Lehmboden und Sauna

05.08.2010



Hallo an alle,

zuerst einmal: ich habe kein Fachwerkhaus, habe aber ähnliche Probleme. Mein Haus ist 1903 errichtet und hat im Keller ein ca. 3 m hohes Gewölbe. In zwei Räumen sind noch Lehmböden, die ich erhalten möchte. Ich habe sehr genau alle Eure Berichte und Ratschläge zu Lehmböden im Keller gelesen, aber leider keine Antwort auf meine, möglicherweise idiotische, Idee gefunden. In einem der beiden Räume möchte ich nun einen kleinen Saunabereich mit Nasszelle einrichten. Den Lehmboden kann ich im im Duschbereich kaum so belassen (grins), weshalb meine erste Bitte ein Ratschlag ist, ob ich dort besser einen leicht durchlässigen Klinker (ich glaube, dass das bei Euch "Backstein" heißt) oder besser einen Stein- oder Keramikbelag vollisolierend aufbringe. In beiden Fällen mache ich natürlich einen Ablauf darunter. Zweitens würde ich im restlichen Bereich nur "Wege" aus Holzdielen anlegen wollen und den Lehmboden im Rohzustand belassen. Meine Sorge ist aber, dass durch den Einbau der Sauna die Hitzeentwicklung doch so groß ist, dass der Boden austrocknet. Weiß jemand Rat? Vielen Dank Euch allen für ein paar Tipps



Moin Vito,



die Kellersaunen die ich kenne sind im Prinzip alle gedämmte Holzkisten mit E-Ofen in denen man schwitzt. Wie soll da Hitze an den Boden kommen?

Solltest du das ganze 3m-Gewölbe als Sauna nutzen wollen, vergiss nicht den Direktanschluss ans nächste Atomkraftwerk...;-)

Ich kenne umgenutzte Lehmbodenkeller, wo sie einfach Splitt abgezogen haben und darauf fugenlos Lochziegel verlegt, damit die Bodenfeuchte an die Raumluft abgegeben werden kann.

Der Duschbereich liesse sich mit verfugten Natursteinen realisieren, wenn schwer genug brauchts da keinen Beton drunter.

Und bitte nicht die Bilder vergessen, wenns fertig ist!

Gruss, Boris



Es existiert also...



...keine Sperre gegen aufsteigende Feuchte? Gleichzeitig soll ein stark schwankendes Raumklima entstehen, verbunden mit der kellertypisch miesen Belüftung? Starker Feuchteintrag durch's Saunieren?

Das halte ich für Quatsch. Sie versenken da Geld, und vermutlich reißen Sie das bald wieder 'raus. Eine gute Sanierungsmöglichkeit für Kellerräume bietet m.E. das i-Bausystem von Edmund Bromm, Forumsmitglied und über die Suchfunktion hier zu finden.

Grüße

Thomas





Ok, danke für die Empfehlung mit dem Atomkraftwerk :-) und auch danke für den Hinweis, dass es möglicherweise Quatsch ist.
Natürlich habe ich an die isolierte "Holzkiste" gedacht, aber eben trotzdem die Bedenken mit dem schwankenden Raumklima. Das Belüftungsproblem ist kein großes, weil - das Haus steht im Hang - zwei Fenster eingebaut sind, über die ich Lüften könnte. Aber die aufsteigende Feuchte ist sicher ein Problem. Also weg mit dem Lehmboden und isolieren?
Wäre schade ...



Moin Vito,



wo ist dein Problem? Was hat "aufsteigende Feuchte" mit deinem Boden zu tun?

Die (je Aufguss desto) feucht-warme Saunaluft, die nicht abgelüftet wird, kondensiert am kältesten Punkt im Raum, das kann durchaus dein nicht isolierter Lehmboden sein, aber im Winter auch die über die Erde ragende Kellerwand.

Wir haben einen recht trockenen Stampflehmboden in der Schune, der krümelt beim Fegen, reisst aber nicht auf. Und Saunaofenhitze steigt auch in deinem Keller nach oben....;-)

Gruss, Boris





die aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich in den Lehmboden ist wohl gemeint ...



O.K.,



habs verstanden, ich war bei der Saunaluft....

Wenn dir das "Natursaunafeeling" nix ausmacht, würde ich es so probieren, aber so planen, dass du auch nachträglich den Boden noch isolieren kannst.

Willst du nur Saunen/Duschen und dann rauf, oder da unten auch einen Ruhebereich einrichten?

