Schadstoffsanierung Raum Chemnitz

10.10.2019 Dieter



Wir haben aufgrund körperlicher Beschwerden eine Schadstoffanalyse des Hausstaubs auf dem Dachboden und der unteren Etage durchführen lassen.
Leider wurden etliche Schadstoffe in leicht bis stark erhöhten Konzentrationen in unserem Fachwerkhaus festgestellt.

Unter anderem wurde nachgewiesen:
Arsen, DDT in höherer Konzentration, Propiconazol, diverse Flammschutzmittel, diverse PAKS.
Zudem konnte unser Verdacht auf den Einsatz von DDR-Holzschutzmitteln (Hylotox 59- Lindan und PCP (gering) ) erhärtet werden.
Die Flammschutzmittel wundern uns weniger, da beim Einzug neue Möbel und Laminat angeschafft worde, die diese MIttel höchstwahrscheinlich enthalten. Wir heizen auch mit Holz. Dies würde das Vorhandensein der PAKs erklären.

Wir haben zudem eine Auswertung eines Baubiologen bekommen, dass es beim Weiternutzen des Hauses dringend saniert werden muss. Das betrifft vor allem die Deckenbalken der Zimmer und den Dachstuhl. Diese Hölzer weisen auch einen alten Holzwurmschaden auf, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vor vielen Jahren mit Holzschutzmitteln behandelt worden ist.

Meine Frage: Welches Vorgehen ist jetzt sinnvoll? Wir suchen zudem einen Experten für Schadstoffsanierung/Zimmermann im Raum Chemnitz. Eventuell wäre auch eine zweite Meinung zu den Messergebnissen hilfreich, um die Dringlichkeit der Sanierung bestimmen zu können.



multiple Problemlage



Moin Dieter,

über hundert Leute haben gelesen - keiner schreibt.

das hat wohl etwas damit zu tun, dass man durch deinen Text ziemlich erschlagen wird von der Vielzahl der Probleme.

Zunächst einmal muss man sagen, dass es für alle diese Dinge einen Normbereich gibt und bei zum Beispiel ab 3-4 facher Überschreitung dessen man über Lösungen nachdenken muss, wenn man selbst unangenehme Gerüche oder gar Hautrötungen, Schleimhautveränderungen an Mund, Nase und Rachen feststellt, auch schon bei geringeren Werten.

Das Problem sollte nun verschiedenen Seiten angegangen werden: Hölzer, die durch Wurmbefall und eingebrachten Schadstoff doppelt befallen sind, würde ich auswechseln. Sollten sich diese nicht wechseln lassen (z.B. Deckenbalken- die statisch aber noch gesund sind) muss der Schädling abgetötet werden (z.B. thermisch) und dann kann das Holz versiegelt werden, damit kein weiteres Ausgasen stattfindet. Häufiges Lüften ist natürlich sowieso angesagt.

Bei Füßböden genügt es häufig die Schadstoffe durch Abschleifen weitgehend zu eliminieren. Danach versiegeln.

Schließlich möchte man keinen Totalabriss - deshalb würde ich nach der Bearbeitung des Hauses nochmals den Mann mit der Gasanalyse durchs Haus schicken und die eigene Nase befragen.

Falls dann an irgendeiner Stelle noch was zu machen ist - gut, das ist dann aber fest umrissen.

So, wie du es geschildert hast, liest es sich fast wie Argumente suchen, um das Projekt zu kippen - das ist fatal.

mfg

Karl





Hallo Karl,

danke für Deine Antwort. Leider ist es eine multiple Problemlage, ja. Das Projekt soll definitiv nicht gekippt werden, solange das Verhältnis zwischen Arbeitsaufwand, finanziellen Mitteln und Resultat stimmt ;) Wir leben seit Ostern in unserem kleinen Häuschen und lieben es mit allen Ecken und Kanten.

