werden an ihre Grenzen geraten.
Wie hat Opa gebaut? Holzbalkendecke; oben im Dickbett, auf Schalung und Trennlage die Fliese und unten Schalung, Putzträger und Putz.(auch mit ein wenig Zement)
Dafür gab´s undichte Fenster und es wurde einfach gelüftet.
Das Rad muß nicht täglich neu erfunden werden.
Grüße Lukas



Tadelakt...



damit meinte ich vielmehr den zu erwartenden kommentarliterarischen Spießrutenlauf in der Knutengasse der Gralhütenden Fachwerkbaupäpste.

Manchmal bekommt man es schon dick um die Ohren gehauen.

,-)



OT, hihi



ich bin aber eher Realo, als Fundi.:-))
Grüße Lukas



Tolle Badezimmergalerie!



Zum Bodenaufbau kann man bei sehr weiten lichtenbreite der Balkenlage noch einen Vorschlag unterbreiten!

- Blindboden von min. 24er Stärke zwischen die Balkenlage

- zweilagig 12er OSB kreuzweise verleimt aufbringen

- keramischen Belag wie/anlehnend auf www.lazemoflex.de
verarbeiten

Zwischegruß


Micha



Kleber



Womit verkleben Sie die OSB-Platten?

Haben Sie schon häufiger Fliesen auf OSB-Platten gelegt? Ich kenne leider nur die Fälle, in denen innerhalb von 2 - 3 Jahren der halbe Fliesenbelag abgesprungen ist. Trotz Verklebung mit Wunderklebern. Auf welcher Basis ist lazemoflex aufgebaut?



@Uwe Werthebach



oh tut mir leid - da hab ich wohl was falsch gelesen.
'Tadelakt' von 'tadeln' und 'Akt' so gibt das auch einen Sinn.



Aha!



@Michael Eckardt
sowas in der Art hatte ich auch gedacht. Zwei Lagen 22er OSB Kreuzweise oder statt OSB eben die schon besprochenen Siebdruckplatten?

@Lukas
generell eine gute Idee - zu schauen wie Opa gebaut hat.Man muß nicht alles neu erfinden.Dem stimme ich zu.

Der Tip den ich von einem Opa bekommen hab war allerdings fragwürdig: Ich sollte doch einfach zwischen die Balken auf die Lehmwickel von oben noch ein paar Hölzer legen.
....da sind Risse in der Decke darunter doch vorprogrammiert, oder?



Tip vom Opa



muß ja nicht immer gut sein.
Last auf der Stakung/Schüttung abzutragen sollte einfach ausfallen.
Nicht jeder Opa kann alles wissen und verstanden haben. Genau so wenig, wie jeder Enkel.
Grüße Lukas



PU Schaum



Es ist richtig, daß dieser PU Schaum nicht das Ei des Kolumbus ist. Mein Lieferant für ARA Bauschaum sagte mir eben: Weder der 1K noch der 2 K Bauschaum würde zerbröseln, da er nicht mit UV Licht in Berührung kommt.
Die Zellstruktur sei zu 98% geschlossen.
Ist das Ok?



Welche Alternativen...



... gäbe es zu dem Bauschaum?

(Auch wenn die Holzplatten bereits auf den Balken verlegt sind und man nur noch über Bohrlöcher an die Hohlräume kommt?)



@ Micha



Hallo Micha, welche Erfahrungen hast Du mit dem Lazemoflex gemacht? Ist das was?



Kreuzverleimt und verschraubt!



@Rainer Stasch

Nach groben anrauen der Klebeflächen Ponal Holzleim/Ponal Super3, aber auch Thomsit P618!
Ich verlege keine Fliesen, stelle nur die UK!
Kann man zu Ihren Fällen mehr Informationen erhalten?
Welche "Wunderkleber" wurden zum Einsatz gebracht?

Nachdenkliche Grüße

Michael



Erfahrungen



@Uwe Werthebach

Für wat soll der PU-Schaum zur Anwendung kommen?

Zwecks Lazemoflex, diesen Aufbau kann/sollte man mit als Lösung in Erwägung ziehen! Gerade bei geringen Aufbauhöhen!
Es gibt aber noch Alternativen, die abhängig von den örtlichen Gegebenheiten sind!
Die Aufbauvariante von Lazemoflex wurde bei einem BV von Mir umgesetzt!Vom Fliesenlegermeister ausgeführt! Bisher keine Mängel!



@ Micha



PU Schaum wird verwand, damit diverse Schwingungen, die noch vorhanden sind zu unterbinden, oder zu mindern.



