Schallschutz bei schwimmend verlegter Dielung auf Dachboden

30.03.2010



Hallo,

ich habe sehr viele Beiträge zu Schallschutz bei neuen Dielungen gelesen und eine für mich entscheidende Frage wurde meines Erachtens bisher nicht gestellt und beantwortet.

Ich möchte Dielen auf die oberste Geschossdecke eines Mehrfamilienhauses aufbringen, um den Boden als Trockenraum und Stauraum nutzen zu können und um von oben Dämmstoffe aufzubringen.

Es handelt sich um eine Eichenbalkendecke (Balken 30x30 cm) mit Einschüben aus Eichenknüppeln und Lehm. Wurde früher als Kornlager genutzt. Fehlende Einschübe möchte ich wieder verschließen, in dem ich seitlich Dachlatten anschraube, darauf Rauhspund (hier preiswerter als Bauholz und gleichzeitig relativ rieseldicht) als Einschub verlege und dann mit einer 5-10 cm dicken Lehmschicht (habe noch genug alte Lehmsteine) bedecke. Zum einen soll dem Haus das ursprünglich gewohnte Gewicht zurückgegeben werden, zum anderen möchte ich den Lehm als Feuchtigkeitsregulator und Masse für den Schallschutz haben.

Auf die Decke möchte ich dann Konstruktionshölzer (KVH) aufbringen, um zwischen 10 und 40 cm Dämmhöhe (schiefer Boden) zu erreichen. Deckenhöhe ist dann immer noch 2,37 m, so dass ich mir das 'leisten' kann. Dämmstoff: Zellulose oder Perlite.

Der Dachboden wird voraussichtlich von den Mietern und mir recht häufig genutzt werden, so dass ich einen guten Schallschutz nach unten gewährleisten muss, wenn jemand mit Stöckelschuhen Wäsche über einem Schlafzimmer aufhängt.

Ausreichend Masse ist durch die Holzeinschübe und den Lehm gegeben, die Hohlräume werden mit Dämmstoff verfüllt.

Um keine Schallübertragung durch Schrauben auf die Deckenbalken zu erhalten, möchte ich die Konstruktionshölzer schwimmend verlegen, was statisch überhaupt kein Problem ist, weil diese Hölzer später durch die Hobeldielen (27 mm, B-Ware und preiswerter als Rauhspund) zusammengehalten werden. Unter den Konstruktionshölzern verspanne ich vorher noch Rispenbänder, auch wenn das nicht wirklich nötig ist, da ja beim Bau des Hauses vor 500 Jahren auch keine Aussteifung durch eine Scheibe oder Ähnliches vorhanden war.

Frage 1: Welches Material eignet sich am Besten für die Verwendung zwischen den Deckenbalken und den Konstruktionshölzern (Kokos, Filz, Hanf, Kork, Kautschuk, Racanor, Rockwool)?

Frage 2: Kann es bei der schwimmenden Verlegung nicht passieren, dass sich das KVH verzieht und beim Gehen über die Dielen wippt und dann auf die Balken bzw. den Schalldämmstoff, der sich auf den Balken befindet, aufschlägt? Würde ich dadurch nicht größere Schallprobleme bekommen als bei der festen Verschraubung der Konstruktionshölzer mit den Balken?

Auf die Konstruktionshölzer würde ich dann eine erneute Dämmung aufbringen (Materialfrage siehe oben) und die Hobeldielen ebenfalls schwimmend verlegen.

Frage 3: Verschraube ich die Hobeldielen dann, indem ich jeweils zwischen den Konstruktionshölzern eine 27mm Hobeldiele quer laufen lasse und die Dielen von oben mit dieser einen Diele verschraube?

Frage 4: Ähnlich wie bei Frage 2 sehe ich die Gefahr, dass die Dielen sich verziehen und wölben könnten und dann an den hochstehenden Stellen beim Drübergehen auf die Konstruktionshölzer schlagen.

Sind meine Befürchtungen unbegründet oder gibt es Lösungen?



