Sanierung einer Gewölbedecke (Feuchteschäden, Statik...)




Hallo,
Ich betreibe selbst Zimmerei, habe jedoch keine Erfahrung im Bereich Kellersanierung / Gewölbe. Daher bitte ich um Erfahrungsaustausch:
Ich habe gerade (August 2018) ein Fachwerkhaus (BJ ca. 1870) im Raum Hameln erworben. In einem Raum war schon vor dem Kauf Schaden durch Pilzbefall an der Dielung sichtbar. Auf der Dielung war Laminat verlegt...
Nach der Entfernung des Laminates wird der Schaden nun in Gänze sichtbar: Ein Pilz hat die Dielung sowie die darunter liegenden Auflagerhölzer zum großen Teil zerstört. Der Bereich ist zu 2/3 unterkellert, Backsteingewölbe, darauf Schüttung aus Sand / Bauschutt. eine Außenwand scheint massiv gemauert (kein Fachwerk) und teilweise mit Zementmörtel (sehr hart!) ausgebessert zu sein. An den Sockeln ist starke Feuchtigkeit fühlbar, auch in den Bereichen, die nicht unterkellert sind. zwei Wochen sind seit Entfernen des Laminates und der Dielung vergangen.
Für einen neuen Fußbodenaufbau, hatten wir uns nun daran gemacht, die Schüttung etwas auszukoffern. Dabei haben wir festgestellt, dass das Gewölbe beim drauf Rumspringen schwingt, etwa wie eine Holzbalkendecke! (Darf ein Gewölbe schwingen...??) Nach genauerer Untersuchung sind mir Risse in den Backsteinen des Gewölbes aufgefallen. Das Gewölbe ist recht flach. Statik zu den vier Ecken hin ausgerichtet. Pilz-Mycel ist auch im Keller sichtbar, es ist entsprechend feucht. Das Gewölbe beginnt erst auf Bodenniveau (daher ist mir das seitliche Wiederlager für die Gewölbestatik etwas fraglich) die Kellerwände sind jedoch recht massiv aus Sandstein gemauert.
Gesucht sind Ideen zur Konsolidierung der Tragfähigkeit der Gewölbedecke, die gleichzeitig dem Problem der Feuchtigkeit Rechnung trägt. Kann zudem die Sandsteinwand durch Verkieselung o.ä. trocken(er) gelegt werden?
Da das Projekt low-budget ist, kommt eine Firma zur Instandsetzung des Gewölbes nicht in Frage.
Bilder poste ich im nächsten Beitrag, direkt vom Handy...



Fotos dazu...



Risse von unten



Fotos dazu...



Mycel.



Fotos dazu...



Der Rest der Dielung unter dem Laminat.



Fotos dazu...



Gewölbe



Fotos dazu...



Nochmal Mycel. Ich gehe nicht von Hausschwamm aus, da der charackteristische Fruchtstand fehlt. Jedoch hinterlässt er das Holz auch als braunen Würfelbruch.



Betonboden in alter Scheune



Der Boden muss raus, denn ein Pilz der aussieht wie ein Hausschwamm, ist auch wie ein solcher zu sanieren. Aus Haftungsgründen trau ich mich an weitergehende Empfehlungen nicht ran. Bitte konsultieren Sie dazu einen Sachverständigen!
Auf jeden fall ist außerdem die Ursache (Feuchtigkeit) zu beseitigen: einmal durch gezieltes Ablüften, zum anderen durch Abdichten tunlichst von außen. Auf den Gewölben
muss ausserdem Auflast liegen, was durch Holzdielen kaum gewährleistet ist. Ein massiver Estrich wäre hier angesagt. Falls Platz ist, kann man die Wärmedämmung durch eine gebundene Schüttung herstellen (Perlit oder Schaumglasgranulat + Baukalk mit etwas Zement).
Aber zur eigentlichen Frage, der Weiternutzung der Steine, ggfs. nach Imprägnierung, fragen Sie bitte den SV.



Der Boden ist ja schon längst raus.



Inzwischen sieht es so aus:



unbekannter Pilz



Das war nur Kellerschwamm. Es ist nicht mehr zeitgemäß, alles Unbekannte wie Hausschwamm zu sanieren. Das ist schon lange überholt.



Stahlbeton?



Ist es völlig abwegig eine Stahlbetonlage auf das Gewölbe zu bringen, um es statisch abzusichern? Bei Holzbalken hätte ich arge Bedenken wegen der Feuchtigkeit. Wie sonst könnte das Gewölbe statisch konsolidiert werden?



Betonboden in alter Scheune



Hallo,
nein, abwegig ist das nicht. Brauchen Sie denn keine Wärmedämmung?
Übrigens vielen Dank für den Hinweis auf Kellerschwamm!



Dämmung



...doch. Der Aufbau wäre dann natürliche entsprechend mit Sperrschicht und Dämmung AUF der Stahlbetonplatte. Allerdings muss ich noch genau messen, wie viel Platz von Oberkante Gewölbe bis OK Fußboden ist. Bis Unterkante von Gewölbe (Scheitel) sind es scheinbar nur ca. 30 cm. Dämmung UND Estrich könnte knapp werden.
Wichtig ist mir zunächst die Statik und die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen.
Ja, der Hinweis mit Kellerschwamm ist gut. Danke.



Sanierung einer Gewölbedecke



Da man die Dämmung gerne auf der kalten Seite hat (oder stellen Sie WW-Aquarien in den Keller?) würde ich zuerst die Dämmung aufbringen, als gebundene Schüttung, herzustellen mit Baukalk und Blähton, und dann die Decke. Ergänzende oder Zusatzdämmung oberhalb der Betonplatte kann dann dünner ausfallen.



Gewölbeertüchtigung



Sowie ich hier im im Forum gelernt habe, wird eine Gewölbedecke mit einer Mörtelbetonschicht ertüchtigt, die gut gewässert wird, damit eine gute Verbindung zur alten Decke entsteht. Dann Isolierung und sichtbaren Fußboden.



Mörtelbetonschicht



Das ist Interessant, zumal ich sehr wenig Aufbauhöhe bis OK Fußboden habe. Kannst Du den Forumsbeitrag dazu finden? Unter 'Mörtelbeton' kommt kein Ergebnis in der Suche, 'Gewölbe' habe ich auch schon das meiste durchgesehen...