Schädlingsbefall Dachsparren




Hallo zusammen,

Ich habe hier viel in dem Forum über Schädlingsbefall und -Bekämpfung gelesen, bin aber nicht schlauer geworden. Vielleicht liegt das ja an mir, aber dennoch hier eine klare Frage mit der Bitte um ehrliche, aber kurze Antwort und nicht gegenseitiges "Zerhäckseln" der Experten.

Wir haben einen Dachstuhl, an dem an manchen Stellen noch Rinde ist. Unter diese Rinde gibt es an manchen Stellen Holzmehl.

Frage 1) wie stelle ich fest, ob es noch Untermieter gibt oder diese bereits ausgezogen sind und nur ihren Müll (Holzmehl) da gelassen haben?
Frage 2) wie stelle ich fest, um welchen Schädling es sich handelt?
Frage 3) wie bekämpfe ich ihn? Ohne jemandem nahe treten zu wollen: Öko finde ich prima, aus meiner langjährigen Tätigkeit als Tierarzt weiß ich jedoch, dass In der Regel "biologische" Antiparasitika vor allem nur einem nützen: dem Hersteller und ansonsten weder dem Tier, noch dem Geldbeutel noch Schaden sie den Würmer/Zecken etc. Daher: ich hätte gerne was wirksames! Ob Öko, Bio, ausgependelt oder ein nettes fälschen von Bayer: et iss misch ejahl, wie der Rheinländer sagt. Wir ziehen erst in zwei Monaten ein, solange kann alles ausdünsten. Also: kenn jemand ein wirksames Mittel und kann mir seinen Name verraten?
Frage 4) thermoverfahren: wäre es besser? Kann man das Gerät beispielsweise bei boels mieten?

Danke für ein paar kurze Antworten!

Tom



Machen Sie sich da...



... nicht zu viele Gedanken.

Ich habe das in meinem gesamten Dach gehabt (bzw. habe noch). Ca. 0,5-1 cm Mehl unter der "Rinde". Das kommt bei alten Häusern sehr häufig vor. Damals hat man viel Frischholz verbaut mit jede Menge Getier drin - gerade unter den Rindenregionen. Womöglich sind die Viecher allerdings schon längst wieder ausgezogen bzw. hinüber.

Eine entscheidende Frage ist, wie walt die Sparren sind.

Meine z.B. sind nun 75 Jahre alt. Da ist ein aktiver Befall doch sehr sehr unwahrscheinlich. Wie geschrieben. Bei alten Häusern eine sehr häufige Erscheinung...



Schadensfeststellung



Moin Moin, ich würde Ihnen empfehlen sich einen Sachverständigen oder eine Fachfirma vor Ort zu suchen und so Ihren Dachstuhl überprüfen zu lassen sofern Sie sich unsicher sind. Mit freundlichen Grüßen Sven Seegert



Nachweis



Du hattest an anderer Stelle geschrieben, dass die Bank eine Art "Nachweis" über die Befallsfreiheit fordert. Sie wird sich also wohl eher nicht mit einer Schilderung via Forum aus dem www, sei es auch richtig und fachlich korrekt, zufrieden geben, bzw. mit Deiner "Laien-Bekämpfung" evtl. vorhandenen Befalls.

Insofern stellen sich die Fragen nicht...

MfG,
Sebastian Hausleithner





... doch, die Bank will Rechnung über antiparasitikum sehen, dann sind sie glücklich!



Die



... spinnen, die Banken...



Es ist ein fachlicher Fehler



derjenigen, die den Dachstuhl gebaut haben, die Rinde dran zu lassen. Dass dahinter Frassmehl und wahrscheinlich auch-Gänge sind, ist normal. Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren das aber Frischholzschädlinge, die sich eine Zeit lang nach dem Schlagen noch unter der Rinde sattfraßen. Das sind keine Dauerschädlinge, die einen Balken ganz zernagen.
Eine Faustregel: Holz das älter als 60 Jahre alt, und trocken ist, hat keinen aktiven Befall mehr.
Bei Kiefer und Lärche mögen die Biester nur den Splint.
Das Heißluftverfahren ist meines Wissens nach die einzige Methode eventuell noch aktiven Befall zu massakrieren.
Alle chemischen Mittel, die aufgepinselt oder gesprüht werden, wirken nur vorbeugend.
Vorbeugend wirken sowohl die nichtökologischen, als auch die ökologischen Mittel. Als potentieller Ausführender von solchen Arbeiten ist mein Schnack: Die nichtökologischen Mittelchen möge der Kunde doch bitte in Eigenleistung aufbringen.
Ralph Schneidewind



Bilder


Schädlingsbefall Dachsparren

.... so, jetzt endlich Bilder....
einmal ist, dann im zweiten mit entfernter rinde, dann gedrahtbürstet.....



