Badezimmer Wände und Decke wie aufbauen wegen Feuchtigkeit?




Hallo Leute,

Bin gerade dabei mein Haus zu Restaurieren das heißt ich bin beim Rückbau weil vieles schön in Styropor eingepackt gewesen war.
Nun bin ich beim Bad angekommen. Hier muss ich noch eine Wand versetzen die nachträglich eingebaut wurde. Ist so auch zu klein. Die Außenwände sind mit ausgefachten Lehmsteine aufgebaut. Nun hat man ein Drahtgeflecht aufgenagelt und es mit Zementputz verputzt darauf dann die Fliesen (Panelhöhe). Im oberen Bereich ist Zementputz.
Da ich geplahnt habe die ganzen Außenwände von innen mit Strohlehm ca 15cm mit Strohlehm zu Isolieren will hole ich den ganzen Zementputz samt Geflecht erst einmal runter.

Aber wie dann im Bad weiter?
Lehmputz im Bad? Läuft mir da nicht der Lehm beim duschen von der Wand? Wie der Untergrund für den Fliesenbereich?
Die einzige Idee die ich jetzt im Moment hätte währen grüne Rigipsplatten.

Ich Danke für jede Hilfe und Anregung.
Gruß Herbert



Badeinbau



Keine gute Idee, die Sie da haben.
Strohlem im Badbereich als Fliesenuntergrund ist zu riskant.
Man sollte es mit Diffusionsoffenheit und Kapillarität nicht übertreiben, spätestens im Spritzwassernbereich sollte Schluß sein.
Ich empfehle Ihnen folgende Vorgehensweise:
Kontrollieren Sie durch ein oder zwei Probeöffnungen wie die Fachwerkwand, vor allem die Schwelle, die letzten Jahre hinter der Bekleidung überstanden hat. Erfahrungsgemäß ist die Abdichtung am Fußpunkt, also der Übergang Wand- Duschtasse bzw. Wand- Fußboden der Schwachpunkt im Bad.
Falls alles in Ordnung sein sollte und der Zementputz eben und fluchtend ist können Sie ihn als Trockenputzträger weiter verwenden. Kleben Sie vollflächig Wedi-Platten 20, besser 30 mm stark auf die Außenwand als Innendämmung, Fliesenträger und Dampfsperre. Damit sichern Sie die Fachwerkaußenwand vor dem Auffeuchten durch Kondensat und Spritzwasser. Die anderen Wände können Sie mit Trockenputz versehen (GKI, grüne Gipskartonplatten aufgeklebt), wenn sie nicht im unmittelbaren Spritzwasserbeich liegen. Um ein anständiges Lüftungs- und Heizungsregime im Bad kommen Sie trotzdem nicht herum.
Unterschätzen Sie nicht die Abdichtungsproblematik!

Viele Grüße



Badezimmer



Mit Gki und Wedi-Platten würd ich mich schwer tun....wobei ich konstruktiv im Gegensatz zum Georg (noch)keine Detaillösung bieten kann.
Bei der Feuchtebelastung im Badezimmer wird am Lehm so schnell gezweifelt,in der Küche ist das aber ohne weiteres machbar(mal so pauschal dahin gesagt)ich frage mich aber ob die Feuchtebelastung in einer Küche nicht viel größer ist.
Küchen sind meist eher durchgängig beheizt,ist im Badezimmer aber auch möglich.
Oberflächen wasserabweisend hin zu bekommen,ist auch mit "natürlichen Material" machbar,Tadelakt,Kalkglätte,etc.mit Sicherheit sehr anspruchsvolle Arbeitstechniken und nicht von jederman ausführbar,aber möglich und wenn s der Fachmann macht.
@Herbert ich würde Abstand von so einer dicken Strohlehmdämmung nehmen,bringst du die auf einmal ein,so wie Stampflehm,verschimmelt dir das Stroh mit Sicherheit in der Trocknungsphase.Wäre auch dauerhaft unsicher ,es gibt geeigneteres Material, welche die Feuchte besser transportieren wie Stroh.

Grüße Martin



Bad im FWH



historische Baustoffe vs. moderne Baustoffe
Das wir hier immer wieder kontrovers diskutiert.
Ich tendiere zu den modernen Baustoffen, da wo es sinnvoll ist und es keine wirklichen Alternativen in der Historie gibt.
Häuser, auch alte und unter Denkmalschutz stehende, werden heute anders genutzt als zu der Zeit als sie neu waren.
Z.B. haben sie Heizungs- und Sanitäranlagen.
Im Badezimmer würde ich auf XPS (z.B. Wedi, Lux o.a.) oder GK setzen. Richtig eingesetzt und verarbeitet gibt's da keine Probleme.
Und Tadelakt kommt ursprünglich aus Marokko, das passt auch nicht wirklich in ein hiesiges altes Haus.
Ich baue seit Jahren bodengleiche Duschen und bis heute funktionieren sie.
Viel Erfolg





