Dachschräge dämmen und Aussenwand verkleiden

03.07.2013 Vogelsang



Hallo,
da ich mittlerweile gemerkt habe, dass es wohl nicht so schlau war, in meinem ersten Beitrag so viele Themen anzusprechen (Anfängerfehler ;-) ), möchte ich hier nochmal auf zwei Fragen genauer eingehen. Ich kombiniere die beiden Fragen, da es um denselben Raum, eine Sattelkammer in einer vermutlich ca. 100 Jahre alten Scheune. Diese Sattelkammer ist zwar nicht direkt ein Wohnraum, aber sollte dennoch ein wenig beheizbar (elektrisch) und vor allem trocken sein. Der Fußboden ist gerade neu gepflastert worden und nun sind das Dach und die Wände dran.

1.: Dach
Der Raum hat eine große Dachschräge. Die einfachste Lösung ist natürlich Glaswolle und Rigips. Nun sprechen sich ja viele Leute gegen die Verwendung dieser Materialien in alten Gemäuern aus. Mich würden Eure Meinungen dazu interessieren und vor allem auch Alternativen. Mein Gedanke war, um es vom Aufbau her ähnlich zu machen, evtl mit Lehmbauplatten und Holzwolledämmung zu arbeiten. Ist das eine gute Idee? Sollte ich da noch eine Dampfsperre einbauen?
Ich bin auf jeden Fall offen für Tips oder andere Vorschläge.

2.: Wände
Es gibt 2 Innenwände aus altem Backstein. Eine davon soll als Sichtmauerwerk bleiben, da sie auch nie verputzt war. Die andere soll mit Kalk- oder Lehmputz versehen werden. Was ist die bessere Alternative?
Dann gibt es noch zwei Aussenwände. Eine ist ebenfalls aus altem Backstein und soll genauso Verputz werden. Die andere Aussenwand ist leider vor Jahren von meinem Vorgänger als Kalksandsteinwand neu gemauert worden. An dieser Wand liegen diverse Rohre und Leitungen, die versteckt werden sollen. Was für ein Wandaufbau bietet sich hier an? Ich würde von mir aus ein Ständerwerk anschrauben, Platten (z.B. USB) anbringen und dann mit Lehm oder Kalk verputzen. Evtl die Hohlschicht noch isolieren. Was haltet Ihr davon oder wie macht man es besser?

Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Viele Grüße,
Sepp



Sattelkammer



Hallo Sepp,

1. Dach
Miwo und Gipskarton ist machbar, hier geht es nur um Frostsicherheit. Da dies kein Aufenthaltsraum ist entsteht auch kein Wasserdampf, Dampfsperren usw. sind nicht erforderlich.
Wenn es nicht nur frostfrei sondern im Sommer nicht so arg heiß werden soll dann statt Mineralwolle flexible Holfaserdämmung verwenden.

2. Innenwände
Ob Kalk- oder Lehmputz ist in diesem Fall reine Geschmackssache.

3. Außenwand
Die Leitungen lassen sich am besten mit einer einfachen vorgesetzten Bretterschalung (z.B. Stülpschalung) kaschieren. Nix drauf, einfach nur Bretter, vielleicht noch ein bisschen Halböl. Wasserleitungen anständig dämmen!

Viele Grüße



Danke



Hallo Georg,
besten Dank für die Antwort!

Noch eine Anmerkung zu 1. bezüglich deiner Vermutung, dass keine Feuchtigkeit entsteht. Hier möchte ich noch zwei weitere Infos anbringen, die ich vergessen hatte zu erwähnen.

1.: Es kann sein, dass etwas Feuchtigkeit entsteht durch die teilweise verschwitzten Sättel, Decken etc. Bislang habe ich die Sachen in einer Diele gelagert, die nicht gedämmt und nicht beheizt ist und die Sachen sind in der feuchten Jahreszeit immer angefangen zu schimmeln. Genau das möchte ich vermeiden.

