Sanierung Fertighaus Okal von Innen - Wohnraumgifte

24.06.2015 Patchworker



Hallo,

ich habe ein Okal Fertighaus von 1972. Leicht moderiger Geruch. Laut Luft- und Staubanalyse kein Schimmel, Formaldehyd erhöht bei 0,12 ppm, kein Lindan und ganz geringe Spuren von PCP. Diese Untersuchung erfolgte vor ca. 2 Jahren. Hauptaugenmerk war der augenscheinlich auffälligste Raum des Hauses (subjektiver Eindruck zur Raumluft). Der Raum liegt auf der Wetterseite mit 5m Westwand ohne Fenster und 3m Nordwand mit Fenster.

Nach Chloranisolen habe ich aus Unwissenheit damals nicht untersuchen lassen. Da Schimmel nicht positiv war, gehe ich beim Geruch mittlerweile jedoch davon aus.

Ich halte ein Handeln für notwendig. Der Verkauf ist aus privaten Gründen (noch) nicht möglich bzw. sehr problematisch. Eine Sanierung im vollen Umfang sprengt meine wirtschaftlichen Fähigkeiten bei weitem.

Ich habe bei allen Recherchen über die Wohnraumgifte und den Sanierungsmöglichkeiten nun überlegt, ob eine Sanierung von Innen möglich ist. Ein Berater einer Fachfirma bestätigte mir folgende Überlegung.

Die Innenwandverkleidung wird entfernt. Die alte Dämmung herausgenommen. Die Außenplatte von Innen herausgeschnitten. Die hinterlüftete Ethernitfassade erhalten (Sie wurde mal mit Deckputz in einen äußerlich sehr ansehnlichen Zustand gebracht.

Da die Ethernitfassade mittels Metallschienen durch die äußere Spanplatte auf dem Ständerwerk montiert ist, wurde nach herausschneiden der äußeren Spanplatte ein Rest zwischen Metallschiene und Ständerwerk zurück bleiben.

Man schaut quasi von Innen auf die Rückseite der Ethernitplatten.

Der verbliebene Rest (vorwiegend Ständerwerk) wird mittels Grundierung und Abspeerlack (Schelllack) behandelt. Dann wird das Gefach nach Außen mittels eines stark diffussionsoffenen Wettervlies winddicht abgedeckt. Das Gefach mit Holzfaserplatten neu gedämmt. Von Innen eine Querlattung aufgebracht, um dan die Dämmschicht mittels Holzfaserplatten zu vergrößern. Und dann eine Gipsfaserplatte (Renopan) aufgeschraubt. Darauf wird dann als Innenputz Rotband mit ca. 0,5 cm Stärke aufgetragen. Der Anstrich soll mittels einer Silikatfarbe erfolgen.

Die innen liegenden Wände sollen teils abgerissen und neu gezogen werden oder wie auch die Decke entweder mittels Grundierung und Absperrlack oder mittels spezieller Alufolie bzw. Spezialtapete abgedichtet werden.

Die Arbeiten sollen zur Kostzenminimierung unter Anleitung der Fachfirma zum Teil mit Eigenleistung erfolgen.

Das ganze soll Gefach für Gefach erfolgen, damit die Statik (Versteifung) nicht gefährdet wird.

Laut Fachfirma ist dieses alles möglich. Damit sollen mögliche Gefahrenquellen minimiert und die Dämmung verbessert werden. Zudem soll die diffussionsoffenen Außenwände verhindern, dass mögliche weitere Schadstoffen nur nach Innen entweichen können und zudem die Raumluft verbessern und ein Feuchtigkeitsproblem verhindern wird.

Eine Erneuerung der Außenfassade würde die Gesamtkosten wohl verdoppeln.

Zudem ist es so möglich, dass ich nicht die Kosten für eine Gesamtsanierung auf einmal aufbringen muss und nur die Problemseite (Westseite und teils Nordseite) zuerst machen lasse. Der Berater meinte, ich werde bereits am betroffenen Zimmer anschließend schnell merken, dass diese Maßnahme eine deutliche Verbesserung des Raumklimas bringt.

Nach einer Nachuntersuchung der Raumluft könnte ich die Maßnahme auch mit gutem Gewissen auf weitere Räume ausdehnen.

Was sagt ihr als Experten dazu? Was sollte ich unbedingt (zb. mit der Fachfirma) noch klären? Wie glaubhaft und erfolgsversprechend klingt das?

Ich hatte bereits bei vielen anderen Firmen nachgefragt. Diese waren deutlich teurer, ließen die Innenwände stehen und gestalteten eine komplett neue Außenfassade. In meinem Fall will die Firma bei einer Dämmstärke von 220mm Holzfaserdämmung für die Außenwandsanierung 100€/m2 ohne Innenputz und Elektrik nehmen. Sie würde auch bereit sein, eine Garantie für die Reduzierung bestimmter Wohnraumgifte zu übernehmen, wenn ich eine aktuelle Wohnraumuntersuchung jetzt und nach der Sanierung durch ein unabhängiges Institut durchführen lasse. Die Fachfirma soll vergleichbare Maßnahmen bereits erfolgreich durchgeführt haben.

Was müsste ich bei einer solchen Garantie berücksichtigen?



was soll das alles kosten?



als allererstes: Die Ethernitplatte ist nicht NUR mit den 2 schienen vbefestigt, sondern noch mit 2 reihen schrauben dazu in den abständen von ca. 40cm. bin nämlich gerade dabei die Schrauben unter der Farbe zu suchen und es klappt. Jede Platte ist auf diese Weise noch mit ca. 8-10 schrauben an das Mauerwerk befestigt.
Ich werde die nächsten Wochen anfangen die Fassade von aussen zu sarnieren. Ich glaube das wäre billiger. Ich hoffe mal unter 12.000€ zu kommen.
Die Fassade bekommt eine neue hinterlüftetet PVC Paneelenverkleidung mit 80mm dämmung(40mm + 40mm)
Fenster habe ich bereits selber ausgetauscht.
Mein Haus ist übrigens auch von OKAL und Bj: 1971

Wenn sie fragen zu Renovierung haben, kann ich gerne paar tipps geben. Ist schon mein zweiter OKAL haus. Die Fassade mache ich zum ersten mal und deswegen wollte ich hier dazu was fragen.



