Holzwurm in Weichholzmöbeln: Kältemethode, Reichweite der Tiere




Hallo zusammen,

Diese Frage behandelt Fachwerkhäuser nur am Rande, aber ich wage mich trotzdem hierher. Wenn ich das falsche Forum erwischt habe, sagt bitte Bescheid (am liebsten mit einem Hinweis, wohin ich mich wenden kann).

Ich habe die Möglichkeit, einen Weichholzschrank zu erwerben, wobei der Vorbesitzer aber aufmerksam macht, dass er von Holzwurm befallen ist. Der Umschau in verschiedenen Foren (wie dieses) hat gezeigt, dass man die Würmer dadurch den Garaus machen kann, dass man das Objekt in eine Folie wickelt und danach in einen Kühlraum stellt. Die Folie kann organisiert werden, befreundete Bio-Bauern wären bereit, ihr Kühlraum zur Verfügung zu stellen, haben aber ein paar Fragen:
1) Wie kallt muss der Kühlraum sein? Reichen 2-4 °C?
2) Bleiben die Würmer bei dieser Methode im Holz drin oder versuchen sie herauszukriechen? Wenn sie herauskriechen, wie weit kommen sie? Die letzte Frage kommt daher, dass die Freunde komplett mit Weichholz eingerichtet sind und natürlich Sorge haben, dass die fliehenden Würmer aus dem Kühlraum sich sofort an die vorhandenen Möbel machen...

Vielleicht sind die Fragen unsinnig, aber ich bin da nicht so der Fachmann.

Danke im voraus

Lars



Kälte ?



Hallo !

Ich glaube kaum das 2-4 Grad reichen, dann wäre ja auch nach einem Winter jeder befallene Dachstuhl "wurmfrei".

Was aber funktioniert ist die umgekehrte Variante, stell das Ding in die Sauna. Ich glaub ab 60 Grad, Temperatur muß durch und durch erreicht werden, gehen die Tierchen und Eier kaputt.

Karsten



Bin ja Anfänger...



Hallo und Danke für die schnelle Antwort. Bezüglich der Kälte bin ich nur dem Vorschlag unter http://www.hausgarten.net/gartenpflege/pflanzenschutz/holzwurm-bekaempfung.html nachgegangen, wo es ja nichts über die Temperatur stand. Das mit dem Winter stimmt wohl schon, da müsste auch der Dachstuhl ausreichend durchgekühlt worden sein. Für weitere Meinungen bin ich aber offen!

Grüße

Lars



Im Gegentum!



Kälte macht dem Anobienbefall erstmal nicht soviel aus.
Das Wachstum der Larven wird eingeschränkt, aber nicht eingestellt. Beispiel: unbeheizte und ungenutzte Gebäude weisen im Winter mitunter die gleichen Temperaturen auf und ein Lebendbefall kann trotzdem nachgewiesen werden.
Mit Hitze dagegen ist den Halunken besser beizukommen.
Da die Larven zum großen Teil aus Eiweissen bestehen, gerinnt dieses ab einer Temperatur von etwa 55°C.
Also nicht in die Kältekammer mit dem Schrank, klappern Sie Ihre Bekannten eher nach einer brauchbaren Sauna ab.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Bei Frau Balser...



...auf der von ihnen angegebenen Website mischen m. E. sich ein paar Wahrheiten mit ein paar irreführenden Annahmen und ein paar wissenschaftlich nicht völlig nachgewiesenen Methoden.
Das sind halt die Freiheiten des WWW.
Grüße
Martin Malangeri





Hallo

jemand hier im Forum hatte mal den Vorschlag gemacht ein Möbel in schwarze Silofolie einzupacken (wahrscheinlich möglichst luftdicht) und ein paar Tage in die Sonne zu stellen. Der Vorschlag klang recht plausibel und ist gerade bei größeren Möbeln sicher eine gute Wahl. Auch ist die Belastung durch Feuchtigkeit in der Sauna natürlich höher als in der Folie. Ob das ganze funktioniert kann ich nicht sagen weil ich es nicht ausprobiert habe. Vielleicht findest du den Vorschlag hier nochmal.
Gruß
Dorothée



Sauna



@Dorothée

Schonmal in der Sauna auf das dort angebrachte Hygrometer geschaut ? Dort ist es extrem trocken, sonst würde man die Lufttemperatur von fast 100 Grad kaum aushalten.

Karsten





hallo

ich war noch nie in einer Sauna (solls auch geben). aber es wurden schon häufiger hier bedenken angemeldet das empfindliche Möbel die Luftfeuchtigkeit in einer Sauna nicht so leicht wegstecken würden. Es wird ja immer wieder mal nach tipps für Holzwurmmöbel :) gesucht.
danke für den hinweis.
Dorothée



Herr Loughborough und Herr Keylwerth


Herr Loughborough und Herr Keylwerth

haben nebenstehendes Diagramm entwickelt (welches ich gerade als Datei von der formidablen Website www.holzfragen.de des Kollegen Hans-Joachim Rüpke geklaut habe).
Mit ein wenig Geschick könnte man auch anhand der Tabellenwerte in der Sauna seiner Wahl ein Luftfeuchteverhältnis schaffen, welches dem Schrank (mit seinen normalhin etwa 8-12% rel. Holzfeuchte) nicht allzu abträglich ist. Für höhere Kulturgüter sollte man sich dann aber schon professionellerer Hilfe bedienen, für einen harmlosen Weichholzschrank wird es jedoch vermutlich reichen.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Gift muß 'ran!



Für die Sauna -Variante gibt es freilich ein schönes Hygrometer & Thermometer von Lauber, wo man die sich bei den aktuellen Meßwerten einstellende Holzfeuchte ablesen kann; es sei aber auf Folgendes hingewiesen:

In der Sauna könnten sich versprödete Leimverbindungen völlig lösen, Füllungen reißen, Türen verziehen etc.

Die Geschichte mit der schwarzen Folie wäre übrigends wohl der sichere Tod (für den Schrank).

Der einfachere und sicherere Weg wäre der örtliche Schädlingsbekämpfer. Der wird zuweilen auch eine Kirche, einen Dachstuhl o.ä. begasen, wo man für freundliche Worte und wenig Scheine das Möbel mit unterstellen könnte. Begast wird üblicherweise mit Zyanwasserstoff, ebenso giftig wie flüchtig, der Schrank wird noch eine Woche leicht nach Bittermandeln riechen, dann ist das Gas völlig fort.

Grüße

Thomas



Chmische Keule



Hallo !

Das wird wirklich mit Cyanwasserstoff gemacht, in schreklichem Zusammenhang auch besser als Zyklon B bekannt ? Scheint ja dann eine wirksame Methode zu sein :-(

Karsten



Auch mit Dynamit...



...kann man ja ganz unterschiedliche Dinge tun.

Mit Cyanwasserstoff werden auch z.B. Getreidemühlen begast, regelmäßig sogar, gegen verschiedene Schädlinge.

Grüße

Thomas