Schalldämmung alter Dielenfußboden

27.05.2010



Hallo zusammen,

wir bauen gerade das 1.OG aus. Der Deckenaufbau besteht aus Balken auf denen von unten die Decke (Holz) geschraubt ist. Dazwischen war bzw. ist Luft bzw. Teile der Schlacke die durch den vorhandenen Fehlboden gefallen sind. Auf dem Fehlboden war Schlacke. Dann kamen die Dielen.
Die alten knarrenden Dielen und die Schlacke wurde bereits entfernt.

Jetzt frage ich mich, wie ich am besten einen guten Schallschutz und Trittschallschutz erreiche. Meine Idee bisher:
- zwischen Decke und Fehlboden etwas leichtes wie Styrophorschüttung oder Steinwolle. Auf dem Fehlboden Blähton und kurz unten den neuen Dielen noch einen dünnen Hanfflies oder ähnliches (für Schallschutz und Wärme).
Die Dielen müssen wohl wieder mit den begradigten Balken verschraubt werden (Statik)?

Sind meine Überlegungen soweit in Ordnung (habe schon einiges gelesen) oder gibt es noch bessere Methoden bezüglich Schallschutz? Habe ich sonst noch etwas nicht bedacht?



Ein Vlies zwischen Decke und Fehlboden ist...



... schon der richtige Ansatz. Ich würde da allerdings ein Naturmaterial, Flachs oder Holzflexplatten vorziehen.

Anstatt Blähton würde ich Blähschiefer nehmen, weil der ruhiger liegt.

Ein Hanfvlies zwischen Dielen und Balken macht absolut keinen Sinn. Wenn es die Statik erlaubt und der Schallschutz hohe Priorität hat, dann die Dielen von den Balken entkoppeln und auf eigene Lager befestigen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Haffvlies



Danke für die Antwort. Der Blähschiefer klingt wirklich etwas besser, da auch etwas schwerer. Leider immernoch viel leichter als die Schlacke, aber man kann nicht alles haben.

Das Vlies hatte ich gedacht um die Tritte abzudämpfen, wenn man auf den Dielen entlang läuft. Die Dielen sollen geölt oder lackiert ohne zusätzlichen Aufbau als Boden dienen.
Im EG habe ich das Problem, dass es unter Umständen etwas laut und leicht hol klingt, da die Schüttung nicht komplett bis zu den Dielen aufgeschüttet ist.
Oder sollte ich die Schüttung einfach bis unter die Dielen (ohne Luft) machen anstatt ein Vlies?

Im o.g. Anliegen geht es also auch um die Lautstärke im Raum selbst, wobei der Schallschutz zum Geschoss darunter natürlich wichtiger ist.



Den Hohlraum...



zwischen Schüttung und Diele kannst Du gerne mit einem Vlies füllen. Aber zwischen Diele und dem Balken, auf der Du die Diele befestigen willst, da darf kein Vlies dazwischen gelegt werden.

Wenn Du zwischen Lack und Öl noch schwankst, dann möchte ich Dir sehr das Ölen empfehlen. Wir führen das Parkettöl-Fußbodenöl von Natural und sind äußerst subjektiv davon angetan.

Deine zuerst genannt Styroporschüttung bitte gar nicht in die engere Wahl nehmen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Deckenaufbau



Was soll der Schallschutz bezwecken?

Viele Grüße



Schallschutz



@Frank: Danke ich komme bei Gelegenheit darauf zurück.

@Georg: Idealerweise sollte man unten nicht hören, wenn oben jemand entlang läuft. Oben soll beim auftreten mit Schuhen möglichst kein lauter holer Ton entstehen, sondern so leise wie möglich sein.
Normal ist so etwas nur mit Flüssigestrich o.ä. zu erreichen, ich weiß, aber man kann versuchen so nah wie möglich an den Idealzustand zu kommen.



Schallschutz



Die Frage zielte darauf, ob die Decke zwischen zwei Nutzungsebenen liegt.
Anscheinend nicht.
Innerhalb einer Nutzungseinheit (Wohnung) spielt der Schallschutz nicht die Rolle wie zwischen Wohnungen.
Das kommt auch auf die Nutzung der Räume an. Wenn ich oben schlafe, kann ich nicht unten im Arbeitszimmer Krach machen.
Schallschutzmaßnahmen innerhalb sollten also schon einen konkreten Grund haben. Sie sollten sich überlegen, wann bzw. wie oft dieser Fall auftritt (oben läuft einer im Zimmer entlang), wer bzw. wann das unten jemand hört und ob das stört.
Dann noch ein Hinweis:
Dem vorgestellten Deckenaufbau fehlt es an Masse.
Masse ist die beste Schalldämmung, außerdem verringert sie das Schwingen der Decke.

