Mal wieder der Lärm

22.09.2008



Hallo zusammen,
ich habe vor einigen Jahren eine Altbauwohnung (Jugendstil) erworben und leide in letzter Zeit etwas unter den vernehmbaren Geräuschen der unter mir befindlichen WG. Stimmen und laute Gespräche sind gut hörbar, laute Musik sowoeso (auch dank zahlreich vorhandener Kamine in den Wänden). Ich möchte gern, soweit dies irgendwie bezahlbar ist, wenn auch in Etappen, den Schallschutz verbessern. Soweit ich mich durch das Forum durchgearbeitet habe, ist dies nicht so ganz einfach und nicht billig. Mein Eindruck ist der, dass ohne ein Schallgutachten (?) besser nichts gewurschtelt wird. Meine Frage an euch: Wer kennt einen empfehlenswerten Bauakustiker/Bauphysiker im Raum Kassel (ist das überhaupt die richtige Fachrichtung) und weiß, mit welchen Gutachtenkosten man rechnen muß?
Vielen Dank und herzlichen Gruß
Paulinchen



Schallschutz verbessern



Die Kasseler Uni/GHS ist da ganz gut ausgestattet.
Aber eigentlich sollte das jeder Bauing. können, der im Hochbau unterwegs ist oder auch Architekten, die für den Schallschutz in Hessen nachweisberechtigt sind.
Auskunft gibt es bei der Kammer: www.akh.de
Sie werden mit 1-2 Tagessätzen rechnen müssen. Die Bauaufsicht würde wahrscheinlich nach Baustellenbesuchen abgerechnet werden.

Grüße



Schallschutz



Hallo,
Luftschall sollte man da bekämpfen , wo er ensteht.
Also müsste man mit dem Wohnungseigentümer der unteren Wohnung sprechen.
Wenn in die Substanz des Hauses eingegriffen werden muss, braucht man das Einverständniss aller Eigentümer.

Sind die Schornsteine noch in Betrieb?

Wenn die ehem. Ofenanschlüsse nur mit einem Blechdeckel verschlossen sind, sollte man sie zumauern.

viele Grüße





Hallo,
vielen Dank für die schnellen Kommentare. Das mit der Bekämpfung des Schalls an der Quelle wird an dem Einverständnis des betreffenden Eigentümers scheitern. Die Wohnung wird von ihm vermietet. Eine Bereitschaft, einen von mir finanzierten Einbau o.ä. zu dulden, muss ich als nicht vorhanden ansehen. Deshalb ist mein Problem wohl noch viel grösser. Die Kamine sind zum Teil noch in Betrieb. Ob dies in der Wohnung unter mir der Fall ist, weiss ich nicht. Ich glaube dies aber nicht. In meiner Wohnung sind die Kaminöffnungen zugemauert. Ob dies überall so ist, weiss ich nicht. Ich hoffe nur, dass eine Bekämpfung des Schalls ausserhalb der Quelle nicht völlig aussichtslos ist.
Grüsse von Paulinchen



verbesserung ist möglich !



Hallo, so wie ich's verstehe , haben Sie mit dem Luftschall, weniger mit dem Trittschall zu kämpfen. Wenn sie alles so gut hören, dann kann es sein, das die Deckenfüllung unvollständig, mal zerstört, oder überhaupt nicht vorhanden ist. Das erfahren Sie durch das öffnen der Decke/ entfernen einer Bodendiele. Hier kann dann durch einblasen einer Zellulosedämmung, oder auflegen von Dämmatten etc. Verbesserung geschaffen werden. Falls Platz nach oben besteht (6 cm ?), läßt sich durch das auflegen eines Holzfaser- trittschallelementes - mit eingelegtem Fugenholz , eine neue Dielung verlegen. evtl. ergänzt durch eine Ergänzung mit erschwerung durch z.B. 10 Fermacellplatte. Bitte für alle Möglichkeiten örtlichen Rat einholen, a. zur Tragkraft und statischen Beurteilung der Decke, b. zur juristischen Beurteilung der Verbesserung bzgl. des Teileigentums.





Vielen Dank für die Ratschläge. Ich glaube auch, dass mich überwiegend der Luftschall nervt. Die Vorschläge für die Schallisolierung nach unten werde ich beherzigen und vor Ort abklären lassen. Meine Befürchtung ist allerdings, dass der Schall zum Großteil den Weg über die Wand nach oben nimmt insbesondere durch die Kaminschächte. Eine Zustimmung der Miteigentümer, die Kamine zuzuschütten o.ä. wird es leider nicht geben. Hat jemand eine Idee oder Erfahrung mit der Effektivität von auf die Wand gesetzte Schallschutzvorrichtungen (Absorber/Ständer)? Ansonsten ist die Hoffnung leicht getrübt.
Viele Grüsse aus den kasseler Altbauwänden
Paulinchen