Schadstoffbelastung Dachbalken/-verkleidung

23.04.2019 HaLo



Hallo liebes Forum!
Ich freue mich sehr, hierauf gestoßen zu sein :).
Kurz zu unserem (zukünftigen) Haus:
Es ist ein Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde irgendwann aufgestockt, wobei ich nicht weiß, was das genau heißen soll, vermutlich in den 20ern oder 30ern. Dann wurde das Haus '65 erweitert, nämlich um ca 1,5m an der Südseite (davon haben wir Pläne).
Abgesehen davon, dass bei der Erweiterung natürlich noch einige andere Schadstoffe, zum Beispiel Asbest im Putz, verbaut worden sein könnten, befürchte ich das vor allem für das Dach. Der überwiegende Teil der Dachbalken ist Gott sei Dank noch original, ca. ein Viertel wurde aber ausgetauscht. Außerdem sind die Balken nach außen hin mit Latten verkleidet.
Nun meine Fragen dazu: die Latten sind grünlich, kann ich dann davon ausgehen, dass keine anderen Holzschutzmittel wie Lindan dran sind? Bei den Balken wäre das möglich, aber wir werden den Dachboden nicht nutzen und wollen ihn auch nur nach unten dämmen. Wäre das ggf. ausreichend, um Probleme mit Holzschutzmitteln auszuschließen?
Ich wollte das Holz eigentlich analysieren lassen, habe aber leider zu wenig davon mitgenommen und der Verkäufer war schon da sehr misstrauisch.
Wir haben bei dem Haus ein gutes Gefühl, es ist für die Lage und Größe und den Zustand sehr günstig, deshalb werden wir es jetzt, ohne da Genaueres zu wissen, sehr wahrscheinlich kaufen. Falls da aber jemand etwas dazu sagen kann, würden wir uns sehr freuen.
Danke schonmal :).



Moin,



Wieso sollte im Putz Asbest sein?
Wenn die Latten grün oder orange sind ,dann sind die mit Borsalz behandelt wieso Lindan?
Wenn asbesthaltige Dacheindeckung vorliegt ist das auch kein Problem, denn ist sie OK kann man sie belassen, ansonsten neu eindecken.
Panik ist ein schlechter Ratgeber bedeutend besser ist es sich richtig zu informieren.



guten Morgen!



Und danke für die Antwort :)!
Panisch bin ich nicht, ich versuchte nur abzuschätzen, was sein könnte.
Und da es immer heißt, ein Haus aus den 60ern enthält immer irgendwo Asbest, könnte ja im Putz - zum Beispiel - welcher sein. Oder nirgends. Das macht mir aber keine Sorgen, ich habe nur laut gedacht, was so an Schadstoffen da sein könnte.
Genau, bei den Latten dachte ich eben, dass sie ja behandelt sind und deshalb vielleicht sonst nichts mehr drin ist. Aber ich kenne mich leider zu wenig aus und habe da auch im Netz keine Antwort gefunden.
Die Balken sind nicht grün. Aber orange ist auch mit Salz behandelt? Das könnte gut sein.
Aber wenn nicht, falls die Balken mit üblerem Zeug behandelt wurden, habe ich mich gefragt, ob man sie austauschen sollte oder ob Abdichten reicht.



Verkäuferhaftung



ist denn der Verkäufer auch derjenige, der zu Um/anbauzeiten das Haus bewohnte?



Jain



Es ist sein Elternhaus. '65 müsste er etwa zehn Jahre alt gewesen sein.



Verkäuferauskunft



ok, dann sollte der Verkäufer ja ein Interesse haben, wahrheitsgemäße Auskunft zu geben - sprich, der Entnahme einer Holzprobe vom Dachstuhl zuzustimmen. Selbst wenn es nicht zum Kaufvertrag mit Euch kommt, kann er solchen zukünftigen Fragen korrekt begegnen. Habe ich richtig verstanden, dass eine Kaufentscheidung eurerseits wirklich nur von der evt. Schadstoffbelastung abhängig ist ?



Das ist eher eine emotionale Sache



bei dem Verkäufer. Er will uns da nicht hintergehen oder etwas verstecken/verheimlichen. Das geht eher so in die Richtung: "wie kann man anzweifeln, dass meine Vorfahren da hervorragende Arbeit geleistet haben?". Oder so. Deshalb kann ich auch nicht nochmal Proben nehmen. Wenn er das Gefühl hat, wir können das nicht wertschätzen, wird er es uns nicht verkaufen.
Ja, wobei ich denke, wir kaufen es in jedem Fall. Das Haus ist wirklich günstig und die Lage ist super. Wir könnten uns nur keine umfangreichere Dachsanierung leisten...



Lueber nichmal Nachdenken



Sie schreiben: "Wir könnten uns nur keine umfangreichere Dachsanierung leisten..." . In diesem Fall würde ich nochmals über den Kauf nachdenken.

Sie müssen davon ausgehen, dass durch diese vielen Umbaumaßnahmen auch auf sie einige Renovierung zukommen werden. Vielleicht nicht jetzt, aber bald.

Legen sie auf jeden Fall etwa 15-20% des Kaufpreises für Renovierungsmaßnahmen zurück. Eine Dachneueindeckung hörte eher zu den kleineren Dingen.

Oder anders gesagt, steht doch eine Sanierung der Heizung und Elektrik und gegebenenfalls eine Badsanierung an, muss man aktuell mit etwa 1200 € pro Quadratmeter Wohnfläche an Sanierungskosten rechnen.



Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt...



Das Haus muss ziemlich komplett saniert werden. Elektrik, Heizung und Bäder auf jeden Fall. Aber zusätzlich eine Dachstuhlsanierung bekommen wir finanziell nicht mehr unter. Deshalb war meine Frage, ob eine Abdichtung nach unten machbar wäre, falls die Balken belastet sein sollten.