schadhafte Fußpfette

15.07.2020 Birnbaum

schadhafte Fußpfette

Hallo und einen schönen guten Abend


Wir besitzen ein ehemaliges Fachwerkhaus im Oderbruch, Baujahr ca.1750-1800.
Unsere Aussenmauern sowie ein Teil der Innenwände wurde im vergangen Jahrhundert Massiv bis direkt unter die Fusspfetten untermauert.

Nun haben wir in unserer Speisekammer die schadhafte Staakendecke bis auf die Deckenbalken entfernt.
Eine Lehmdecke soll hier auch keinen Einzug mehr halten.

Das Problem ist nun das die Fußpfette im oberen Bereich sehr morsch ist; höchstwarscheinlich war hier einmal das Dach undicht; im Nebenraum ist die Pfette im guten Zustand.

Jetzt habe ich verschiedene Sanierungsmaßnahmen im Kopf.

1.
und mein absoluter Favorit ist, die Fußpfette Stückweise heraus zutrennen und Stückweise durch bewehrtes Mauerwerk mit Vollziegeln zu ersetzen.
Dies hätte den Vorteil das hier niewieder Fauliges Holz entstehen würde; weder durch Regen noch durch Tauwasser.
Des weiteren könnte ich Balken für Balken untermauern. Unter dem Raum ist unser Keller mit Gewölbedecke, worauf ich die Balken zeitweise abstützen müsste.

2.
Man scheidet den oberen Bereich der Pfette bis auf gesundes Holz runter und doppelt auf die urprüngliche Holzstärke wieder auf.

3.
Die Pfette wird als ganzes ersetzt.
Hier müsste ich jedoch beide Deckenbalken zeitgleich auf der Gewölbedecke abstützen.



Mein Bedenken bei Variante 1 ist die Mauer unter der Fußpfette:

im Kellerteil haben wir eine 50er Wand aus Vollziegeln; ca. 2m hoch

darüber ist eine 32er Hohlwand aus Hochlochtonziegeln (Ein-Stein, Kein-Stein, Ein-Stein); ca 1,7m hoch.


Somit sind wir auch bei meinen Fragen:

1.
Ist die Lastabtragung in das darunter liegende Mauerwerk denn grundlegend unterschiedlich zwischen Variante Holzbalken oder bewehrtes Mauerwerk?

2.
Müsste ich das bewehrte Mauerwerk in irgend einer Weise mit dem umliegenden Mauerwerk oder der Fußpfette des Nachbarraumes verankern?

Sowie Ich es einschätze sind die Nachträglichen Untermauerungen nicht mit der Dachboden / Deckenkonstruktion verankert.
Die Decke besitzt auch keine Scheibenwirkung, falls das relevant sein sollte.


Wir bedanken uns schon einmal vielmals für Ihre Antworten.



Detailfoto



kannst Du mal ein Detailfoto machen , auf welchem zu sehen ist, wo genau die morschen Stellen sind und wie weit nach unten die gehen. Sind die Deckenbalken auf die Fußpfette aufgekämmt oder nur aufgelegt?



Die Deckenbalken


Die Deckenbalken

sind nur aufgelegt; einer trägt keine Last der zweite eine Stütze zur oberen Pfette, allerdings wurde dieser mittig im Raum zusätzlich auf der Gewölbedecke abgestützt.

Das Foto ist nicht optimal, ich mach morgen mal bessere.

Ich kann jedenfalls mit einem Madenzieher schön ins Holz piecken im oberen Bereich.



Achso,



Die Balken sind unten ausgeklinkt. Was bedeutet denn aufgekämmt?



Deckenbalken



ich meine damit, ob sie mit der Mauerbalken verzahnt sind, also gegen Verschiebung gesichert. Auf diese Weise können sie das Herausschieben des ehemaligen oberen Rähmes ( fußpfette) nach außen verhindern, so bildet sich eine Art Ringanker. Deshalb geht es auch nicht, den Balken einfach zu entfernen und durch Mauerwerk zu ersetzen, die Balken verteilen die Last, die durch die Dachsparren auf das Mauerwerk eingetragen werden in waagerechter Richtung. Zuerst müßtest Du mal den ganzen Mulm auf den Balken entfernen, sodaß man sieht, was davon überhaupt noch übrig ist. Hat sich das ganze mal ein Zimmermann vor Ort angeschaut?