Aussteifung durch Dielung im Gründerzeitbau

11.08.2012 zuflacht



Hallo,
bevor ich einen Statiker konsultiere, wollte ich kurz hören ob diese Frage tatsächlich relevant ist oder nur ein Lachen erzeugt: Hier im Forum ist oft zu lesen, dass die Dielung auf Holzbalkendecken bei alten Häusern als statische Scheibe fungiert. Gilt das auch für mehrgeschossige, in Reihe gebaute Gründerzeitbauten um 1900 (4 tragende Wände in Längswandbauweise, kein Seitenflügel, 5 Vollgeschosse))?
Hintergrund: schlecht ersetzte Dielung muss raus und die Frage ist, ob Statik oder Schallschutz wichtiger sind bei der Verlegung der neuen Dielen.
Der Boden ist noch nicht offen und viel mehr Details kann ich nicht bieten, es geht nur grundsätzlich um die Frage, ob es sinnvoll wäre, in dieser Frage einen Statiker zu konsultieren ...

Vielen Dank für jegliche hilfreichen Antworten!





Hallo,

ja das ist so in der Regel richtig.
Abweichungen von der Regel müssten Sie aber schon vor Ort finden und zeigen können. Also: erst einmal von einer aussteifenden Wirkung ausgehen.
Die Frage ob Statik oder Schallschutz stellt sich nicht, weil beide Anforderugen zu erfüllen sind. Geht auch, weil MFH des Baujahres meistens Balken 13/26 hatten, also noch Tragreserve.

Zum Nachweis und auch für den Schallschutz sollten Sie trotzdem zum Statiker gehen.

Grüße



Sofern...



... nicht gleich das ganze Gebäude auf einmal entkernt wird, sehe ich das eher unkritisch; wenn eher raumweise oder auch etagenweise gearbeitet wird, gibt es keine Probleme...

Eine statisch relevante Scheibenwirkung ist insofern eigentlich auszuschließen als das die Horizontallast über die Anbauten abgetragen wird, dementsprechend wäre der Statiker der Hosenträger über der Gürtelschnalle...

KLopp die Dielen raus, mach neu, gut ist...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Das ist ...



... sicher ein relevantes Detail: es geht nicht um das ganze Haus, sondern nur um zwei Räume, in denen 2/3 der Dielen zur Fensterseite wohl in den 50ern schlecht ersetzt wurden. Vermutlich auch noch in den beiden angrenzenden Zimmern, aber da haben wir den überdimensionierten Estrich noch nicht rausgekloppt ...

Mal so gefragt: Was wäre denn angesichts des sehr begrenzten Ausmaßes und des Umstands, dass unter uns die Wohnung auch nur ihre alten Dielen hat, ein vertretbarer Weg: die Dielen (raumbreite Schlossdielen von 33x256) verdeckt auf die (nievellierten) Balken schrauben oder doch parallel zu den Balken Lagerhölzer legen und die Balken mit Kokosstreifen entkoppeln?



Naja:



"Die Frage ob Statik oder Schallschutz stellt sich nicht, weil beide Anforderugen zu erfüllen sind."

Wie soll das im Altbau zumutbar realisiert werden, ohne die Aufbauhöhe unzumutbar zu verändern, in 2 Räumen...

Und wo steht, daß in dieser Situation ein wie auch immer definierter "Schallschutz" zu erfüllen sei? Das hier ist Bestandserhaltung, nicht mehr.

Die entkoppelnden Lagerhölzer sind möglich, solange aber der wesentliche Unterbau hohl ist, wie ja meist so gebaut, keine größere Verbesserung.

Ich sehe im Reihenhaus (aus dieser Entfernung!) zwar kein offensichtliches Erfordernis für die statisch aussteifende Wirkung der Dielung, aber auch keinen großen Sinn zur Entkoppelung der Dielenplatte, wenn nicht im Balkenzwischenraum auch etwas passiert (Masse).

Grüße

Thomas