Hanf-Trittschallmatten oder Streifen sind das professionellste



Hallo Sebastian, natürlich kann sich Holz immer werfen, aber darum nimmt man auch trockenes Holz, kein frisches. Rauhspund ist immer irgendwie noch frisch, aber hat meist nur geringe Breiten, so dass ein Schüsseln nicht so groß ist, und natürlich ist Rauhspund nicht als Sichtholz zu gebrauchen. Zur Trittschalldämmung würde ich nur Hanf empfehlen, alles andere ist nicht von Dauer (Kokos auch noch). Rockwoll gibt mit der Zeit nach, Perlite rollt durch häufiges Begehen weg, Papiercellulose sackt zusammen.
Ein "schwimmendes" Element, also eine Lage Rauhspund, muss natürlich in sich gehalten werden. Daher sind Lagerhölzer, an denen die einzelnen Rauhspundbretter verschraubt werden, zwischen die Balken zu legen. Als Ausgleichsschüttung empfehle ich Hanf-Lehm-Schallschüttung von der Hanffaser Uckermark.
Eine andere Möglichkeit ist die vollflächige Verlegung eines Trittschallfilzes. Erst eine Lage Rauhspund, dann Hanf-Trittschall-Matte und dann deine Dielen (2. Wahl). Das ist perfekt. In diesem Fall kann der Rauhspund durchaus ein wenig schüsseln. Das nimmt die Hanf-Trittschall-Matte auf. Gruß Susanne



Schallschutz



Schallschutz wofür?
Oben soll Trockenraum und Stauraum entstehen.
Ist Eure Wäsche lärmempfindlich oder macht sie zuviel Krach beim Trocknen?

Viele Grüße



Erläuterung zu meiner Frage



Hallo,

herzlichen Dank für die bisherigen Antworten.

Ich nutze Hobeldielen in der Breite 14,5 cm. Der Trocknungsgrad ist wohnzimmergeeignet. Verwerfungen wegen zu feuchtem Holz sind nicht zu erwarten, wenn dann eher wegen zu großer Trockenheit, weil das Holz auf dem Dachboden 2-3 % Feuchtigkeit aufnehmen wird.

Wozu ich den Schallschutz benötige, hatte ich ja eigentlich erläutert. Nochmal: 7-Familienhaus mit Abstellkammern und Trockenboden auf dem Dachboden. Außerdem werde ich dort eine kleine Werkstatt und mein Materiallager haben. Es wird eine recht häufige Nutzung geben. Direkt unter diesem Boden befinden sich Wohnungen. Die Nutzungszeiten für den Dachboden vorzuschreiben, scheint mir sehr unpraktikabel, daher möchte ich eine vernünftige Schallschutzlösung. JETZT habe ich eine Baustelle da oben, nachträglich möchte ich keine Maßnahmen mehr ergreifen.

Beste Grüße
Sebastian



Schallschutz Dachboden



Nun, wofür Sie den Schallschutz brauchen haben Sie nicht erläutert.
Das es ein Mehrfamilienhaus mit 7 Wohnungen und das neben Trockenraum und Stauraum auch noch eine Werkstatt geben soll, davon stand nichts in der Frage.
Trotzdem halte ich Schallschutz über das normale Maß hinaus für überflüssig.
Aufgenagelter Rauhspund auf die aufgefüllten Balkenfelder, darauf eine Ausgleichsschüttung und darauf Trockenestrich sollte genügen, schon das ist mehr als üblich.
Alternative zum Trockenestrich auf Schüttung: Holzweichfaserplatten mit eingearbeiteter Traglattung, Rauhspund, gehobelt bzw. Ihre Hobeldielung.
Vorsicht bei OSB, hier kann Kondensat an der Unterseite ausfallen.
Wenn der Boden so schief ist, dann gleichen Sie die Höhe gar nicht oder abschnittsweise aus und setzen eine Stufe dazwischen.
Rispenbänder sind überflüssig.

Viele Grüße



@ Sebastian



Schau mal bei ICOPAL.de nach Kork Parkolage E.
Diese Korkbahn habe ich bei mir unter Holzdielen verlegt.
Diese Trittschallbahn dämmt sehr gut und gibt nicht nach.
Währe auch eine Idee.