Gruss, Boris





Hallo wieder! Du, danke für Dein Interesse und Deine Anregungen. Ich möchte natürlich auch einen Ruhebereich und einen Weinkeller und ein Gartenzimmer und, und, und! Der "Keller" ist nur ca. zur Hälfte (in der Längsachse)ein Keller, im vorderen, ebenerdigen Bereich habe ich bereits meinen, wenn auch noch nicht als solchen ausgestalteten Ruheraum, wo auch kein Lehmboden mehr ist. Der zweite Lehmbodenraum wird der Weinkeller. Da mache ich mir auch wegen des Bodens keine Sorgen, er soll bleiben wie er ist. Weil ja auch da ein recht großes Fenster ist, gibt es kaum modrigen Geruch. Für Vorschläge betreffend Einrichtung des Ruheraums und gerne auch des Weinkellers bin ich aber natürlich offen!:-) Beste Grüße aus Tirol



im Prinzip Ja - aber



Hallo

Neben dem irrealen Hinweis auf ein Atomkraftwerk in der Nachbarschaft - es soll auch Saunaöfen mit Holzbefeuerung geben (und die sind eigentlich ganz beliebt) ist es für eine Sauna gut wenn man Masse in der Wand hat.

Die beliebten "Brettchen - Dämmung - Brettchen - Heimwerker Saunen" sind den Namen "Sauna" nicht wert.

Masse und Lehm und Erde oder Sandsteinwand entspricht dem Ofenprinzip im Saunabau - Strahlung anstatt Heißluft (Konvektion) - "offene Flamme" Stammsauna, Erdsauna, etc.

Bei richtiger Konzeption und Planung würde ich das sofort in dem Keller installieren - ein schönes Wasserbecken aus Holz hinstellen, den Boden evtl mit Klinkern im Splittbett herstellen.
So lange Ihr nicht 12 Stunden am Tag sauniert und oder das ganze gewerblich macht - hätte ich da keine grossen Bedenken …

Gutes Gelingen

FK





Hallo FK! Das ist ein ganz neuer Ansatz! Einfach die Sauna an eine Kellerwand "anlehnen" und nur im vorderen Bereich mit der Brettchen-Methode schließen? Den ganzen Raum kann ich nicht verwenden, weil einmal die Dusche auch noch drinnen sein soll und es insgesamt zu groß ist. Aber ja, warum keine Holzofensauna. Abgesehen vom Ascheregen, der sich halt meistens ergbit!

Danke!



Holzofen



offenes Lagerfeuer empfiehlt sich nur, wenn man permanent die Fenster aufmacht!
:-)
Ein Kaminanschluss wäre auch gut dafür!

Abraten muss ich von Brettchen-Konstruktionen im Saunabau.
Je dicker desto besser - ab 50 mm doppel N+F wären gut!
auf 2 oder 3 Seiten.
Bei dünnen Brettchen wird die Oberfläche heisser als bei dickeren Bohlen!

Gutes Gelingen

FK



Die Fruchtkörper des Hausschwamms...



...sollen gebraten recht lecker sein. Ich kann Ihnen keine reiche Ernte VERSPRECHEN, die Möglichkeit könnten Sie aber durchaus schaffen.

Guten Appetit

Thomas





Hallo Thomas, so macht das keinen Spaß! :-)

Ich schließe aber (leider) nicht aus, dass Sie Recht haben und suche daher immer noch nach einer Art Mittellösung, ohne die Gegebenheiten gänzlich zu verändern.

Danke allen inzwischen für die Hilfe. Sollte ich es schaffen, folgt ein ausführlicher Bericht!

Herzliche Grüße



Spaß muß sein,



aber nicht unbedingt auf dem Bau. Wohlfeile Ratschläge bekommen Sie hier tütenweise; aber hinterher war's keiner.

Holz im Keller habe ich in eignen Objekten als auch im Kundenauftrag schon oft mit der Schaufel entsorgt, insofern ist ein klein wenig Vorsicht halt angebracht.

Ein "Lehmboden" im Keller ist sehr oft nur festgetretener Dreck, das, was von den Kartoffeln oder Rüben abgefallen ist. Ein besonders erhaltenswertes Bauteil ist das wohl nur in seltenen Ausnahmefällen. Als Minimalvariante wäre Klinker in Splitt eine recht brauchbare Lösung.

Frohes Schaffen wünscht

Thomas