Suche geeignetes Material gegen Trittschall-Dämmung

17.01.2010



Hallo Zusammen,

ich suche momentan nach den geeigneten Materialien
zur Dämmung meiner Altbaudecke gegen den Trittschall
meiner Nachbarn über mir.

Ich habe nun im Internet mehrfach von der zuverlässigen
Wirkung von Steinwolldämmplaten gehört.
Insofern werden auch Noopenschaum-Platten angeboten,
welche man auch von der Schallisolation in Tonstudios kennt.

Unter der abgehängten Decke befindet sich ein 50 cm weiter Hohlraum,
welcher durch den Trittschall von oben wie eine Trommel wirkt. Unter dem Laminat meiner Nachbarn über mir, scheint es wohl keinerlei Trittschall-Dämmung zu geben.

Der Lärm ist wirklich unerträglich, zudem ich 8 kleine Kinder
über mir habe.

Es ist mir klar, dass man den Schall nur mit schwerer Masse bekämpfen kann. Ist es möglich mit den oben genannten Dämm-Materialien eine spürbare Verbesserung zu erzielen und wie würdet Ihr hier genau die Isolation durchführen ?

Den ganzen Hohlraum von 50 cm in meiner 60 qm Wohnung auszufüllen
ist aus Kostengründen kaum möglich.
Daher würde Ich gerne wissen, wieviel cm Dämmplatte von oben und unterhalb der Rigippsdecke ihr hier einsetzen würdet.

Um eure Hilfe bin ich und meine strapazierten Nerven euch sehr dankbar.

Viele Grüsse vom Bodensee,

Michael



Schallschutz



Hallo,

so geht das leider nicht.
Sie haben richtig erkannt, daß schwere Masse den Schall dämpft. Darüberhinaus scheinen Sie es mit einem Resonanzproblem zu tun zu haben. Dem können Sie durch leichte Bedämpfung des Deckenhohlraumes entgegenwirken. Also reichen 8 cm Dämmwolle für den Hohlraum.
Wirtschaftlich vernünftig und auch technisch machbar ist eine Schallminderung von oben:
Laminat raus, Trittschalldämmung und Trockenestrichplatte rein, Laminat wieder drauf. Das ist zumutbar !

Grundsätzliche (ich beziehe mich ausdrücklich nicht auf Ihren Einzelfall, da ich die genauen Gegebenheiten und Eigentumsverhältnisse nicht kenne) ist zur Beeinflussung der Verhandlungsatmosphäre eine saftige Mietminderung möglich: bis zu 100% bei Unbewohnbarkeit.
Wenns ihm nicht gefällt, kann der Vermieter ja klagen.

Schließlich gibt es öffentlichrechtliche Mindestnormen: DIN 4109 Schallschutz im Hochbau. Und das zivilrechtlich geschuldete kann weit über das baurechtlich geforderte Mindestmaß hinausgehen: VDI 4100 ,die mittlere Spalte beschreibt genau eine Qualität "mittlerer Art und Güte", wie sie im BGB verlangt wird, wenn nichts anderes vereinbart ist.

Grüße vom Niederrhein



Hallo Michael,



vielleicht findest du hier eine Lösung:

http://www.climacell.de/daemmung_boden.html

Mal anrufen und fragen, ob sie bei deiner Decke auch von unten arbeiten könnten, kann ja nicht schaden.

Gruss, Boris



Schallschutz



Hallo Boris,

vielen Dank für deine schnelle Rückinfo.
Hast du bereits Erfahrungen bei der Einblasdämmung gemacht ?

Ich habe von dieser vorteilhaften Methode auch schon gehört.
Es gibt jedoch hier auch einige Skeptiker, die meinen,
dass eine Einblasdämmung in einer Decke gegen Trittschall kaum Verbesserung zeigt.
Steinwolldämmplatten und Materialien mit mehr Masse würden nur gegen den Schall wirken.

Um Rückinfo bin Ich Dir dankbar,

Gruss Michael



Hallo Michael,



Wir haben mal eine Zwischendecke von oben damit ausgefüllt - war natürlich besser als vorher ohne....;-).

Vielleicht könnte man es ja aber bei dir in den Hohlraum von unten einblasen, musst du halt mal einen Anwender kontakten, ob das in deinem Fall geht.

Gruss, Boris



Schallschutz



Hallo Boris,

kann mir hier die Verbesserung vorstellen ;-)
Jedoch habt ihr den Trittschall wohl mehr in seinem Ursprung von oben erstickt.
In meinem Fall scheint in der Wohnung über mir keinerlei
Trittschalldämmung unter den Laminat und den Zwischenbalken gelegt worden zu sein.
Den ganzen Boden hier neu zu machen ist aus Kostengründen nicht mehr möglich.

Den Schall kann ich leider nur noch versuchen
in meiner abgehängten Decke von unten so weit wie möglich abzufangen.

Glaubst du, dass es hier dann auch noch möglich ist ?

Um kurze Rückinfo bin Ich Dir erneut sehr dankbar,

Gruss Michael



Hallo Michael,



deine Decke wurde vermute ich eher aus heiztechnischen Gründen abgehängt und die Akustik dabei vernachlässigt und du beschreibst ja den Trommeleffekt. Den könnte man durch Dämpfung des Hohlraums sicher verringern.

Ob das mit Climacell bzw. Isofloc von unten her geht, kann ich dir nicht sagen = Hersteller/Anwender anrufen.

Kontakte aber zunächst deinen Vermieter und setz' ihm eine Frist, um den Mangel zu beseitigen. Wie er das bewerkstelligt ist zunächst mal seine Entscheidung.

Wenn er nichts unternimmt, kannst du die Miete mindern und dir davon Ohropax kaufen....darfst aber eigenmächtig nicht an seinem Eigentum rumwursteln, bzw. musst es bei Auszug evtl. rückbauen.

Viel Glück, Boris

P.S. Vielleicht doch nach einer anderen Bleibe suchen???



Bestandsschutz im negativen Sinn



Ich sehe das ganz anders: in den Bestandsschutz fällt leider auch der Schallschutz. D.h. wenn die Decke zum Zeitpunkt der Herstellung des Gebäudes den damaligen Regeln der Technik entsprach, besteht kein Zwang den Schallschutz nachzubessern. Es sei denn, das betreffende Bauteil wurde bereits einmal tiefgreifend saniert (z.B. Einschub ersetzt bei einer Holzbalkendecke). Dann gelten die Vorschriften zum Zeitpunkt der Sanierung.

Den einzigen Ansatzpunkt sehe ich in der Verlegeart des Laminats in der Nachbarwohnung. Fehlende Trittschallmatten sollte nicht toleriert werden müssen.

Mein Nachbar über mir hatte übrigens auch Laminat, der trotz Trittschallmatte einen Trommeleffekt erzeugte. Haus ist so Bj. 1890-1900 - also kein Recht auf Nachbesserung in irgendeiner Form.

Gruß
Boris Blenn