Sanierung Fachwerk - wie vorgehen?




Liebe Community,

wir planen den umbau/Sanierung eines fachwerkhauses (ca. 500 Jahre alt). bislang hat meine oma die räume bewohnt und augenscheinlich sieht es auch alles noch top aus.
wir müssen aber komplett neue Elektrik / wasserleitungen / sanitär machen, rest-dachboden ausboden, prüfen ob wir ggf. wände einreissen können und ansonsten eigentlich auch alles neu machen.
jetzt bin ich am überlegen, wie gehe ich das projekt am besten an (außer, dass ich im ersten schritt erstmal entrümpele).
grundrisszeichnungen vom haus gibt es leider nicht.
frage ist auch, inwieweit das amt bzgl. Denkmalschutz einzuschalten ist.

freue mich auf eure tipps
danke .. tanja



Sanierung Fachwerkhaus



Hallo Tanja,
der erste Schritt (nach dem Entrümpeln) wäre Ihr sucht Euch einen kompetenten und erfahrenen Planer/Architekten.
Dann laßt Ihr ihn schrittweise folgende Unterlagen erarbeiten:
- Bauzustandsermittlung
- Aufmaß
- Sanierungskonzept
- Kostenrahmen

Dann wißt Ihr erst einmal was zu machen ist, was dabei herauskommen soll und was das kostet.
Damit könnt Ihr zur Bank und die Finanzierung klären.
Wenn die steht geht es weiter mit Genehmigungs- oder Werkplanungen (falls erforderlich) und Leistungsverzeichnissen und/oder Aufträgen.
Dann kann gebaut werden.

Viele Grüße

p.s. Die Entrümpelungsaktion sollte nicht zu einer Abrissorgie ausarten. Ihr wärt nicht die ersten, die funktionierende Bauteile rausreißen oder zerstören und die später für teures Geld wieder hergestellt werden müssen.



Guter Tip von Georg,



nichts überstürzen.

Hektische Maßnahmen sind die verbreitetsten Fehler bei der Altbauinstandsetzung.

Gruß Jürgen



Umbau ..



.. und auch so manche Sanierung gehen ohne den lästigen Behördensegen leider nicht .
Oft haben Stadt- oder Bauamtsarchive noch Planunterlagen aus älteren Umbauzeiten .
Substanzprüfung machen mit Fachwerksanierung erfahrene Fachbetriebe .
Pläne , auch grundsätzliche Überlegungen wie Raumprogramm und finanzbedarf kann die geignete Planer/in .
Gruß aus Minden
Jürgen Kube





Hallo,

für ein Fachwerkhaus gibt es gelegentlich Zeichnungen bei der Unteren Denkmalbehörde Ihrer Heimatgemeinde. Einfach mal fragen, denn deren Zustimmung brauchen Sie ohnehin. Sollte das Haus noch nicht unter DSchutz stehen, wird es das spätestens, wenn Sie daran arbeiten. Dann stellt man es nämlich "einstweilen" unter DSchutz.

Sollten gar keine Zeichnungen existieren, kann man die per Bauaufnahme anfertigen.

Ansonsten empfehe ich auch,in der Reihenfolge arbeiten, die der Kollege Böttcher beschrieben hat.



500 Jahre altes Haus in NRW



Wenn ein Haus in NRW so alt ist wie Sie schreiben ist es schon mal ein herausragendes Kulturdenkmal !!
Hier ist Vorsicht die Regel Nummer eins.
Selbst wenn das Haus der Behörde bei der Behörde noch nicht als Einzeldenkdenkmal eingetragen ist, muss es als solches behandelt werden.
Lassen Sie sich gleich zu Beginn fachkundig beraten, in baulicher aber auch in steuerlicher Hinsicht (z.B.9% Sonderabschreibung)
Sollten Sie zu Beginn die Kosten einer fachkundigen Beratung scheuen, dann wenden Sie sich an die "Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V." kurz: IGB. Über Deutschland verteilt gibt es Kontakt- und Aussenstellen mit grossen Kompetenzen. Auf Zuruf erhalten Sie hier kostenlose Beratung zu allen Themen rund um unsere alten Häuser. Kontaktdressen etc. über das Internet.
Anne Rose Tisje
IGB Kontaktstelle Mittelfranken



Habe ein ähnliches Problem



Ein ähnliches Problem habe ich auch. Ich stehe aber noch vor der Kaufentscheidung. Das Haus steht nun schon zwei Jahre leer und wurde noch nicht entrümpelt.
Ich bin jetzt soweit, daß ich mal mal einen Planer/Berater bestelle, der Aussagen zur Bausubstanz, Schwachstellen und möglichen Umbaumaßnahmen machen kann. Mal gespannt wie es weitergeht ... Ob ich mich überhaupt zum Kauf durchringen kann und was dann so auf mich zukommt ...
Grüße
Annette