Sanierung Fachwerkhaus

06.09.2019 Stefano



Hallo Ihr lieben,

Meine Freundin und ich haben ein Fachwerkhaus bekommen und wollen dies jetzt für uns Sanieren. Das Haus ist Bj 1842 und wir müssen von Grund auf neu anfangen. Das heisst Strom Heizung alles neu verlegen. Wir haben jetzt alle Innenwände und Decken freigelegt, jetzt sieht man natürlich nur noch die Balken und die Lehmfächer (einige Wände wurden auch aus Trockenbausteinen gemauert). Jetzt haben wir uns überlegt auf die Balken eine Dachlatten Unterkonstruktion zu setzen so das die ganzen Kabel und ähnliches dahinter verschwinden kann. Verkleiden würden wir das ganze dann mit Spanplatten und mit Holzfaserdämmplatten dämmen. Jetzt ist meine Frage kann man das so machen?



Rückfrage



Kurze Rückfrage ...
Willst du das nur an wenigen Innenwänden machen?
Wenn dies nicht der Fall ist und du das auch an Außenwänden machen willst (worauf die Ausführung "mit Holzfaserdämmplatten dämmen" hindeutet) dann ist die Frage recht einfach - Ja, kannst du so machen aber dann machst du es Sch... äh schlecht.
Hohlräume in Außenwandkonstruktionen sind grundsätzlich zu vermeiden.
Wofür soll die Spanplatte sein? Diese ist weder diffusionsoffen noch kapillar aktiv? Welchen Sinn soll sie machen?

Freue mich auf Antworten und neue Fragen - beste Grüße M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



Rückmeldung



Hallo,
Ich wollte das schon an den meisten Wänden so machen um dann gerade Wände zu haben und dort die Kabel für den Strom und Heizung zu hinterlegen. Die „Hohlräume“ würde ich dann ja mit Holzfaserdämmplatten ausfüllen so das gleich eine Dämmung entsteht, denn von außen dämmen ist leider nicht möglich. Welche Werkstoff würde sich dann am besten eignen zur Wandbekleidung? Dachte Spanplatten eignen sich am besten dazu weil sie auch Atmungsaktiv sind, durch der Werkstoff aus dem sie hergestellt worden?



Warum nicht....



...die Installation auf der Holzfaserdämplatte? Überleg mal, überall kleine Löcher zu den Steckdosen, da ziehts dann durch. Die Platten ohne Hohlraum aufbringen am besten mit Lehmkleber und mit Tellerdübel fest ziehen.



"Atmungsaktiv"



Man beschreibt die Diffusionsoffenheit am ehesten mit der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ.
Je größer die µ-Zahl, desto dampfdichter ist der Baustoff.

Lehmputz µ 3-5
Holzzfaserdämmplatten µ 5-10
Spanplatte µ 20-50
OSB µ 30-50

Man sieht schon das die Spanplatte hier, ähnlich der OSB-Platte sehr dampfdicht ist.
Aber im gegensatz zur OSB_platte hat sie eine sehr weite Spreizung - d.h. die FPY-Platte ist als Dampfbremse noch weniger geeignet. Diffusionsoffen ist sie nie.
Die Diffusionsoffenheit wird sicher auch vom Hauptwerkstoff bestimmt aber eben nicht ausschließlich. Wenn ich eine Lehmwand mit Plastikfolie beklebe ist die auch nicht mehr diffusionsoffen.

Wenn es also ein Außenwandaufbau sein soll, dann konsequent diffusionsoffen arbeiten und ohne Hohlräume.
Klassisch ist da die in Lehm geklebte Holzfaserdämmplatte in/auf die Leitungen von innen gelegt werden und dann eingeputzt werden.

Gutes Gelingen - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land