Sanierungskonzeot für feuchtes Haus, von wem?

26.02.2018



Hallo zusammen,

ich habe ein 100 Jahre altes Haus, dass, wie sich jetzt herausstellt an feuchten Wänden leidet. Da ich das ganze ordentlich machen möchte, soll ein Fachmann ein Sanierunhdkonzept erstellen.
Ich frage mich nun, geht man damit zu einem Bauingenieur, Architekten oder Handwerksmeister?

Mfg
Matthias





Was ist den los?

Es gibt Ingenieurbüros die auf die Projektierung nachträglicher Abdichtungen an erdberührten Bauteilen spezialisiert sind.

Die machen eine Bestandsaufnahme und planen ein Sanierungskonzept. Das ist dann ordentlich und zumeist auch recht teuer.

Bevor diese großen Räder gedreht werden, sollte man die "Leiden" genauer skizzieren und sich überlegen welcher Nutzen angestrebt wird.

Die Maßnahmen sollten mit Blick auf ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis geplant werden.

Das reicht von umfangreichen Abdichtungsmaßnahmen um beispielsweise das bewohnen von Kellerräumen zu ermöglichen, was selten wirtschaftlich günstig zu bewerkstelligen ist.

Bei niedrigeren Ansprüchen an die Nutzung wird man hingegen mit "einfachen" Maßnahmen, den Erhalt der Bausubstanz sichern und so in einem positiven Verhältnis von Kosten und Nutzen verbleiben.



doppel



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Sanierungskonzept



Wenn du in deinem Profil deinen Wohnort und emailadresse hier angibst kann sich jemand melden, der sich in der Nähe befindet.

Völlig unabhängig von der beruflichen Qualifikation muß sich dein Berater in Altbausanierung und bei Feuchteschäden und mit Bauphysik auskennen.
Ein Bauingenieur, der nur statische Berechnungen erstellt, ein Architekt, der nur Neubauten plant oder ein Energieberater, der nur Energieausweise erstellt kann dir nicht weiterhelfen.

Wenn dein Gebäude länger unbewohnt war, oder plötzlich kalte Wände erwärmt werden ist es nur natürlich, dass die Wände feucht werden-
Feuchtigkeit würde aber schon bei mäßiger, dauernder Erwärmung stark zurückgehen oder ganz verschwinden.

Wenn du den Wandaufbau, die Feuchtigkeitsentstehung und deren Vorkommen und die Gesamtsituation genauer beschreibst läßt sich zumindest eine Grobeinschätzung abgeben- Fotos sind auch immer sinnvoll.
Keine teuren und evt sinnlosen Arbeiten ausführen lassen wie Fundamente freilegen,Wände abdichten, Injektionen oä-
zuerst ein Sanierungs- und ggf Umbaukonzept erstellen.

du kannst mich auch anrufen

Andreas Teich



Möglichkeiten



Erst einmal: ich habe es nicht richtig gemacht, denke aber ganz erfolgreich mit meiner fast abgeschlossenen Renovierung zu sein. Randbedingungen sind, dass ich in meiner Umgebung einige Leute kenne die so was schon mal gemacht haben, bzw. ich selbst seit meiner Jugend bei entsprechenden Renovierungen geholfen habe.

Ich bin erst einmal mit erfahrenen Freunden durch das Haus gegangen um in etwa zu erfahren wo anzufangen ist und was alles gemacht werden muss. Ich dachte anfangs an kleine Renovierungen, aber die letzten Renovierungen waren 40 und 60 Jahre vergangen und so hat es sich angeboten grundlegend zu sanieren. Dann waren noch mehrere Runden mit der Stadt als untere Denkmalbehörde notwendig.

Leider habe ich erst im Laufe der Zeit Handwerker und Fachleute kennengelernt denen ich zugetraut hätte ein solche Projekt zu planen. So habe ich mich dazu entschlossen die Planung selber zu machen.