PU-Schaum in der Balkenlage,



hört sich nach Pfusch an! Für meine Begriffe keine Dauerlösung, allenfalls bis zur Abnahme!
Folgeschäden sind vorprogrammiert!

Dann doch eher die Aushöhung alterungsbedingter Verformung gewissenhaft ausführen!

Nachdenkliche Grüße



@ Michael



Hallo Michael, muß doch nochmal zurückfragen.

"Dann doch eher die Aushöhung alterungsbedingter Verformung gewissenhaft ausführen!"

Das versteh ich nicht?
Welche Schäden sind vorprogrammiert, wenn der PU Schaum nicht bröselt und sich nicht vollsaugt?



PU-Schaum



Schon vor über 10 Jahren haben wir auf unseren Baustellen die verwendung von PU-Schaum generell verboten. Schon damals hieß es: "nein der bröselt und schrumpft nicht". Wenn wir heute fenster herausreißen lassen die vor ca. 10 bis 12 Jahren eingestzt wurden finde ich ganz häufig geschrumpften und/ oder zerbröselten PU-Schaum (ohne UV-Einweirkung!). Heute sagen die Vertreter: "ja damals! aber heute ist das alles viel viel besser".
Soll ich das wirklich glauben? Und hierbei scheint es sich dann wirklich um eine Glaubensfrage zu handeln. Ich persönlich halte das gerne getrennt: auf der Baustelle möchte ich wissen, für's Glauben gibt es andere Orte.

PU-Schaum ist nach meiner Ansicht lediglich Ersatz für eine durchdachte Planung und handwerkliches Können.



Solch alten Bauschaum, habe ich auch schon gesehen. Bauschaum der Ok war aber auch.



Zitat : Welche Alternativen...

---Forenreferenz-----------
Welche Alternativen... -
... gäbe es zu dem Bauschaum?

(Auch wenn die Holzplatten bereits auf den Balken verlegt sind und man nur noch über Bohrlöcher an die Hohlräume kommt?) mehr ...
----------------------------------



... gäbe es zu dem Bauschaum?

(Auch wenn die Holzplatten bereits auf den Balken verlegt sind und man nur noch über Bohrlöcher an die Hohlräume kommt?)

Nochmals nachgefragt: Was wäre in diesem Falle zu tun?
(abgesehen von alles aufnehmen, neu verlegen und unterbauen)



Alternative



Hallo miteinander,
Wenn ein Parkett mal hohl liegt, dann bohrt man da auch ein Loch rein. Aber man spritzt da keinen Schaum drunter sondern das Zaubermittel, welches unter dem Oberbegriff PU-Kraftkleber verkauft wird. Im Gegensatz zum Schaum hält das Zeug auch die Belastung dauerhaft aus.
Er ist zwar Lösemittelfrei, enthält aber die leckeren Isocyanate, Isomere und Homologe.
Grüße Lukas



Hm. lecker .........



aber bitte mit Schokostreusel. ,-)

Gibt es das als Sprühgebinde oder muß man das mit einer Tortenspritze einfüllen? Wie standfest/zerlaufend ist der Kleber? Wie schnell feste? Quillt der Kleber beim Erhärten ein wenig?

Na ja, viele Fragen, aber zielgerichtet und sachlich.



… was alles passieren kann …



… potztausend!! …
Ich habe bei einem Bad, das in den 80ern saniert wurde folgendes herausgeholt...
nee! nicht aus dem Bad an sich, sondern aus dem Boden, der darunter war!

Aufbau á la 80er: (von oben nach unten) Fliesen, kleber, Abdichtung Zementestrich, mit Stahlgitter, ein den Fehlboden ersetzenden Beton, Teerpappe unter dem Beton und über die Tragbalken "verlegt" - Balkenabstand: ca 80 cm

Ergebniss: würfelbrüchige Balken (2 Balken á 2,5 m ersetzt) nuer Fehlbodenaufbau mit Lehm etc....

Das möchte ich zum Thema: "dichte Fliesenaufbauten" bie Holzbalkenkonstruktionen noch anmerken.

Richtig: Der Einwand, dass keine (oder die seltensten) baulichen Gegebenheiten gleich sein können - und alle Parameter bei anderen Baustellen auch gleich auftreten müssen!

Aber die prozentuale Wahrscheinlichkeit der Schadensanfälligkeit diesgearteter Aufbauten möchte ich nicht gering schätzen.

