Sanierung einer Holzbalkendecke im Siedlungshaus

02.06.2016 Schandmaul



Hallo,

ich habe ein paar Fragen zur Sanierung eines 50er Jahre Siedlungshaus mit 1,5 Stockwerken und Holzbalkendecke. Der Fußbodenaufbau sieht momentan so aus:
* Oben auf den Balken sind Dielen (nicht über die gesamte Fläche gleichmäßig)
* Holzbalken mit ca. 14-16 cm, lichter Abstand ca. 70 cm, Länge knapp 8 m, mittig auf Mauern aufgelegt
* Fehlboden zwischen den Balken: auf Dachlatten, die zwischen die Balken genagelt sind, liegen Schwartenbretter. Darauf eine Papierschicht als Rieselschutz (die leider das zeitliche gesegnet hat). Darauf eine Schicht gebrannter Sand und zuletzt noch eine Schicht Beton. (siehe Bild)
* Unten an den Balken sind Schwartenbretter genagelt, darunter Schilfrohrmatten und Putz.

Ideen zur Umsetzung:
Unterseite: Unten waren fast überall noch Holzdecken angebracht, die entfernt wurden. Die ganzen Löcher in der Unterdecke können laut Verputzer ausgebessert werden, der Putz unten könnte also bleiben.

Oberseite: Die alten Dielen würde ich entfernen. Die sind eh nicht durchgehend identisch. Als neuer Oberbelag kämen OSB-Platten in Frage, z.B. wie hier vorgeschlagen der “Plattenbalken für Arme”: http://xn--ingenieurbro-bttcher-asl-yoc5m.de/mediapool/88/885822/data/Fu_b_den_im_Altbau_Teil3.pdf
Also zwei Lagen 15 mm OSB-Platten versetzt verlegen, verkleben und verschrauben. Darauf würde ich dann als Belag einen Klick-Korkboden legen. Aufbauhöhe insgesamt etwa 32 mm und damit noch im Rahmen. Spricht da etwas dagegen?

Fehlboden: Das Einfachste wäre natürlich, wenn ich den Fehlboden einfach lassen könnte, wie er ist. Einziges Problem: An vielen Stellen rieselt der Sand auf die Unterdecke durch. Muss ich in den sauren Apfel beißen, Sand und Beton rausreißen und den Fehlboden neu aufbauen?

Badezimmer: Oben soll ein Badezimmer rein. Als Bodenbelag ist verklebter Kork angedacht. Wie muss ich die OSB-Platten versiegeln? Hatte da an so was gedacht: PCI Lastogum http://www.pci-augsburg.eu/produkte/produktinformationen/l.html?tx_mmdb%5Bproduct%5D=240

Grüße aus Franken



Ausgleich ? Trittschall ?



Gegenvorschlag von oben nach unten:

Fertigparkett / Klick-was-auch-immer

Trockenestrich auf Gipsfaserbasis, im Bad auf zementärer Basis mit Lastogum oder ähnlicher Verbundabdichtung.

25 bis 30 mm Trittschallplatten aus Steinwolle.

25 mm OSB zwischen den Balken, auf die Balken etwas Ausgleichsschüttung. An die Deckenbalken werden mit dem Laser nivelliert Bohlen angeschraubt, auf denen oben das OSB sitzt, und unten der Fehlboden.

Alte Schüttung wiederverwenden.

Fehlboden aus OSB, minimaler Rieselschutz

Hohlraum mit Trennwandmatten (Sonorock oder ähnlich) ausfüllen.

Alte Decke.

Giebelwand und Dachschräge sollten nicht zu sparsam gedämmt werden.





Um sowohl den Fehlboden, als auch eine Deckschicht OSB zwischen die Balken zu bekommen, fehlt mir höchstwahrscheinlich der Platz. Die Balken sind ja recht dünn und haben auch meist kein rechteckiges Profil, sondern die Kanten sind abgerundet. Die Dachlatten für den Fehlboden kann ich also nicht weit genug nach unten rücken, bzw. ich kann seitlich an die Balken die Bohlen nicht weit genug oben platzieren.

Den Höhenausgleich hätte ich versucht, mit zwischengelegten Hölzern zu realisieren. Sicher nicht optimal, aber hat bis jetzt ja auch seinen Dienst getan.

Die Giebelwand bekommt eine Außendämmung, die Dachsparren werden aufgedoppelt und bekommen eine Zwischensparrendämmung. Das Haus erreicht nach der Sanierung den KfW100 Standard.



warum soll das nicht gehen ?



14 cm Balken - 2.5 cm OSB - 6.5 cm Schüttung - 1.5 cm OSB als Fehlboden

Die Dachlatten für den Fehlboden nicht an die Balken schrauben, sondern unten an die Bohlen für den Ausgleich.





Stimmt, so ginge es natürlich. Nachteil bei der Methode wäre aber auf jeden Fall, dass ich alles erstmal rausreißen muss.

Und wie ist es mit der Stabilität? Würden mir verschraubte OSB-Platten oben drauf nicht mehr bringen als schwimmend verlegter Trockenestrich mit ein paar OSB-Platten zwischen den Balken?



Die Welt als Scheibe



Flächig verschraubte OSB-Platten geben natürlich eine bessere Scheibenwirkung - der Trittschall wird aber leiden.

Wenn man nicht mit den Schrauben geizt, gibt auch meine Lösung einiges an Versteifung.

Franken ist ja nicht gerade der Hotspot für Erdbeben oder Wirbelstürme...