Schon wegen dem Denkmalschutz war es notwendig eine Planung zu erstellen um die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zu bekommen. Ich empfehle diese Planung in jedem Fall zu machen, selbst für solche Dinge die erst in einigen Jahren vorgesehen sind. Das ist die Basis für eine Kostenübersicht. Da sollte dann auch ein Zeitrahmen mit dazugehören. Zeit war nicht mein Problem, aber dennoch muss das Haus irgendwann bezogen werden. Auch ein Rohbau muss im Winter geheizt werden wenn Schäden an Heizung und Wasserinstallation ausgeschlossen werden sollen.

Ich habe die Arbeiten vorbereitet, bzw. die entsprechenden Rückbauten vorgenommen und dann die Aufgaben an meist lokale Handwerker vergeben. Klassisch dann 3 Angebote angefordert und mit den Handwerkern die Möglichkeiten durchgesprochen. Teilweise konnte ich zwischen mehreren Angeboten entscheiden, aber in der Regel blieb dann nur ein oder maximal zwei Anbieter übrig. Es ist schwer Handwerker zu finden die Zeit haben, und mir fehlen die Netzwerke entsprechende Handwerker zu finden. Da haben professionelle Planer einen erheblichen Vorteil, der sich bestimmt auch positiv in den Kosten der einzelnen Gewerke niederschlägt und so die Kosten für die Planung wieder teilweise einspart.

Ein Planer garantiert jedoch nicht ein erfolgreiches Projekt. Ich kenne einen Fall in dem das Budget dann mitten im Bau aufgebraucht war. In einem anderen Fall liegen die Preise jenseits eines entsprechenden Neubaus.

In einem waren sich fast alle einig. Mach erst mal das Dach, dann hast du eine sichere Basis für die weiteren Arbeiten. Danach wird die meiste Feuchtigkeit auch sicher von den Wänden abgeleitet. Ob dann noch einen Trockenlegung erforderlich ist, wird sich zeigen.



Feuchteschäden



Hallo,
ich möchte Herrn Andreas Teich beipflichten, in Ruhe nach den Ursachen suchen. Wenn das Haus lange leer stand, Lüften dann vorsichtig anheizen, denn an den kalten Wänden kondensiert sofort die Luftfeuchtigkeit. Da ist es wirklich ratsam es einen Fachmann aus der Praxis oder einen erfahrenen Ingenieur/Architekten zu rate zu ziehen. Sehen Sie sich die Holzbauteile an. Sind größere Zerstörungen vorhanden, dann auch da nach den möglichen Ursachen suchen. Ich höre immer das Todschlagargument "aufsteigende Feuchte" und selten ist es der Fall. Das Haus steht 100 Jahre und es hat gewiß gute und auch schlechte Zeiten erlebt. Handeln sie nicht überstürzt, es fällt nicht gleich ein.



Alle Wände feucht?



Das ist doch zunächst die Frage.
Ich habe so gemacht, dass ich im Sommer das Haus durchlüftet habe und dann geschaut, mit einem Feuchtemesser, wie feucht jede Wand ist. So kann man die Ursache eingrenzen.
Einen Fachmann hinzu zuziehen ist immer gut.
Schon mal mit den Nachbaren oder im Dorf nachgefragt, wer ein ähnliches Haus hat und dies instand bzw renoviert hat?
Ich habe die Erfahrung gemacht, leider erst später, dass es Sinn macht sich vor Ort zu informieren.

Hier im Kreis könnte ich einen echten Profi vermitteln.

Klaus



beste Zeit zum Lüften



Hallo, kleiner Tipp. Lüften ist immer gut, aber jetzt lüften ist ideal, weil die trockene kalte Luft schneller und mehr Feuchtigkeit aufnimmt. Keller sollte man grundsätzlich im Winter lüften.



Bei minus 14 Grad



ist es etwas schwer zu vermeiden, das Wasser oder anderes so zu sichern, dass nicht noch mehr kaputt geht.
Entfeuchter, die ich nach dem Hochwasser gekauft habe, kosteten ca 60€. Das sollte doch eine Alternative sein, denke ich.

Klaus



Stoßlüftung reicht



Sie sollen es doch nicht ständig offen lassen, durchlüften bis die Raumtemperatur spürbar absinkt (ca. 20 -30 min max.) und wieder zumachen. Wenn die Temperatur wieder steigt denn die Wände geben ja noch gespeicherte Wärme ab, das ganze Prozedere wiederholen.




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