Sanierungskonzept Neckermann Fertighaus 1978

17.02.2019



Hallo Zusammen,

ich möchte gerne ein Fertighaus der Fa. Neckermann aus dem Jahr 1975 erwerben. Das Haus ist im EG massiv errichtet und das OG ist in Fertigbauweise ausgeführt. Insgesamt hat das Haus 200m2 ohne Dachgeschossausbau. Die Raumluftanalyse (Formaldehyde, Lindan etc) hat zwar erhöhte Werte ergeben liegen aber alle unter den Grenzwerten. Nicht desto trotz soll das Haus nach dem Erwerb wie folgt saniert werden werden.

Konstruktion alt von innen nach außen:

- Gipskartonplatte ca. 15-18mm
- Folie
- Ständerwerk 9cm mit Dämmung (Sehr guter Zustand)
- Holzplatte ca. 12mm
- Konterlattung 2-3 cm (Hinterlüftung)
- Fasserzementplatten Asbest

Konstruktion Neu Vonn innen nach Außen:

- GKB 2x12,5
- 60mm Konterlattung (als Installationsebene mit neuer Eelektrik)
- 18 mm Osb3 Formaldehydfrei verleimt
- Dampfsperre als Abschirmung gegen die Schadstoffe in der Tragkonstruktion?
- Ständerwerk 9 cm mit neuer Gefachedämmung in Mineralwolle
- Putzträgerplatte 120 mm (Steinwolle o. Holzfaserplatte getakert)
- und zum Schluss der Putz

Decke: Alte MDF Platten entlang der Banken absägen und gegen Osb ersetzen.

Das sollte doch zu einer Verbesserung der Raumluft führen o. Habe ich da ein Denkfehler?

Danke für eure Mithilfe

Mfg webi



Lindan



Hallo,
Lindan bekommen Sie so einfach da nicht raus.
Ich kann mir auch kein Gutachten vorstellen, in dem stehen würde, es sei nur ein bisschen...
Vielleicht könnte man eine Mischung aus Läusekot und Lärchenharz aufbringen ?
Vg Marcus Stöver



Fertighaus



Sie wissen schon, dass solche Häuser eine gewisse "Lebenszeit" haben, oder?

Ich würde an Ihrer Stelle die Finger davon lassen und mir ein weniger belastetes Objekt suchen - oder abbrechen und neu bauen.

Niemals würde ich mich darauf verlassen, dass man die Schadstoffe irgendwie einschließen oder sanieren lassen kann, schon gar nicht in dem Haus in dem ich alt werden will... :-)



Oder eine halbe Sache machen



und das massive EG stehenlassen ,entkernen und wieder aufstocken, in zeitgemäßer Holzständerbauweise oder massiv, falls die Bodenplatte es hergibt.



Auch das...



...klingt nach einer vernünftigen Idee - sofern das Untergeschoss das auch hergibt.

Oftmals wurde ja in den 70er Jahren mit relativ dünnen Wänden gebaut und begutachten lassen würde ich den Altbestand trotzdem.

Neubau hat den großen Vorteil, dass man genau nach dem eigenen Bedarf bauen kann und ich glaube auch, dass ein Neubau (auch deswegen) immer günstiger und vor allem kalkulierbarer ist als die Sanierung.

Fertighäuser sind aus meiner Sicht für eine Generation gebaut: günstig, schnell und eben mit den Mitteln der Zeit. Man sagt, dass alle 30 Jahre eine Kernsanierung fällig ist (wurde mir mal so gelehrt) .

Daher würde ich niemals auch nur auf die Idee kommen ein Fertighaus sanieren zu wollen - dafür sind die ja auch gar nicht ausgelegt.

Zumal es heutzutage ja wirklich tolle Alternativen gibt - auch im Fertighausbereich und den kleineren Geldbeutel.

Ich bin froh, dass bei meinem Haus (Baujahr 1867) so gut wie keine Schadstoffe verbaut wurden. Ganz geringfügig habe ich Asbest gefunden und in den Böden des Erdgeschosses waren zum Teil Teerpappen und mit Teeröl getränkte Balken verbaut - seit der Kram raus ist (unter Vollschutz) ist im Haus schon eine ganz andere Luft.

Man muss auch vorsichtig sein mit den Brühen die als "bedenkenlos" gelten. Meine Holzgutachterin erzählte mir neulich erst, dass man selbst bei einem sehr lange angewendeten Mittel gegen Hausschwamm mittlerweile Bedenken hat ob das wirklich so unschädlich ist. Da gibts wohl auch schon Verdachtsfälle die darauf schließen lassen, dass das doch bei dem ein oder anderen zu Nebenwirkungen führen kann.

Lindan und Co. ist halt echt ne GANZ andere Nummer. Ich sag nur: Finger weg!