Genau diese bodengleichen Duschen sind in FW- Häusern neben Wasser- und Heizungsleitungen die kilometerweit durch Holzbalkendecken gezogen wurden der Schadensverursacher Nr.1



Das



Tadelakt ursprünglich aus Marokko kommt und deshalb nicht in hiesige Häuser gehört,kann ich so nicht teilen.
Wo ist die Grenze was wo herkommt ,Techniken,Materialien,Verfahren,wer hat s rechnen erfunden,wer den Putz ,die Fliesen ,Terrazzo....nimmmt kein Ende.
Wäre unsere Bauerei nicht durchs "Ausland" geprägt sässen wir noch im Pfahlbau.
Das wir andere Nutzungsbedingungen haben ,wie unsere Vorfahren ist klar ,das gilt aber für alle bewohnten Räume.
Aber auch wir Fachwerkbewohner/besitzer leben doch alle völlig unterschiedlich in unseren Häusern,was Anspruch und Nutzungsverhalten betrifft.
Und ich bin der Meinung das ich mich auch meinem Haus anpassen kann,genauso wie ich mein Haus für mich passend machen kann und das mit überwiegend historischen Techniken und Materialien.

Grüße Martin



Schaden bei bodengleicher Dusche



@ bpB
Auf dem Foto erkennt man einen Deckenschaden.
Ob der durch eine bodengleiche Dusche entstanden ist kann ich glauben oder auch nicht.
Das Problem ist nicht die bodengleiche Dusche sondern eine unqualifizierte Arbeit.
SG





Nun, es interessiert den neuen Eigentümer dieser Wohnung nicht ernsthaft ob für diesen Schaden, hier im Bilde, ein unqualifizierter Handwerker, eine beschissene Konstruktion oder nur eine das Zeitlich gesegnete Dichtung ursächlich ist.
Ihn interessiert jetzt erstmal wer die Kosten (ca. 15 bis 20t €) übernimmt.



…und



hätte man die verkleidete Wasseruhr tropfen gesehen dann hätte man jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Hausschwamm in der Bude.



moderne vs. konservative Materialien



@ Baumläufer
Ich habe nichts gegen Tadelakt.
Ich habe auch nichts gegen historische Baustoffe.
Ich habe aber etwas gegen das kompromisslose Ablehnen von modernen Baustoffen. Wenn sie sinnvoll eingesetzt werden, sind sie sehr hilfreich.
Ich selbst wohne in einem über 360 Jahre alten FWH.
Z.Z. bin ich dabei es zu sanieren, modernisieren, reparieren und was sonst noch für bauliche Tätigkeiten erforderlich sind.
In dieser langen Zeit – immerhin zwölf Generationen – ist dieses Haus von vielen Menschen bewohnt worden.
Es wurde repariert und umgebaut. Jeweils nach den Vorstellungen und Möglichkeiten der jeweiligen Eigentümer. Und nicht immer im ursprünglichen Stil.
Von Barock über Jugendstil bis zur Moderne ist alles Mögliche vertreten.
Bauunterlagen existieren nicht mehr; vieles lässt sich an diversen Fragmenten und Funden ablesen.
Und nicht alles, was die Altvorderen gemacht haben, ist so wie es sein sollte.
Pfusch und sonstige mangelhafte Bauausführung ist kein Privileg der Neuzeit.
Auch heute gibt es qualifizierte Fachleute mit dem erforderlichen Knowhow.
Jetzt stellt sich die Frage: Wie richte ich ein solches Haus sinnvoll her?
Ich werde soviel wie möglich der bestehenden Bausubstanz instandsetzen.
Aber ich baue auch moderne Baustoffe ein.
Ich will in dem Haus wohnen und es nicht als Museum herrichten.
In diesem kurzen Abriss habe ich nur das wesentlichste geschrieben. Es ist sicher ein Thema über das man ausführlich diskutieren kann.
Aber ich will mich nicht allzuweit von der Beantwortung der Eingangsfrage entfernen; ich denke, diese Sicht ist für die Beantwortung auch hilfreich.



Wasserschaden



@ bpB
gehören die beiden Bilder zusammen?
Was man auf dem Foto (forum 206833) sieht, ist keine qualifizierte Arbeit. Eine Dusche war es sicher nicht.
Das Foto (forum 206830) stammt doch sicher nicht aus einer bewohnten Wohnung, oder?
Ich vermute eher einen Dachschaden in einem leerstehenden Haus.
Und solche Schadensbildern sind als Mahnung sehr hilfreich; aber damit sollte man nicht pauschal z.B. bodengleiche Duschen verunglimpfen.
Sie funktionieren – wenn die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden – einwandfrei.





