Lohnt der Kauf eines Fertighauses von 1970??? Asbest/Formaldehyd

31.10.2008



Hallo, meine Familie und ich befinden uins in einem Dilemma und überlegen hin und her, ob wir uns ein Fertighaus kaufen sollen. Dafür sprächen die gute Lage und ein 1100 qm großes Grundstück. Wir befürchten jedoch, dass in diesem Zenker-FH von 1970 sämtliche Schadstoffe verbaut worden sind, die damals auf dem Markt waren (Asbest/Formaldehyd/ Tetrachloranisol). Kostenpunkt wäre 275.000 plus 100.000 Sanierung. Bisher ist nichts gemacht worden, außer einer neuen Heizung. Wäre es billiger/besser, das Haus abzureißen und neuzubauen? Was kostet so ein Abriss? Muss man da eine Fachfirma beauftragen oder kann das jeder mit einer Abrissbirne machen?

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen. Danke
ABCF aus Rhreinmain



Ob es sich lohnt ist schwer zu beurteilen



1.Richtig ist das Fertighäuser aus den 70er und 80er Jahren z.T.erheblich mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet waren und immer noch sein können.
2.Um festzustellen ob das Haus Ihres interesses Schadstoffbelastet ist oder nicht, würde ich bei ernsthaftem Kaufinteresse das Haus daraufhin untersuchen lassen(z.B.http://www.ifau.org).
3.Abrissarbeiten sollte man einem Fachbetrieb überlassen da alles fachgerecht entsorgt werden muss.Planen Sie einen Neubau ohne Keller so muss das alte unterkellerte Haus in diesem Bereich noch aufgefüllt und lagenweise verdichtet werden. Anschliessend muss darauf geachtet werden, dass Sie sich einen Verdichtungsnachweis per Plattendruckversuch nach Abschluss der Arbeiten geben lassen (im Auftrag schriftlich fixieren). Denn die Proctordichte (http://de.wikipedia.org/wiki/Proctordichte)muss in der Regel ca.98% betragen, denn Ihr Haus soll ja nicht auf einem Untergrund errichtet werden, der sich später senkt.
Aufgrund regionaler Unterschiede und eventueller Entsorgung von Schadstoffen sind die Abrisskosten schwer zu beziffern, ganz vorsichtig geschätzt würde ich um die 10000Euro sagen.
4.Kaufkosten+Abrisskosten+Neubaukosten würden für mich in keinem Verhältnis zur Lage bzw.Grundstücksgrösse stehen und in ein Haus ziehen von welchem ich nicht überzeugt bin würde mir widerstreben.
Gruß Peter





Lieber Peter,
danke für die Einschätzung. Tatsächlich sind die Kosten immens, wenn man auf dem Grundstück neu bauen würde. Das steht sicher nicht mehr im Verhältnis. Bleibt als letzte Möglichkeit ein baubiologisches Gutachten, bevor wir uns vom Haus dann doch verabschieden müssen. Aber eine Sanierung bei erheblicher Schadstoffbelastung wäre sicher auch zu teuer, da wir ohnehin schon mit 100.000 Euro Sanierungskosten rechnen für Fenster/Böden/Küche/Bäder/Wände etc. Dann noch eine Fassadensanierung würde das Budget endgültig sprengen. Betsen Dank und viele Grüße
ABCF



Neulich hat mich in einem Beitrag ein Schreiber...



...für meine Meinung wohlwollend gesagt verurteilt, aber ich bleibe dabei. Ein Fertighaus ist für mich ein gedämmter Dachstuhl, nur überall. Ein gedämmter Dachstuhl ist ein komplizierte Sache mit all seinen Details (Anschlüssen, Dichtebenen, etc.). Ein Dachstuhl ist schon schwierig, bauphysikalisch sauber hinzukriegen. Aber bei Außenwänden wird es um ein Vielfaches schwieriger (Fensteranschlüsse, keine vergleichbare Belüftung der Kaltseite, etc.). Und das noch auf Dauer. Wasser hat einen kleinen Kopf. Ich würde mir das gut überlegen.
Ein Betrag X für eine Sanierung an einem Fertighaus hat eine kürzere Halbwertszeit als an einem normalen Haus.
Meine Meinung, und von dem Kartonklima reden wir noch garnicht.

Gruß Patrick.



Fertighaussanierung



Hallo ABCF,

Es ist immer die Frage:
Was bekomme ich für wieviel Euro!
Welche Ansprüche habe ich!
Wie hoch sind die Sanierungskosten!
Gibt es zuschüsse für einzelne Maßnahmen?
Nicht zu vergessen die Grundstückskosten um einen realistischen Wiederverkaufswert zu ermitteln. Und das ohne "Milchmädchenrechnung einer Bank oder Vermittler"

"Grau teurer Freund ist alle Theorie,Grün des Lebens Goldner Baum"

Gruß aus der Eifel
Schorch
www.feldmann-klinker.de