Schächte zur Kellerbelüftung ? in alter Brennerei

15.08.2010



Hallo,
unser Haus, ehemalige Gutsbrennerei in Meck-Pomm,hat einen großen Kreuzgewölbekeller mit Feldsteinfundament und -wänden, Ursprung etwa 1750. An der Außenwand sind innen an der Kellerdecke mehrere senkrechte, gemauerte Öffnungen nach oben von ca 20x20 cm vorhanden, die sich nach oben verjüngen und in der Außenwand münden, welche aus 75 cm dickem Ziegelmauerwerk besteht.
Was kann die Funktion dieser schmalen Schächte gewesen sein? Entlüftung? Oder besteht ein Zusammenhang mit der Nutzung als Brennerei? Kennt sich jemand mit dem typischen Aufbau so einer Brennerei aus? Heute sind die Schächte von oben verschlossen, so daß sie nur bis ca. 80 cm einzusehen sind.
Vielen Dank für aufschlussreiche Antworten.





Gibt es keine Fotos?

Grüße aus Schönebeck



forum 149413



Leider momentan nicht, frühestens in 1 Woche.
Gruß





Na dann eben ne Skizze.

Grüße aus Schönebeck





Hallo,

Brennereien haben ein feuchtes Innenklima, m.a.W. da will was abgeführt werden. Könnten Sie gut aktivieren.

Grüße





Na gut, mein Skizzenversuch:

Herr Beckmann, kennen Sie sich näher aus mit alten Brennereien, haben Sie Unterlagen oder wissen Sie, wo weitere Informationen zu bekommen sind?

Gruß





Die Mündung ist also nicht an der Außenseite des Mauerwerk?

Grüße aus Schönebeck



Kellerbelüftung



Diese Schächte lassen breiten Raum zum Spekulieren.
Ich kann mir z.B. vorstellen, das die Schächte mit der Gärungskohlensäure zusammenhängen.
Beim Gären der Maische entstand CO², das abgelüftet werden mußte.
Dazu mußten diese Schächte aber ins Freie münden.
Vielleicht wurden Sie später verschlossen, als die Brennerei aufgegeben oder eine Zwangsbelüftung eingebaut wurde?
Unabhängig davon mußten Arbeitsräume belüftet werden, ohne Fenster ging das eben nur so.
Wenn im Keller gebrannt wurde gab es einen Brennkessel, das Feuer brauchte einen Schornstein als Abzug und Zuluft. Die Schächte konnten auch Zuluft geliefert haben.
Dann könnten sie auch zum Materialtransport als Rutsche gedient haben.

Unabhängig von all diesen Spekulationen halte ich es für wenig wahrscheinlich, das ein Arbeits- und Produktionsraum in einen fensterlosen und damit finsteren Raum ohne natürliche Lüftung eingebaut wurde. Dafür brauchte man Tageslicht und Luft.

Viele Grüße



Schachtöffnungen, Schütten



Schütten und Kellerfenster sowie Außenzugang sind vorhanden, habe ich vergessen zu erwähnen. Wo genau die Schachtöffnungen im Nirgendwo enden, ist nicht mehr festzustellen, da sie von oben verschlossen wurden und die Außenwand mit dem furchtbaren LPG-DDR-Rauhputz zentimeterdick zugekleistert ist in einer unüblichen sagenhaft festen beständigen Qualität. Wir wissen noch nicht, ob wir uns das antun, alles manuell abzuschlagen.
Als Anmerkung zum CO2: Das müßte wegen der Tendenz, sich am Boden anzusammeln, auch ebenda und nicht in der Decke entlüftet werden, oder? Die Schächte stammen jedenfalls offensichtlich aus der Bauphase und sind nicht nachträglich eingebaut.
Grüße





Was war über dem betreffenden Kellerraum?

Grüße aus Schönebeck



Zugöffnungen



Über dem Kellerraum war die Wohnung des Brennmeisters.
Nach einem Nachmittag googeln habe ich vermutlich die Antwort auf meine Frage nun gefunden: Im Vormaischraum und im Gärraum waren kleine verschließbare Zugöffnungen zur Belüftung üblich. Das entstehende CO2 wurde über einen Kamin mit bodennaher Öffnung abgeleitet. Dies ist zu finden in :http://books.google.de/books?id=Aa45AAAAcAAJ&pg=PA3&lpg=PA3&dq=geb%C3%A4ude+brennerei&source=bl&ots=e-HEi4mlpc&sig=4YrCZSq-WWipWpymfUhO4av13Bg&hl=de&ei=vMRqTNeLOqKVOP6LzY0J&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=15&ved=0CEcQ6AEwDjhQ#v=onepage&q=geb%C3%A4ude%20brennerei&f=false
aus: ...Anlage und Einrichtung von ländlichen ...Brennereigebäuden, Berlin 1836.

Allen, die mit überlegt haben, ganz herzlichen Dank!