Alles neu?

17.02.2006



Liebe Freunde,

ich habe ein großes Fachwerkhaus von 1716 gekauft. Es befindet sich in gutem Zustand (Dach, Dielen, Gebälk...) >Prüfung von Sachverständigem. Ich möchte wenn möglich bei der Sanierung alles so original wie mgl. belassen. Weil ich zum einen Archäologe bin, und zum anderen nat. auch Finanzen dahinter stehen...grrr. Ich lese hier immer von gigantischen Sanierungsarbeiten.... und hab schon ein schlechtes Gewissen, weil ich immer denke `naja, mit etwas neuer Farbe, Tapete, Fenster usw. ist das Haus wieder ein Schmuckstück.´ Wie seht Ihr das? Soll ich reinreißen? Soll ich gelassen bleiben? und nochwas- gibt es generell nur Absagen an die Innendämmung mit Rigipsplatten? Gibt es auch positive Erfahrungen dazu? (Ich kenne nat. die beste Lösung mit Lehm usw.) Freu mich auf Eure Statements.
Tobias aus Sachsen



Gegenfrage!



Mal an das Gewissen des Archäologen appelliert:
Wie lange gibt es bereits Lehm bzw. ähnliche Materialien in der Bewohnbarkeitsgeschichte der Menschheit? Und wie lange gibt es dazu die Gipskartonplatte!
Und wird dieses Material vielleicht auch so lange überdauern, wie die natürlichen Materialien, mit denen sich bereits die Altvorderen umgeben haben.
Nicht alles kann und muß über den Preis eine definition erfahren.
Zu Ihrer Gesamtproblematik können Sie uns ruhig kontaktieren, wir versuchen dann mit Ihnen machbare Lösungen (geldbeutelschonen!) zu finden.

Grüße



nicht alles ist schlecht



Hallo Tobias,
wenn vor Deiner Fachwerk-Außenwand eine Rigips-Platte ohne Dämmung vhd. ist, befindet sich dahinter meist eine Luftschicht. Diese schadet dem Holz oder den Lehmgefachen nicht. Also schau in jedem Falle mal rein,was sich dahinter versteckt. Keine Angst, nicht alles ist schlecht.



Alles neu.....?



Liebe Freunde,

vielen Dank für Eure Antworten. Natürlich, dass mit dem Gewissen und natürlich auch der fachlichen Exaktheit ist mit dem Rigips ein Problem. Viell. liegt dieser Schritt einfach auch deshalb so nah, weil man eben die Gipskartonplatten `auch mal fix´im Baumarkt an der Ecke holen kann. Bei Lehmbauprodukten sieht es da im Raum Chemnitz schon schlechter aus. Aber das sollte letztlich nat. nicht die Entscheidung begründen.

Ich denke auch, dass ich nach Abschluß der Bauaufnahme (gegebenen Situation) schlauer bin.... halte Euch auf dem Laufenden. Bis bald



@Raum Chemnitz



Für diese Region ist eigentlich eine gute Verfügbarkeit von Naturbaustoffen gegeben.
Alternativ kann man natürlich auch mit Heraklithplatten (agnesithgebunden) arbeiten und darauf mit dünnen Lehmputzen oder Kalkputzen.
Zu Materiallieferungen bzw. Informationen könne Sie uns ebenfalls jeder Zeit kontaktieren.

Grüße Udo



Wieso Sanierung ?



Dumme Frage, wird mancher denken. Aber im Ernst: wenn die Substanz o.K. ist, kann man nicht sanieren sondern allenfalls "kaputtsanieren". Renovieren ist vielleicht angesagter, behutsame Eingriffe zum Anpassen an veränderte Lebensumstände eben auch; aber von "Sanierungsmaßnahmen" würde ich unter den geschilderten Umständen vielleicht doch besser die Finger lassen und es bei "etwas Farbe und Tapete" bewenden lassen.

Grüße vom Niederrhein