Hilfe Schädlingsbefall Wespe???




Hallo,
ich bin neu hier im Forum und habe gleich eine Frage zu einem Schädlingsbefall. Wir haben letztes Jahr die Fassade unseres Fachwerkhauses renoviert, heißt alte Farbschichten aus den 60`er und 70`er Jahren runter und alles neu mit Standölfarben von Kreidezeit gestrichen. Durch das Abschleifen der alten farb und Spachtelschichten kamen zum Teil auch jede Menge alte Fraßöcher und natürlich auch zugespachtelte Holzrisse zum vorschein. Größere Spalten habe ich mit holzverschlossen aber über die Löcher und kleinere Ritzen habe ich mir zu dem Zeitpunkt keine gedanken gemacht habe.
Jetzt sieht es aber so aus das täglich eine Menge Holzmehl auf dem Boden und auf dem Sockel liegt und Wespenartige Insekten ( sihe Foto`s ) in die alten Löcher ein- und ausfliegen. Was sind das für Tiere? Sind etwa 10 bis 15 mm lang. Habe ich ein größeres Problem und an wen kann man sich in solchen Fällen wenden? Bitte um schnelle Hilfe da mich das ganze schon etwas beunruhigt!!!



Hilfe Schädlingsbefall Wespe???



Hier noch ein paar Bilder der Löcher.



Hilfe Schädlingsbefall Wespe???



Manche Löcher sind auch verschlossen...



Hilfe Schädlingsbefall Wespe???



So sieht das an vielen Stellen aus :-(



Hilfe Schädlingsbefall Wespe???



Hier noch ein anderes Bild



Hilfe Schädlingsbefall Wespe???



und noch eins vom toten Tier.
Hier kann man sehen das es vier Flügel hat.



Es krappelt und flattert



Lieber René

Bei deinem Gast handelt es sich in jeden Fall nicht um einen spezifisch holzschädigendes Insekt. Die zangenartigen Mandibel weisen eher auf eine Ameisenart hin ("Camponotus fallax" ???? Bin für eine nähere Bestimmung leider kein Ameisenspezialist) Die Einschnürungen des Hinterleibs sind allerdings sehr auffällig.

Die Fotos von deinem Fachwerk zeigen auch klar, dass es sich bei den Ausrieselungen um Spuren von sogenannten "Sekundärnutzern" handelt, die für dein Fachwerkholz vollkommen ungefährlich sind. Die ovalen Löcher sind alte Ausschlupflöcher des Hausbockkäfers. Um die unschönen Ausrieselungen zu veremiden solltest du die alten Ausschlupflöcher des Hausbockkäfers allerdings verschließen.

Gruß

Lutz



Wespen- oder Bienenart



Wahrscheinlich handelt es sich um eine Grabwespen- oder Mauerbienenart. Ein Gefahrenpotential dieses Nutznießers der Fleißarbeit des Hausbocks hat Herr Parisek bereits ausgeschlossen.

Fraglich ist, ob eine Grundschwelle aus Nadelholz in einem Sichtfachwerk dauerhaft bestehen kann, insbesondere da offenkundig Splintholz an den Sichtflächen vorhanden ist. Durch die zahlreichen Ausschlupflöcher wird zudem die Wasseraufnahmefähigkeit deutlich erhöht sein.

Wurde die Schwelle mal ausgetauscht oder ist das Fachwerk durch große Dachüberstände oder einer engen Bebauung vor der Witterung geschützt?


Gruß
Boris Blenn



erste Erleichterung



Hallo,

danke schonmal für eure schnellen Antworten. Zum Sichtfachwerk: Es besteht kein sonderlich großer Dachüberstand oder änhliches ist aber nicht die Wetterseite, das heißt es kommt sehr selten vor das Schlagregen an die Wand fällt. Mit was würde man die Löcher den ggf. verschließen? Ich habe letztes Jahr bewusst alles offen gelassen damit möglichst viel Luft überall rankommt, war dann wohl doch nicht so gut...



Sekundärnutzer


Sekundärnutzer

Lieber Boris Blenn

Ich komm mit der Bestimmung des fotografierten Exemplars einfach nicht recht weiter. Mauerbiene ist von der Form auszuschließen, bei den Grabwespen könnte es von einigen Merkmalen her zu den Diodontus sp. gehören, aber die stark ausgeprägten Kiefer irritieren mich einfach. Vielleicht kann hier ein Entomologe weiterhelfen?

@René Elges

Hallo René
Kann ich die Fotos weiterverwenden? Wäre sehr schön

Lutz



Bilder



Hallo Lutz,

selbstverständlich kannst Du die Bilder weitergeben.

Vielen Dank

René





Hallo Lutz Parisek,

die Form erscheint mir auch wespenartig, aber die Behaarung lässt mich eine Bienenart vermuten. Es ist aber auch zu ärgerlich, dass ich nicht ein brauchbares Buch über diese gelegentlichen Holzbewohner habe.
Habe mal im Netz recherchiert und bin auf die Hahnenfuß-Scherenbiene(Osmia florisomnis) gestoßen:
http://www.wildbienen.info/Profile/osmia_florisomnis.php
Das dort abgebildete Weibchen sieht dem Exemplar von René Elges sehr ähnlich.
(Angehängtes Fotos der angegebenen Adresse entnommen).

Gruß
Boris



Herr Blenn hat Recht,



das ist ziemlich eindeutig chelostoma (oder osmia) florisomne oder auch chelostoma maxillosum. Damit also eine Wildbiene die übrigens unter besonderem Artenschutz steht (wie eigentlich alle Wildbienenarten mittlerweile).

Freuen Sie sich über Ihre Untermieter. Aktiver Naturschutz mit dem eigenen Fachwerkhaus funktioniert auch so ;-))

Sie ist kein Holzschädling! Ihre Nahrungsquelle ist der Pollen von einigen Hahnenfußarten (ranunculus). Vielleicht haben Sie sogar welchen in Ihrem eigenen Garten? Zumindest muß es ihn in Ihrer Nähe geben, weil sie daran gebunden ist.

Sie nistet gerne in Totholz und Röhrchen bzw. Halmen. Im Holz benutzt sie dort bereits vorhandene Gänge von 3 bis 5 mm Durchmesser. Das von Ihnen entdeckte Sägemehl dürfte vom "Großreinemachen" der Bienen stammen.

Es ist übrigens ein Weibchen und die haben momentan Hochkonjunktur, will sagen Brutzeit.

Viele Grüße
Achim Hecke



Insektenhotel



Hallo,
habe mir mal die Beschreibung zu der Biene durchgelesen.
Das passt alles vor allem habe ich mal nach Hahnefuss gegoogled und siehe da, von den gelben Blüten wachsen tausende bei mir hinterm Haus auf unserer Pferdekoppel.
Dann ist ja alles gut. Andere kaufen sich exrta Insekten Hotels und bei mir habe ich das sogar umsonst.
Also dann wohl lieber nicht die Löcher zumachen oder?

Vielen Dank für Eure schnelle Hilfe, der Befund beruhigt mich sehr, ich habe schon befürchtet das da irgend ein Tier wohnt das unsere Haus in kürzester Zeit auffrisst.

Gruß René



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Hallo lieber Boris

Treffer, toll, ich bin begeistert

Lutz