kehren oder saugen

11.02.2011



hallo

gestern wurde unsere neuverlegten kieferdielen boden geschliffen 100 m2

ölen werden wir selbst mit kreidezeit Hartöl pure solid

jetzt sagte uns der bodenabschleifer dass ich den boden nicht saugen soll sondern nur kehren & den feinen Staub in den kleinen Zwischenraum der Dielen einkehren soll

hab jedoch sorge dass beim Ölen diese staubkörner aus den ritzen kommen

ist meine sorge berechtigt?? oder kehrt man den boden danach wirklch nur - ohne staubsaugen??

vielen dank für eure hilfreichen antworten im voraus

schönen tag & liebe grüsse
susanne_erich



Bei einer fein geschliffenen Kiefer ....



... und anschließendem Ölen reicht es völlig aus, wenn nur gekehrt wird.

Durch das Einpadden des Öls mit der Einscheibenmaschine wird der Holzstaub noch ein wenig die Poren und sehr gering auch Fugen füllen. Das wird aber die Optik nicht belasten sondern eher von Vorteil sein.

Vor dem Ölen auf Reststücken mal ein Muster anlegen, damit Ihr das Einzugs- und Trocknungsverhalten von dem Öl und die farbliche Veränderung schon mal erlebt habt, bevor Ihr auf der Fläche loslegt.

Dann das unbedeutendste oder kleinste Zimmer als Erstlingswerk angehen.

Gutes Gelingen!

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Eher saugen



Hallo,
ich würde ordentlich saugen. Die "einegschlämmte Öl-Staubpaste" wird wohl keine dauerhaft haltende Fugenfüllung sein. Sie würde sich später allmählich lösen.

DIPL.-ING. Architektur BDB KARSTEN THORMANN
# G e b ä u d e E n e r g i e b e r a t e r #
... und Extischler



Kommt die Antwort mehr aus der Erfahrung oder mehr aus dem Gefühl.....



@ DIPL.-ING. Architektur BDB KARSTEN THORMANN

Wenn sich die "eingeschlämmte Ölsaugpaste" allmählich lösen würde, dann kann susanne_erich ja immer noch absaugen. Wenn sie sich nicht löst, dann befindet sich zumindest kein anderer Schmutz in der Fuge als ölgebundener Holzstaub.

Ich habe auf Kiefer bisher keinerlei Probleme dabei gehabt, wenn nur gekehrt wurde. Bei Eiche oder Esche würde ich anders entscheiden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Fügen füllt man bei Parkett,



nicht bei Dielen. Ein halbseiden eingeschlämmter Papps taugt sowieso nicht als Fugenfüller.

In Verbindung mit Öl sind (echte) Fügenfüller selbst bei Parkett nicht immer angebracht.

Nach einem abschließenden 120er Gitterschliff (der wirklich überall gegriffen haben sollte, 120er Walze reicht nicht aus) wird selbstverständlich gründlich gesaugt.

Das gewählte Öl solltet Ihr sehr dünn (am besten beim 1. Auftrag mit einem Breitspachtel) auftragen und verteilen. Danach mit einer Einscheibenmaschine und weißem oder beigem Pad einarbeiten. Bei lösemittelfreien Ölen führt der Läppchenauftrag oft nicht wirklich zum Erfolg, auch wenn's vielleicht so auf der Büchse steht.

Ein Klassikerzitat? Phil Collins sang doch einst so schön "I don't kehr anymore" Der Mann versteht was von Bodenschleifen :-)))

Grüße

Thomas



Frank, aus meinem Wissen herraus ...



Die Dielenfugen werden nie Formstabil sein, da Holz "arbeitet". Lieber eine offene saubere Fuge als eine anhaltend bröselnde.
siehe auch oben " Fugen füllt man bei Parkett,..."
MfG

DIPL.-ING. Architektur BDB KARSTEN THORMANN
# G e b ä u d e E n e r g i e b e r a t e r #
... und Extischler



I don't kehr anymore ;-)



...prust, sehr lustig in diesem Zusammenhang.

Obwohl ich auch einen "Dipl.Ing." hab, würde ich mich "aus dem Bauch heraus" (keine Erfahrung) eher für Saugen entscheiden. Die Vorstellung, die Dielenfugen mit einer "Schleifstaub-Ölpampe" zu verfüllen würde mir da nicht behagen.

Grüße
Martin



Dickere Ölansammlungen...



...trocknen zudem nur unwillig. Man vergleiche den Leinölkitt.

Grüße

Thomas



sorry, da ist ein kleines Wort, das darf ich nicht überlesen...



... in die Fugen "einkehren" ...

nun, das würde ich auch nicht machen, dass ich sozusagen die Fugen mit Schleifstaub durch Kehren verfülle.

Ich habe auch nicht die tagtägliche Erfahrung wie Thomas. Aber ich habe schon einige Dielenböden betreut und selber schon gemacht. Vorzugsweise Lärche und Kiefer.

Und gerade bei diesen Böden habe ich sehr bewusst den letzten Feinschliff (180er Schleifgitter !) nicht gesaugt, sondern nur abgekehrt.

Von einer "Ölpampe" die dann in den den Fugen irgendwann wieder herausbröseln kann, kann da wirklich keine Rede sein.

Ich sehe aber gerade bei der Variante mit Öl den Vorteil gegenüber Lack, dass Schleifstaubreste für das Ölen kein Problem darstellen und eben nicht jedes Fuselchen gleich das Finsh stört. Feinster Schleifstaub sogar ein wenig helfen kann.

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei alten Böden während des Schliffs eine sehr gute Absaugung von Vorteil ist. Oft lösen sich durch die Vibrationen aus den Altfugen Putzbrösel, Sandkörnchen, etc. und "verzieren" dann die Oberfläche, die man gerade mit dem feineren Korn bearbeitet.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



@ Frank



Hier stellt sich ja auch der Selberöler gern den einfachsten Weg durch das Unterholz zusammen.

Hat man nur gründlich gekehrt, und geht dann mit der Einscheibenmaschine zum Öleinarbeiten 'ran, sind ein paar Stäubchen mehr im Pad, und das Ergebnis in der Fläche ansonsten gleich. Ist aber beim Ölauftrag ohne Einscheibenmaschine noch Staub auf der Fläche (der von mir abgelehnte Läppchenauftrag) werden diese feinen Schleifstäubchen zu einer weniger glatten Oberfläche führen, gemeinsam mit abstehenden Fasern.

Grüße

Thomas



dankeschön



wir möchten uns recht herzlichst für die vielen antworten

wir werden staubsaugen - nicht den staub in die fugen kehren :-)

susanne_erich