Sanierung Außenfassade - Träger

11.02.2015 Thomas



Hallo,

wir möchten eventuell ein Fachwerkhaus als Renditeobjekt erwerben. Es ist recht günstig, gut gelegen und hat eine gute Raumaufteilung für 3 Mietparteien.

Nun gibt es ein paar Risiken die wir zuerst vollständig bewerten wollen.

1. Denkmalstatus
2. Ein Träger in der Außenfassade wurde schon einmal "gewartet" würde ich mal sagen (siehe Anhang)


Gerade zum 2ten Punkt wären wir für Eure Einschätzung sehr dankbar.

Es kommt mir so vor als ob die Traufe nicht die gesamte Fassade abdeckt und es deswegen an diesem Außenpfosten öfters Naß und Feucht ist. Man sieht auch unten auf dem Bild das der Träger schon etwas Marode ist. Diese marode Stelle wurde mit einer Art Fasermörter beschmiert. Davon hätte ich auch noch Bilder...

Ist das so ok und entspricht das dem Stand der Technik?

Danke für eure Antworten
Thomas



Alles frisch gemacht



Ich hätte ja bei dem glatten Putz direkt in Verbindung mit Balken ohne Kellenschnitt bedenken. Der Eckbalken und die Schwelle sind abgefault und mit Verputz verschmiert. Deshalb ist wohl auch in Fensterhöhe das Band angebracht worden damit der Eckbalken nicht wegrutscht. Über dem Fenster fehlt ein Balkenkopf und wurde mit einem Stück Blech überdeckt.

Der Fasermörtel im Zusammenhang mit Fachwerk ist wohl auch zu dicht und nicht passend.



Alles frisch gemacht



...entgegen der landläufigen Meinung ist von außen nicht erkennbar ob ein Kellenschnitt gemacht wurde oder nicht. Der liegt nämlich unter dem Deckputz. Ein Kellenschnitt wird zwischen Balken und Ausfachung erstellt. Dann kommt der deckputz drauf. Somit ist der Deckputz im Anschluß zu den Balken dicker und resistenter gegen Abplatzungen.

Letztendlich ist das aber auch egal ob ein Kellenschnitt vorhanden ist, denn der Ständer, und somit auch der Putz, sollten erneuert werden.
Ansonsten kann ich Historia zustimmen.

Bei den zu sehenden Blechabdeckungen und Lochbändern lohnt es sich vielleicht etwas genauer hinzuschauen. Aus meiner Sicht ist das nicht der "Stand der Technik". An einem Denkmal schon gar nicht.

Grüße
Martin



Noch ein Bild



Erst mal vielen dank für eure Antworten. Im Bild ist der Balken nochmal unten. Da die Seite auch die Wetterseite ist haben wir und die Denkmalschutzbehörde auch überlegt diese Seite einzuschindeln. Was meint ihr dazu ist der Balken noch zu retten und wenn nicht was schätzt ihr was der Austausch kosten würde?





Angbot vom Zimmermann einholen.
Den Ständer drückt es raus, Metallbolzen die von außen durch das Holz bis auf die "warme" Seite reichen, sind Kondensatfallen, wo Wasser ausfällt, in Bolzenähe werden Pilzschäden auftreten. Das "Spachtelmasenflickwerk" und die Lochbleche müssen entfernt werden, wenn die fachgerecht Reparatur erfolgt. Die Putzreparatur unterhalb der Strebe, könnte darauf deuten ,das der Eckständer schon etwas aus seiner zugedachten Position gerutscht ist. Er ist mind. in der Schwelle nicht mehr eingezapft.
Mann kann so etwas oft auch durch anblatten reparieren ohne den ganzen Balken zu wechseln, ebenso das morsche Schwellbalkenstück. Also nur die geschädigten Holzpartien ersetzen.

Gruß
Detlef