Leider überschreitet der DDT- Wert den Normwert um ein Vielfaches im Wohn- und Dachbereich. Auch PAKS wurden in erhöhten Konzentrationen außerhalb des Normbereichs festgestellt. Die anderen Schadstoffe finden sich speziell auf dem Dachboden, der ausgebaut werden soll. Nüchtern betrachtet haben wir uns vom Dachstuhl bereits verabschiedet. Zwei Zimmermänner rieten uns ebenfalls dazu.
Wir haben nochmal mit dem Vorbesitzer des Hauses gesprochen.
Er selbst hat seit ´91 zumindest keine weiteren Mittel ins Haus eingebracht. Er selbst hat die Lehmdecken im Erdgeschoss und Mittelgeschoss herausgenommen. Zu der Zeit ist auch der (alte) Holzwurmschaden in den Deckenbalken im Wohnzimmer festgestellt worden. Theoretisch sollte von den Balken keine unmittelbare Gefahr ausgehen, wenn die Angaben stimmen. Das stimmt uns erstmal positiv.
Wir benötigen laut Zimmermann erstmal einen Bauplaner und einen Bauantrag für das Dach. Ein Schadstoffexperte wäre trotzdem hilfreich in dem Gebiet.

Vom Versiegeln der Hölzer wurde uns abgeraten, da dort kein hundertprozentiger Schutz gewährleistet werden kann.

Die Prüfung wurde gerade wegen den gesundheitlichen Problemen (Autoimmunerkrankung, die deckungsgleich mit Beginn der Bauarbeiten im Dezember letzen Jahres) durchgeführt, wenngleich zu Vermuten ist, dass die Einwirkzeit der Stoffe viel zu kurz war, dass die Krankheit dadurch ausgelöst wurde (unter normalen Umständen). Unangenehme Gerüche können wir von den Balken ausgehend eher negieren. Die kommen eher aus dem vom Vorbesitzer schlecht sanierten Feuchtkeller.



kleines ABC aus dem Internet



"Altlasten" und neue Substanzen - eine Gefahr für die Gesundheit?

Chemikalien haben sich für den Menschen als durchaus nützliche Stoffe erwiesen. Mit dem Beginn der modernen Chemie hat sich die Anzahl der Verbindungen explosionsartig vermehrt. Manche Verbindung, deren Eigenschaft sich auf den ersten Blick als positiv darstellte, zeigte gerade in der langfristigen Wirkung auf die Menschen krankmachende oder sogar tödliche Wirkung. Ein Beispiel hierfür ist der zunächst völlig sorglose, großzügige Umgang mit DDT als Insektenschutzmittel (Biozid). Erst viel später zeigte sich, dass dieses Mittel auch dem Menschen und der Umwelt langfristig schadet.


Was tun bei einer Belastung?

Wenn eine Belastung mit Raumluftgiften oberhalb des Schwellenwertes festgestellt wurde, sollte zunächst die Quelle ausfindig gemacht werden. Durch eine Betrachtung der verbauten und eingesetzten Materialien, könnte man dies überprüfen. Eine anschließende Analyse der in Frage kommenden Materialien bieten wir Ihnen gerne kostengünstig als Folgeanalyse an, um letztendlich die Emissionsquellen genau zuordnen zu können. Rufen Sie uns an oder schicken Sie eine Email. Wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung!

Nach Feststellung der Quelle bleibt in der Regel nur die Möglichkeit, die mit Giftstoffen belasteten Gegenstände bzw. Baustoffe aus der Wohnung zu entfernen oder langfristig zu versiegeln. Der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sollte zudem grundlegend in Innenräumen vermieden werden (z.B. Hunde- und Katzeninsektizide, Insektizidsprays).

Tipps:
##Bei behandelten Balken reicht evtl. auch das Abhobeln um ca. 3 mm. Das Abschleifen kann, wegen der Staubentwicklung demgegenüber, nicht empfohlen werden
##Weiter können belastete Oberflächen auch mit einer Dampfsperre (dampfdichte Folie) versehen werden. Als geeignet hat sich neben einer Spezialfolie insbesondere Aluminiumfolie, im Verbund mit einer Rauhfasertapete oder Rigipsplatten, erwiesen.
##Entfernung der Fugendichtmasse, evtl. Versiegelung (Beratung durch Architekten)
##Parkett entfernen oder mittels spezieller Folie und Auslegware abdecken


Auf jeden Fall ist sehr bedenklich, wenn einer der Bewohner unter einer Autoimmunerkrankung leidet! Da würde ich vermutlich nicht groß experimentieren und mir eine neue Bleibe suchen. Man lebt nur ein Mal!

Und hier ist noch ein Beitrag aus diesem Forum!

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/lindan-dachstuhl-56041.html