Sanierung Altbau im Hochwasser-Gebiet

12.02.2014 Skipper Tom's



Hallo zusammen,

ich habe hier schon eine Menge interessanter Dinge gelesen, die in meine Überlegungen in Bezug auf die anstehenden Sanierungsarbeiten eingeflossen sind. Dennoch habe ich, wie ich meine, einen solchen "Härtefall", dass ich hier auf weitere Hilfe hoffe.

Erst einmal ein paar Fakten.
Das Haus stammt aus den 30er Jahren und wurde in den folgenden Jahrzehnten sukzessive erweitert. Es steht in Hanglage zu einem Fluss und, so interprätiere ich die Risse und Absenkungen, bewegt sich leicht in Richtung eines Entwässerungskanals von den angrenzenden Feldern, der neben dem Haus in den Fluss mündet.
Das Haus wird im Schnitt alle 5 Jahre bis ins Erdgeschoss hinein überschwemmt. Es hat einen Kriechkeller.

Da der Fußboden-Aufbau total verrottet ist - Feuchtigkeitsproblem - möchte ich diesen erneuern. Aber wie?

Überlegung 1:
- Erdboden so begradigen, dass das Wasser nach einem Hochwasser aus dem Kriechkeller fließen kann
- Zusätzlich Drainage in den Boden legen
- Diffusionsdichte Folie aufbringen, um aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden zu vermeiden
- Kies aufbringen und verdichten, darin eine weitere Drainage
- Geotextil darauf
- Schaumglasschotter darauf und verdichten
- Gussasphaltestrich oben drauf & schleifen

Mehrere Probleme tun sich auf:
- Das zuätzliche Gewicht durch den Kies könnte bei feuchten Boden die Rutschbewegung des Hauses beschleunigen (durchnässte Erde wird unter Gewicht "flüssig")
- Durch die dann fehlende Möglichkeiten des Querlüftens (da Volumen im Kriechkeller komplett gefüllt ist) müsste nach einem Hochwasser die komplette Füllung durch die Drainage trocknen - Folie unten und Gussasphaltestrich sind ja diffusionsdicht


Überlegung 2:
- Erdboden so begradigen, dass das Wasser nach einem Hochwasser aus dem Kriechkeller fließen kann
- Zusätzlich Drainage in den Boden legen
- Diffusionsdichte Folie aufbringen, um aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden zu vermeiden
- Etwas Kies aufbringen zur Beschwerung der Folie
- Stahlträger einbringen (oder auf eine zusätzlich zu ziehende Mauer auflegen), die den Boden später halten werden
- darauf müsste eine Verschalung, die Diffusionsoffen ist und den darüber liegenden Boden stützt
- Darauf Schaumglasschotter, verdichten
- Darauf Gussasphaltestrich

Mehrere Probleme tun sich hier wieder auf:
- Wenn die Stahlträger nicht in die Wand einzubringen sind (das Mauerwerk ist nicht mehr das Beste, ich möchte weitere Zerstörungen vermeiden) dann müsste ich innen eine neue Mauer hochziehen. Zwischen dieser und der alten Mauer habe ich dann ein Belüftungsproblem
- Halten z.B. verzinkte Stahlträger auch über mehrere Jahrzehnte im Feuchten?
- Welches Material kann ich als Verschalung nehmen, dass diffusionsoffen ist (damit der Schaumglasschotter nach einem Hochwasser nach unten austrocknen kann) und trotzdem die Last ausreichend verteil? Bei Holz habe ich die Sorge, dass es auf den Auflage-Punkten über die Jahre wieder morsch wird

In beiden Fällen:
- Durch das geringe Gewicht von Schaumglasschotter (ca. 150kg/m³) würde es im Falle eines Hochwassers auftrieb erzeugen. Bei 30 cm Aufbau-Höhe ~240 kg / m² (1000 - 150 = 850 pro m³ minus Verdichtung 1:1,3). Der Gussasphaltestrich wiegt aber nur ca 70 kg/m². Das hieße, ich hätte 140 kg Auftrieb pro m² - ich habe Sorge, dass mir der Boden bei einem Hochwasser einfach aufschwemmt...

Wie ich finde keine leichte Aufgabe…

Habt Ihr Ideen / Lösungen / Ratschläge?

Liebe Grüße,

Tom



Fußboden



Betrifft das nun den EG- oder den Kellerfußboden?



Hochwasser



Also geht es
a) um die Decke zum Kriechkeller,
b) um den Erdeschossfußboden an sich und
c) darum das bei Hochwasser das Erdgeschoss nicht mehr geflutet wird?
bei a) schlage ich Ihnen vor den Keller zu eliminieren.
Damit hat sich die Eierei mit der Decke erledigt.
Zu b) Fußbodenaufbau im EG:
vorhandenen Aufbau entfernen, etwa bis 25 cm unter Niveau jetziger Fußboden,
ca. 100 mm Unterbeton sauber und eben abgezogen einbauen,
80 bis 100 mm Foamglasplatten in Heißbitumenkkleber eingeschwommen und pressgestoßen,
Ca. 50 mm Verbundestrich als Zementestrich oder ca. 30 mm Gußasphalt.
Fliesen.
Die Wände sollte außen und innen bis über die höchste anzunehmenrde Hochwassermarke eine mineralische Abdichtuung erhalten.
zu c) Das kann man nur vor Ort planen.