Ob es eine qualifizierte Arbeit war oder nicht sei doch dahingestellt, es hat 20 Jahre funktioniert und irgendwann wurde da was undicht.
Die Verlegung der Wasserleitungen unter dem Motto “Aus den Augen aus dem Sinn” hat den eigentlich kleinen Schaden, den so keiner bemerken konnte, erst zu einem so großen werden lassen.

Ich habe übrigens auch nichts gegen moderne Baustoffe, Holz- und Fachwerkhäuser gelangen gelegentlich an ihre Grenzen was die Wahl der modernen Baustoffen betrifft die ihnen so angebastelt werden.
Qualifiziertes Handwerk kann auch etwas mehr Fingerspitzengefühl und etwas weniger “geht nicht gibt’s nicht” sein



Undichtigkeit im FWH



@ bpB
Mir scheint, Sie haben meine Ausführungen nicht gelesen.
Der in Ihrem Bild gezeigte Schaden ist ja nicht von heute auf morgen entstanden und so wie es aussieht hat man es lange übersehen.
Und mein Motto haben Sie auch missverstanden. Schade eigentlich.
SG





Der Schaden aus dem Beitrag 206833 ist Brand neu, ich mache grade das Gutachten und die Sanierungsanweisung dazu.
Er ist nur sichtbar geworden weil der Fliesenleger keine Garantie für den bereits liegenden Fermacellestrich geben wollte.
Erst als dieser dann raus war wurde der Schaden sichtbar.



Ich



lehne moderne Baustoffe doch gar nicht pauschal ab!

Ich wollte nur anregen mal über Alternativen wie Wedi und Gkp
nach zu denken.
Georg s Vorschlag wird fachlich ausgeführt, funktionieren,er ist in meinen Augen einer der wenigen hier der wirklich konstruktive Detaillösungen bietet.
Lösungen kann ich auch dahin gehend finden ,mich zu fragen ,brauch ich eine Dusche,wo der Einbau und die Dichttechnik ,Wand,Boden ,viel komplizierter ist ,wie bei einer freistehenden Wanne.
Bin ich bereit mein Verhalten,lüften,heizen,mit Wasser umgehen evtl. dem Haus anzupassen.
Deshalb leb ich nicht im Museum!

Grüße Martin



Badezimmer Wände und Decke wie aufbauen wegen Feuchtigkeit?


Badezimmer Wände und Decke wie aufbauen wegen Feuchtigkeit?

Hallo Leute,

ich komme leider erst jetzt zu einer Antwort möchte mich aber erst einmal für dir rege Beteiligung ´bedanken.

Tja ich bin mir zwar noch nicht wirklich im Klaren was ich denn nun nehme habe aber erst einmal das alte zeug alles runter gemacht.
Da ich feststellen musste das die ganzen Gefäche lose sind werde ich die ehe neu machen müssen.
Martin,
Du hast in einen anderen Beitrag von mir schon geschrieben das ich Dreikantleisten verwenden soll oder das eine Nut rein muss. Also es ist eine „angedeutete“ Nut vorhanden.
Diese ist aber nur so 2 bis 3 mm tief. Ehe wie mit dem Stemmeisen eingekratzt. Ich denke mal, dass dieses nicht wirklich ausreicht. Wie tief müsste diese Nut sein und kann ich die mit einer Säge einbringen. Dreikantleisten würde ich sonst so ca. 200m brauchen. Naja wie es so ist jeder Euro Zählt den man sparen kann, wobei es nicht an der Qualität hängen bleiben soll.
Im Bezug auf Strohlehm habe ich gerade Anfragen nach Holzhackschnitzel rausgeschickt. Dieses scheint nach Stroh die kostengünstigste Alternative zu sein. Wobei der Dämmwert wohl geringer ist.
Ich habe ca. 160m² Außenwände wobei Fenster und Türen schon weg sind. Bei 20cm währen das 32m³ Leichtlehm. Wenn ich richtig recherchiert habe, mische ich Hackschnitzel und Lehm 1:3. Sprich ich würde ca. 20m³ Holzhackschnitzel brauchen.

Noch einmal auf das Bad zurück zu kommen.
Das Bad wird mit Fußbodenheizung ausgestattet. Es verfügt über 2 Fenster die über Eck liegen. Des weiterem könnte ich eine Automatische Abluftregelung über Ventilator (wie z. B. Kneipenklo) installieren.
Was würde dagegen sprechen?
1 Variante:
Holzleichtlehm Isolierung dann grüne Rigipsplatten und vollständig Fliesen.
2 Variante:
Holzleichtlehm Isolierung dann grüne Rigipsplatten und Fliesen auf Panelhöhe, oben Lehmputz.

Gruß Herbert