Fachwerkhaus - Dämmung wie?

28.05.2013 Michael



Hallo liebe Freunde des Fachwerks,

also ich bin Michael, seit Ende des vergangenen Jahres Besitzes einer verschieferten denkmalgeschützen Fachwerkhauses aus dem Baujahr 1892 im Bergischen Land.

Viele Bestandteile sind tatsächlich noch recht alt, so die Böden und einige Fenster. Das Dach wurde vor ca. 20 Jahren erneuert, die Haustür ist auch nicht original. Regenrinnen und Fallrohre wurden teilweise neu gemacht aber nicht fachlich gut ausgeführt und schon gar nicht im Sinne des Denkmalschutzes.

Ein Betonputz der wohl in einem Küchenbereich von innen auf die Außenwand aufgebracht wurde hat ein paar Schäden am Holz des Fachwerkes verursacht da der Taupunkt wohl direkt am Beton gelegen hat.

Nun steht die Sanierung an, ein Herausforderung. Ich bin selbst zwar kein Handwerker aber ich habe doch sehr viel Geschick bewiesen und werde sicherlich vieles selbst machen können. Nur was kommt nun alles auf mich zu?

Freue mich, wenn ich hier Ratschläge und Hilfe bekommen kann.

Erster Ansatz: Dämmung der Außenwände. Lehmputz und Wandheizung ist die Idee. Ist das Sinnvoll? Wer hat Erfahrungen damit gemacht? Auf welche Fallen und Problemstellungen sollte man achten?

Viele Grüße

Michael



Sanierung



Als ersten Ansatz würde ich mir das Fachwerk vornehmen,Schadensermittlung und Reparatur aller schadhaften Hölzer.

Grüße Martin



Glückwunsch …



Hallo

ich würde das Ganze von Anfang an mit einem GESAMTKONZEPT beginnen … und kein Stückwerk machen bei dem man sich verzettelt, Sachen verbaut und Entscheidungen anfangs aus Unsicherheit und Unwissenheit macht, die sich im Nachhinein als kontraproduktiv herausstellen …

Anfangs sollt man möglichst genau herausfinden was der aktuelle Stand der Konstruktion der Substanz ist … dann die gewünschten Ziele und Vorstellungen darauf hin abstimmen und dann mit den geeigneten Maßnahmen und Materialien die Sanierung bearbeiten …

Man kann sehr viel machen … allerdings auch sehr viel falsch …

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Viel Erfolg



Hallo,

bei so einem Projekt wäre sicherlich das Hinzuziehen eines erfahrenen Architekten ratsam. Vielleicht einmal hier im Forum Herrn Kornmeyer ansprechen, der müsste in deiner Gegend sein. Zumindest den Zustand des Hauses plus Schadensanalyse mit einer groben Übersicht, was zu tun ist (und was das kostet) sollte erstellt werden. Idealerweise wäre das schon vor dem Kauf gemacht worden.

Bei mir war auch überall da, wo Zement direkt am Holz war, das Holz kaputt. Daher würde ich zumindest die Küche und eventuell auch das Bad (je nach Zustand) komplett entkernen.

Was auf dich zukommt kann von nur Wände Streichen bis hin zu quasi Komplett-Abriss und Neuaufbau so ziemlich alles sein. Da wird dir übers Internet niemand wirklich was zu sagen können. Das hängt vom Zustand des Hauses, deinen Wünschen und natürlich auch deinem Geldbeutel ab.

Als erstes sollte untersucht werden, ob das Haus an sich noch OK ist. Also Wände, Decken, Treppen, Fenster, Dach + Regenrinne/Fallrohr, Verschieferung kontrollieren. Danach die Installation (Strom, Sanitär, Heizung) checken. Falls an der Raumaufteilung was geändert werden soll ebenfalls hier mit dazu. Wenn dann klar ist, was gemacht werden muss (und wie teuer das wird) würde ich mir Gedanken über Dämmaßnahmen machen. Wenn z.B. die Verschieferung erneuert werden müsste wäre eine Außendämmung zu überlegen.

Alle Maßnahmen dann natürlich vorher mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Eventuell ist auch noch ein Bauantrag nötig (je nach dem, wie umfangreich das wird).

Gruß,
Tina



Sanierungsberatung



Wie die vorangegangenen Beiträge bereits deutlich gemacht haben, ist eine detaillierte Bestandsaufnahme, eine eventuelle Schadenskartierung und eine Sanierungsplanung im Gesamtzusammenhang des Gebäudes mit Kostenschätzung die Voraussetzung für eine Gebäudesanierung, die finanziell, organisatorisch und zeitlich kalkulierbar bleiben soll.

Eigenleistungen können in diesem Zusammenhang mit eingeplant und kostenmäßig berücksichtigt werden.

Alle Maßnahmen, die denkmalrelevante Bereiche betreffen, sollten von Anfang an mit der Denkmalbehörde abgesprochen bzw. konkrete Forderungen der Behörde an die Sanierung Ihres Objekt ggf. verhandelt und schriftlich dolumentiert werden.

Ich bin z. Zt. mit der Sanierung eines denkmalgeschützen Fachwerkhauses in Gummersbach beauftragt und kann mir bei Gelegenheit gerne einmal Ihr Haus für eine Sanierungsberatung anschauen.

Mein Kontaktdaten finden Sie unter "Homepage"