Hallo Patchworker



Auf keinen Fall von innen Sanieren, der Geruch (Chloranisole) steckt in der Dämmung (Glaswolle).
Wenn Du diese nach innen entfernst hast Du den ganzen Branz im Haus, den dann auftretenden Geruch wieder loszuwerden wird schwierig.
Dein Angebot 100,-m² für die Fassadensanierung ist ein sehr guter Preis, wenn die Demontage und der Neuaufbau der Wand mit anschl. Verputzen hier enthalten sind. Nur für dämmen und Putzen bei einem Massivhaus bist Du schon in dieser Preisklasse.

Rudi



Danke vorab



Also das mit den Ethernitplatten sollte ich wohl bei der Firma nochmals ansprechen. Sie haben ausdrücklich gesagt, die Ethernitplatten sollen anschließend nur mittels der Metallverbindungsschienen halten.

Die 100€ / m2 sind nur bis zur Innenverkleidung mittels Gipsfaserplatte. Ca. 40% davon sollen Materialkosten sein. Die Maßnahme will ich vorab beim Finanzamt nach der Abschreibungsfähigkeit erfragen, um deren Bedingungen dann auch einzuhalten. Der Putz kostet extra. Den wollte ich selbst mit einem Freund machen. Auch die Innenraummaskierung und den Wiederaufbau der herausnehmbaren Innenwände.

Die Firma will wohl bei den Arbeiten mittels PE-Folien die Räume staubdicht abkleben und mittels irgendeiner Belüftung die Luft stets absaugen und direkt nach draußen pusten. Wie das genau aussieht, weiß ich nicht.

Können die Ethernitplatten bedenkenlos selbst demontiert werden? Also ohne brechen, bohren und schneiden. Wie erfolgt die Entsorgung und wie hoch sind die Kosten? Ich denke die hinterlüftete Außenwand könnte ich bedenkenlos auch selbst aufbauen. Mit welchen Zusatzkosten müsste ich rechnen? zb für diese PVC Panelen? Die Fachfirma meinte, es würde mindestens €150/m2 mehr kosten, wenn ich die Außenfassade auch mache. Das fand ich sehr teuer für eine Maßnahme, die mir eigentlich sonst nix bringt. Sprich weder Dämmung noch Schutz vor Ausdünstungen.

Die Westseite beträgt rund 25m2. Hinzu sollte eigentlich erst mal nur ein Teil der Nord und Südseite kommen, so dass es letzendlich rund 50m2 der Außenwände wären. Hinzu kämen drei Fenster. So dass die drei hinteren Zimmer vollständig neu aufgebaute Außenwände hätten.

Die Firma nimmt hierfür rund 5000€. Hinzu kämen dann meine Rotbandputzarbeiten und die Innenwand und Deckenarbeiten. Die Materialkosten hierfür habe ich auf 2000€ plus Fensterkosten hoch gerechnet.

Bei Erfolg will ich den Rest dann zügig nachholen.

Gibts noch anderen gedankliche Anregugen oder Bedenken dabei?

Welche Tipps zum Renovieren gibt denn aus der Erfahrung mit Okalhäusern noch?



Dämmung 40+40 ?



Wie meinst Du das? 80mm Gesamtdämmung? Das ist doch viel zu wenig. Und wieso 40+40 ???



Okal Haus sanieren



Wenn du handwerklich einigermaßen geschickt bist und mit Handkreissäge und Bohrmaschine umgehen und ggf verputzen kannst könntest du die gesamte Sanierung viel günstiger selber machen.

Falls du Rechnungen benötigst und es steuerlich absetzbar ist müßte du überlegen wieweit Selbermachen sinnvoll ist.

Eternitplatten-Entsorgungskosten bei deiner Deponie anfragen- evt in Plastiksäcken anliefern, das wird aber sehr unterschiedlich gehandhabt.

Die Fassade kann auch mit wasserfesten großen Platten verkleidet werden
( Cetris, Betonyp ua, ca 6,-€/qm netto) Größe der Platten ca.340x125 cm, die können dann gestrichen werden, Fugen könnten mit Lärchebrettern abgedeckt werden, wenn die nicht offen bleiben sollen- alles mit Edelstahlschrauben verbinden.
Oder die gesamte Fassade mit Holz verkleiden- ebenfalls günstig machbar.

Wenn innen weniger Raum verloren gehen soll könnte ein Teil der Dämmung außen aufgebracht werden.

Das Herausschneiden der äußeren Spanplatte ist von innen ziemlich aufwendig-bei Außendämmung kann sie viel leichter komplett entfernt werden.
Zur provisorischen Abstützung ggf innen eine Diagonalbohle auf das Ständerwerk schrauben.

Zellulosedämmung ist vom Material viel günstiger- gerade bei höheren Dämmstärken evt sinnvoller.
Innen besser Kalk-oder Lehmputz verwenden-
die brauchen nicht unbedingt gestrichen zu werden.

Gipsputz ist deutlich schlechter und du kannst dann nur Dispersions-Silikatfarben verwenden und keine Reinsilikat- oder Kalkfarben.

Bei Bedarf gerne nachfragen-mailadresse ist angegeben

Andreas Teich