Viele Grüße



Schallschutz



Aktuell bezieht sich meine Frage auf die Konstellation von Wohnstube unten und Schlafzimmer oben. Später ist jedoch oben Kinderzimmer geplant. Des Weiteren sind noch zwei weitere Räume später zu sanieren, unter anderem mit Arbeitszimmer unter Wohnstube u.ä.
Daher interessiere ich mich schon für einen möglichst guten Schallschutz.
Du schreibst, dass zu wenig Masse vorhanden ist. Leider kann ich nicht abschätzen (da kein Statiker) wieviel die Decke trägt. Die Schlacke war ca. 750-800kg pro qm schwer.

Es ist jedoch noch ein interessanter Aspekt hinzugekommen. Nach dem entfernen des Fehlbodens (um die restliche Schlacke zu entfernen) habe ich nun die Deckenkonstruktion gesehen. Sie besteht aus aus aneinander gesetzten Leisten (ca. 1/2 so breit wie die Dielen) und sind von unten fest vernagelt. Darunter sind wahrscheinlich noch Gipskartonplatten o.ä.

Nun ist meine Frage, ob diese Leisten bzw. Bretter nicht schon die nötige Scheibenwirkung erzielen und somit auch ohne spezielle statische Prüfung die Dielen oben schwimmend verlegt werden könnten. Die oberen Dielen könnten sowieso nicht auf den Balken selbst vernagelt werden, da wir jeweils seitlich Ausgleichsbalken befestigen müssen um auf eine einheitliche Höhe zu kommen (Balken sind teilweise mehr als 5cm unterschiedlich hoch, warum auch immer).

Bei einer solchen Methode könnte ja anstatt Schüttgut auch eine leichte Estrichmischung zum Einsatz kommen, oder? Nur ergibt sich dann wieder die Frage wie die Balken vor der Masse geschützt werden können.

Vorteil einer schwimmenden Verlegung, wenn möglich, wäre die leichte Begradigung, die mir derzeit auch sehr viel Kopfzerbrechen macht. Um 1900 hat wohl niemand auch nur annähernd eine Wasserwaage oder einen geschulten Blick beim Bau gehabt, leider.

Ich hoffe meine Ausführung ist nicht zu lang, aber ich denke die Lage ist somit gut beschrieben und ich merke schon, dass man hier sehr gute Tipps und Ratschläge bekommt.



Schalldämmung



Hallo Daniel,
erst mal sehe ich keinen Bedarf von besonderen Schallschutzmaßnahmen bei der geschilderten üblichen Nutzung. Was dabei für wen störend sein soll ist für mich nicht nachvollziehbar.

Was die Frage nach der Masse betrifft:
Die Schlacke war als Massefüllung in der Decke, um u.a. Schallschutz zu gewährleisten.
Zu Ihren Angaben:
Schlacke hat eine Dichte von ca. 11KN/m³.
Ihre Angaben von 8 KN/m² ergäben eine Einbauhöhe von ca. 70 cm.
Einschubdecken werden mit einer Gesamteigenlast von ca. 1,5 KN/m² gerechnet.
Da Sie die Decke zurückgebaut haben wird Ihnen wohl nichts übrig bleiben, die Decke wieder so herzustellen:
Einschub
Rieselschutz
Füllung aus geglühtem Sand, Trockenlehm o.ä.

Darauf können Sie dann einen neuen Fußboden aufbauen.
Eine Variante wäre:
Rauhspund
Rieselschutz
Ausgleichsschüttung
Darauf dannn z.B. Trockenestrich oder Fescoplatten und Gussasphalt usw.
Eine andere Variante wäre Höhenausgleich der Balken durch Federn oder beinageln von Bohlen und darauf neue Dielung.


Viele Grüße



Schallschutz



Hallo Herr Böttcher,

danke für die ausführliche Antwort. Zuerst muss ich einen kleinen Tippfehler aufklären. Ich meinte 750-800kg/m³ (ergibt auch viel mehr Sinn). Weiterhin habe ich noch nicht erwähnt, dass es sich jeweils um zwei getrennte Wohnungen handelt, daher ist das mit dem Schallschutz schon wichtig.

Ich werde das erst einmal bis zu den Dielen bzw. Rauhspund aufbauen inkl. Ausgleichsbalken und dann einmal testen. Den weiteren Aufbau mit Trockenestrich usw wird wohl erst interessant falls einmal eine Fußbodenheizung gewünscht wird oder es doch zu laut sein sollte.

Danke an alle für die Anregungen und Tipps.