Wandaufbau für eine Schallschutzmaßnahme

22.03.2004



Hallo liebe Forumsteilnehmer,
wir möchten mit einem Tonstudio in ein Fachwerkhaus einziehen, und überlegen von innen eine zweite Schale aus Kalksandstein zu setzen um einen besseren Schallschutz zu erreichen. Der Wandaufbau würde von innen nach aussen so aussehen:
Putz, 11,5/17,5 cm Kalksandstein, Wärmedämmung (Mineralfaserplatten?), 6cm Luftschicht zur Hinterlüftung, existierendes Fachwerk.
Die Fragen: Gibt es bei einem solchen Wandaufbau Bedenken für das Fachwerk? Welche Dämmstoffe ausser Mineralfaserplatten wären empfehlenswert?

Vielen Dank und schöne Grüße



Wandaufbau



Von allem was ich bisher über hinterlüftete Fassaden gelesen habe, müsste der Wandaufbau richtig sein, wenn die Hinterlüftung richtig ausgeführt ist.
Aber 2 Sachen fallen mir gleich auf, die Sie auf jeden Fall beachten sollten: Statik und Wärmebrücken.
Da sie kein Profil haben, kann ich dem leider nicht entnehmen, ob die Sandsteine im Erdgeschoss oder im OG eingebaut werden sollen. Also beachten, ob die Lasten der neuen Wand auch von dem, was darunter ist, getragen werden kann. Und das 2. ist die Dämmung. Die müsste ohne Lücken zwischen den Platten (und das bis hoch an die Decke) direkt an der neuen Wand anliegen. Da stelle ich mir die Umsetzung in die Praxis recht schwierig vor.
Gruß Petra



Warum keinen Lehm?



Hallo,

das Wichtigste für den Schallschutz ist Masse. Daher würden sich für eine Innenschale Stampflehm oder Grünlinge anbieten. Wir haben eine Fachwerk-Innenwand mit Grünlingen ausgemauert und der Schallschutz ist unglaublich. Das Raumklima verbessert sich ebenfalls und in einem guten Klima lässt es sich doch noch besser arbeiten.
Ein Bild unserer Wand findet sich auf unserer Homepage (siehe Profil). Ich würde mal die Lehmbauer im Forum ansprechen. Unser Lehmbauer findet sich unter www.lehmbau-mobil.de im Internet.
Viel Spass dabei...
Elmar Hugenroth



Re Schallschutz...



Hallo,

für eine Schallschutz und gute Akustik bieten die Hersteller spezielle Akustik/Schallschutz Steine aus Lehm an. Ein weiterer positiver Aspekt wäre das Ihr innen nicht mehr Verputzen müsstet da diese Steine auf Sicht gemauert werden können. Von Mineralwolldämmung raten wir prinzipell ab da aufgrund der ungenügenden Absorptionfähigkeit dieser Dämmstoffe diese sich voll Kondensationsfeuchte ziehen können falls diese anfällt. Eine weiterer Vorteil ist die wunderbare raumluft und Arbeitsbedingungen die sich sicherlich dann auch in der Arbeit niederschlägt. Wenn es Fragen gibt, alles andere würde hier den Rahmen sprengen einfach anrufen und Lösungen finden sich dann schon.

Grüße aus der Obelausitz
das Arge Lehmwerk Team





Als wir in unser Haus eingezogen sind haben wir im Erdgeschoss, das sehr groß ist eine große Party gefeiert. Dazu haben auch mehrere Bands gespielt (und ich meine keine klassische Musik). Für die Musiker war die Akustik sehr beeindrucken. Lehm hat auch die entsprechende Masse und bietet bekannter Maßen eine sehr guten Schallschutz. Viele Grüße Gerd Meurer



akustik...



...ist ein wichtiger aspekt, neben dem schallschutz und der bauphysikalischen und statischen argumentation! ein tonstudio muss nahezu schalltot sein. zusätzliche massnahmen sind da notwendig. mit den lehmbauplatten, wie vor beschrieben, kommt man da denk ich schon in die richtige richtung. wenn dies noch ergänzt wird mit schallabsorbern (es gibt auch günstige und ästhetisch ansprechende ausführungen, welche man wie ein "bild" an die wand hängt) gibts sicher eine gute akustik. das ganze kann auch berechnet werden. in der regel reichen aber auch erfahrungen von musiker- oder tontechnikerkollegen aus. wenn ihr interesse habt ruf mich mal an, ich kann da sicher noch ein paar tipps geben (als Architekt und musikant) schöne grüsse. chr. bernard