Pu und oder sonstige Schäume werden sich über kurz oder lang auch auflösen. Sie bilden ein starres Gebilde, das durch Erschütterungen (wie Bauwerks- Balkenbewegungen, Gehen ...) im Laufe der Zeit "zerbricht" - erst langsam dann immer schneller.
Die "Schäume", die "elastische" Eigenschaften haben (oder bei denen diese Eigenschaft versprochen wird) arbeiten wie gerne in der Chemie mit "Weichmachern" die sich dann peu á peu auch in Luft auflösen (schnellflüchtige und langsamflüchtige)
Dampf- oder und Luftdicht sind dich Schäume nur, wenn sie nach dem Aufschäumen unberührt bleiben - Wenn Risse entstehen oder die Flanken mit Messern Sägen etc bearbeiten werden ist das auch passée!

Aus diesen (und anderen) Gründen plädiere ich gegen "Schaumkonstruktionen" und für Massivholz im Bad!

FK



@FK



Danke für diese fundierte Antwort. Ich werde den Punkten mal nachgehen.

Bezüglich Abdichtung: Die Regelwerke, auf die sich Gutachter, etc in Streitfällen berufen, fordern ja gerade die Abdichtungen. Wie sollte man gesetzeskonform verfahren?

War bei diesem Schimmelfall wirklich die Abdichtung von oben schuld? War diese vieleicht fehlerhaft?



@ Uwe



Aufquellen tut der Kleber ein wenig.
Konsistenz so ähnlich wie Silicon, Trocknung nach Hersteller und Produkt unterschiedlich aber relativ schnell.
Geben tut´s das Zeug in den beliebten 310ml Kartuschen.
Grüße Lukas



Bodenschaden



Das hat mehrere Ursachen!
Dichtes Gefüge aus dem kein Wasser mehr raus kann, wie es reinkommt. (und rein kommt es immer - Kapillarität (je kleiner dier Riss - desto schneller dringt das Wasser ein))

Wasserdampf vom unteren Bad schlägt an Teer und Beton an , kondensiert!
von oben eindringendes .... undichte Silikonfugen .....
kalte Aussenwand
falsch verlegte Wasserleitung
usw. usf

Da Bewegungen nicht auszuschliessen sind ... !

Regelwerke und Gutachter haben nicht alle baulichen "Wahrheiten" und Gegebenheiten im Griff! Deshalb gibt es oft GA, GGA, GGAvGGA ....
(sprich: Gutachter, Gegengutachter, Gegengutachter vom Gegengutachter…)
Auch die DIN ist nicht unfehlbar: googeln Sie unter DIN und rechtsverbindlichkeit von Normen nach ...!

FK



@FK



Sehr geehrter Herr Kurz,

Ja, Sie führen alle möglichen Gründe auf, die einen Schaden, wie wir ihn auf Ihrem Bild sehen können, hätte begründen können. Was war es denn wirklich?

Eine fehlerhafte Abdichtung stellt eigentlich genug Grund dar, eben eine 100% ige Abdichtung einzufordern. Wenn ich Sie richtig verstehe, fordern Sie die Abdichtung ganz weg zu lassen, da sie nicht funktionieren könnte.
Richtig?

Was ist konkret in diesem Fall Ihre Meinung, bezüglich der Anwendung der Abdichtungsnormen?
Hätte ich die Abdichtung weggelassen, und es wäre ein Schaden entstanden, was hätten Gutachter und Gerichte gesagt? Was hätten Sie als Architkekt gesagt, wenn der Bauherr Sie bedrängt einen Schuldigen zu präsentieren?



Vielen Dank an alle...



für die vielen Beiträge zu meiner Frage.Mir war nicht klar
das eine Frage solch eine Diskussion auslösen kann, die zudem
weitere Fragen aufwirft, die ich noch gar nicht bedacht hatte.
Ich habe mich noch nicht entschieden, werde aber hier
über den Fortschritt berichten.

Hans-Georg



@ FK



Sehr geehrter Herr Kurz, mich interessiert die Antwort auf meine Fragen wirklich.

Ja, Sie führen alle möglichen Gründe auf, die einen Schaden, wie wir ihn auf Ihrem Bild sehen können, hätte begründen können. Was war es denn wirklich?

Eine fehlerhafte Abdichtung stellt eigentlich genug Grund dar, eben eine 100% ige Abdichtung einzufordern. Wenn ich Sie richtig verstehe, fordern Sie die Abdichtung ganz weg zu lassen, da sie nicht funktionieren könnte.
Richtig?

Was ist konkret in diesem Fall Ihre Meinung, bezüglich der Anwendung der Abdichtungsnormen?
Hätte ich die Abdichtung weggelassen, und es wäre ein Schaden entstanden, was hätten Gutachter und Gerichte gesagt? Was hätten Sie als Architkekt gesagt, wenn der Bauherr Sie bedrängt einen Schuldigen zu präsentieren?