2.: Es geht um den ganz linken Bereich der Scheune, von der ich Fotos im Beitrag über Kalk gepostet hatte. Du hattest ja schon erwähnt, dass einige Steine verwittert sind. Diese werden natürlich im Zuge des Verfugens ausgetauscht. Nun ist in der Wand keine Horizontalsperre vorhanden, wodurch einige Ausblühungen (Salpeter?) in der Wand zu sehen sind und die Wände leicht feucht erscheinen.

Belibst Du bei diesen Zusatzinformationen 8Sorry, hatte ich vorher echt vergessen zu erwähnen) bei der Aussage, dass der Aufbau Sinn macht?

Aussenwände: Eine einfache Bretterverschalung möchte ich aus geschmacklichen Gründen eigentlich nicht. Der Raum soll nachher nicht nur zweckmäßig sein, donern auch gut aussehen und zum Rest des alten Hofs passen. Spricht denn etwas gegen OSB-Platten mit einer dünnen Putzschicht?

Viele Grüße,
Sepp



Sattelkammer



Hallo Sepp!

Ich würde Kalkputz für die Wände nehmen, denn der ist mechanisch widerstandsfähiger. Außerdem fallen in der Kammer immer gewisse Mengen an feinem organischen Staub an, der sich überall absetzt und ein guter Nährboden für Schimmel ist.
Mit Kalk an der Wand kannst du diesen von Zeit zu Zeit abkärchern oder -schrubben und mit Kalkschlämme billig und schnell weißen.

Auch solltest du dir Gedanken über eine vernünftige abschließbare Tür machen (versicherungstechnisch wegen Sattelklau).

Grüße aus Holstein
Uta



Sattelkammer



Ob eine OSB- Platte mit Plastikputz besser zu einer Sattelkammer in einer Scheune passt als eine verbretterte Wand ist wohl mehr Ansichtssache.



Plastikputz?



Davon war nicht die rede. auch da würde ich dann Lehm- oder Kalkputz nehmen.



Sattelkammer



Eine "dünne Putzschicht" auf OSB funktioniert nur als kunststoffmodifizierter Dünnschichtputz oder Roll- bzw. Streichputz.
Ob ein Lehmoberputz funktioniert wäre zu prüfen.
Ohne Bewehrung besteht allerdings die Gefahr das sich die Plattenstöße durch Risse abzeichnen.
Sehr passend für eine Scheune auf einem alten Hof.

Haben sie mal drüber nachgedacht das eine kleine Diele mit Verbindung zu einem warmen Aufenthaltsraum bauphysikalisch etwas völlig anderes ist als eine große Scheune? Das die Feuchte die zur Schimmelbildung führte nicht(nur) vom Pferd sondern von Ihnen stammte, aus der warmen Innenluft der angrenzenden Wohnräume?

Viele Grüße



OSB



Gut, dass sollte ich mir das OSB wohl aus dem Kopf schlagen. Die Plattenstöße hätten wir natürlich überbrückt, aber vielleicht gibt es ja noch Alternativen zum OSB.
Ich könnte hier auch Gipskarton oder alternativ Lehmbauplatten nehmen. Ich hatte nur an OSB gedacht, weil man da auch mal etwas festschrauben kann...

Zum Dach nochmal: Wäre hier Holzwolle und Lehmbauplatten eine gleichwertige Alternative zu Glaswolle und Gipskarton?



Entscheidung teilweise getroffen



Das Dach und eine Aussenwand werden gerade mit Holzweichfaserplatten gedämmt und mit Rauhspund verkleidet. ist schon in Arbeit und sieht bis jetzt echt gut aus!

Nur die beiden anderen Aussenwände sind noch nicht klar. Habt Ihr vielleicht hierzu noch ein paar Tips, was die Vor- und Nachteile von Kalk- oder Lehmputz in diesem Fall wären bzw wann man besser was verwendet?