Guten abend



Ja wie hier schon gesagt wurde, sind die biester höchstwarscheinlich lange tot.
Bei meiner 200 jahre alten bude isses genau so.
Aber du solltest beobachten ob sich über kurz oder lang frische Wurm Mehl heufchen unter den Balken bilden.
Das wär ein zeichen das noch jemand am leben ist.



Praxistipp



Wenn Sie konkreten Verdacht auch Anobien oder den Hausbock haben, dann Kleben Sie dünnes, weiches Reispapier o.ä. mit Tapetenkleister auf die Stellen und schauen regelmäßig nach, ob es Bewohner gibt, die sich da durchbeißen wollen.



Fragen


Veränderlicher Scheibenbock 1

Lieber Tom

Ich möchte gerne versuchen deine Fragen zu beantworten

Zu Frage 1) "wie stelle ich fest, ob es noch Untermieter gibt oder diese bereits ausgezogen sind und nur ihren Müll (Holzmehl) da gelassen haben?"

Eine sichere und belastbare Aussage, dass kein aktiver Befall in den Hölzern besteht (Negativbefund), lässt sich logischerweise kaum treffen. Besteht kein sicherer Positivbefund bleibt immer eine Unsicherheit. Für fundierte Aussagen und eine Beurteilung der baulichen Situation sind grundsätzlich eine Menge Faktoren zu beachten.

Vor allem die weiteren baulichen Planungen (Dachausbau) sind von entscheidender Bedeutung.
Bleiben die Holzbauteile z.B. dauerhaft sichtbar, würde eine ganz entspannte Beobachtung der weiteren Entwicklung vollkommen genügen.
Das von einem Forumskollegen empfohlene "Monitoring" mit Papierabklebungen ist eine sehr langwierige Angelegenheit (Enwicklungszyklus des Hausbockkäfers ~7 Jahre) und benötigt für seine Auswertung und Interpretation reichlich Erfahrungen. Ein fachgerechtes Monitoring verbindet daher verschiedene Techniken (Lichtfallen, Leimfallen, Papierabklebungen)

Die Aussage eines weiteren Forumskollegen, das Hölzer älter als 60 Jahre keine Befall aufweisen, ist leider fachlich so nicht richtig.

Zu Frage 2) "wie stelle ich fest, um welchen Schädling es sich handelt?":

Im ersten Moment würde ich in Anbetracht der unter der Rinde liegenden Spuren diese auch als unbedenklich einstufen, da die Merkmale augenscheinlich von Insekten (z.B. Scheibenbockarten siehe rechtes Bild) herrühren die auf berindetes Holz angewiesen sind und keine ausgesprochenen Holzzerstörer darstellen. Allerdings sollte Befallsspuren von einem wirklichen Fachmann für Holzschädlinge vor Ort überprüft werden.

Zu Frage 3)"wie bekämpfe ich ihn?":
Momentaner Favorit der Methodiken zur nachhaltigen und ungiftigen Bekämpfungstechnik ist die Bekämpfung im Heißluftverfahren nach DIN 68800-4:2012-02. Die erwähnten biologischen Mittelchen und biologischen Verfahrenstechniken können nach aktuellen Erkenntnissen ihre Versprechen auf eine dauerhafte Abtötung eines bestehenden Befalls leider nicht halten.

Zu Frage 4) "thermoverfahren: wäre es besser? Kann man das Gerät beispielsweise bei boels mieten?"
Selbst wenn die entsprechende Gerätetechnik irgendwo zu mieten wäre (was meiner Kenntniss nach nicht der Fall ist), gehört zur Durchführung eines solchen Verfahrens doch noch ein wenig mehr an Fachwissen und Technik dazu.

Mit den besten Grüßen aus Franken

Lutz Parisek



Vielen...



.....dank für die ausführlichen Erklärungen. Leider konnte ich bislang keinen Sachverständigen bei uns finden. Das haus steht in 52393 hürtgenwald-Vossenack. Ich brauche auch kein ausführliches Gutachten sondern nur jemanden, der mir sagt ob und wenn ja was für ein Befall besteht.
Kennt jemand einen solchen Sachverständigen ??
Vielen dank!
Tom