Bruchsteinkeller verputzen/sanieren

04.02.2011



Hallo zusammen!
Ich habe mal eine Frage...
Ich besitze ein altes Bruchsteinhaus (Bj. ca. 1730), kpl. inklusive Keller aus Bruchstein! Nun ist der Keller feucht (klar, altes Haus, und ist auch schon immer feucht!) Ich möchte ganz gerne 1-2 Kellerräume trocken legen, dazu habe ich den alten Putz abgestemmt, Risse/Fugen ect. ausgebessert bzw. verschlossen, 3 lagen Dichtschlämme drauf, und dann Sanierputz!
Nun muss ich aufgrund der Unebenheiten der Bruchsteinwände teilweise 3-4cm Sanierputzbewurf auftragen...

Kann ich evtl. anstatt kpl. Sanierputz 3/4 mit "normalen" Putz u. Mauermörtel bewerfen, und nur den letzten 1-1,5cm mit Sanierputz verputzen????

Gruß,
-bodo-



Keller trockenlegen



Zuvorderst sollte ermittelt werden, woher die Feuchtigkeit kommt: aus dem Boden ? (welcher Boden ist vorhanden? gestampfter Lehm o. v. ?, von außen ? (nichtdrückendes/drückendes Wasser/defekte Abwasser- / Regenabwassergrundleitungen)oder falsches Lüftungsverhalten und Feuchtigkeit aus Raumluftkondensat. Meistens ist es nicht die sog. fehlende Horizontalsperre. Gut Lüften (nur nicht im Sommer), heizen, Kellerwände von außen abdichten, Wasser zuverlässig vom Haus wegleiten. Innere Abdichtung entfernen (Dichtschlämme) und die Wände nach Innen austrocknen lassen. Sanierputz macht eine Zeit lang Sinn, eventuell auch bei Salzbelastung. Der Sanierputz ist ein sog. "Opferputz", d.h., er erfüllt nach 1-2 Jahren seine Funktion nicht mehr und muss erneuert werden. Sanierputz auf Zementmörtel ist genau falsch herum. Keine "modernen" Putze verwenden, sondern, wenn überhaupt, nur solche auf Kalkbasis und keinesfalls chemische Pampen auftragen. Die Verlagern des Feuchteproblem nur nach oben in die Wand.



Kellersanierung



Vorab erst einmal:
Mit Sanierputz können Sie keinen Keller trockenlegen.
Sie können damit nur die Feuchteerscheinungen auf der Wandoberfläche NACH dem trockenlegen kaschieren.
Dann stellt sich die Frage warum Sie unbedingt in einem Keller ebene Wände und diese Kaschierung brauchen. Sanierputzsysteme haben definierte Schichtstärken, die von der Salzbelastung des Untergrundes abhängen. Zu dicker Sanierputz behindert die Austrocknung erheblich.
Ob ein Ebenheitsausgleich unter einem Sanierputz funktioniert, hängt von einigen Faktoren wie Salzgehalt und dem, was Sie unter "normalem Putz" verstehen ab.
Ich halte ihn für überflüssig.

Ich schlage Ihnen Folgendes vor:
Tragen Sie auf die Wände einen einfachen selbstgemachten Pinselputz auf und Streichen Sie ihn frescal mit einfachem Weißkalkhydrat aus dem Baumarkt.
Dann überweisen Sie mir 50% von dem Geld, das Sie durch meinen Tipp einsparen.

Viele Grüße



Hi!



Hallo und schon mal danke!
Die Feuchtigkeit "drückt" durch das untere viertel des Bruchsteinkellers....es handelt sich um "einfaches" Oberflächen/Regenwasser!
Im 18. Jahrhundert hat nicht wirklich jemand an fachgerechte Entwässerung gedacht!!!
Problem ist: es kommt an einigen Stellen feuchtigkeit durch die Außenwände in den Keller..... das der Keller nicht 100%ig trocken wird, damit habe ich mich abgefunden.....
Allerdings möchte ich Ihn zumindest einigermaßen gegen das drückende Wasser abdichten....
Was kann ich tun, außer ausschachten+isolieren?
Baulich und auch finanziell sind die Maßnahmen nicht ohne weiteres möglich..

Gruß,
-bodo-



Eine weitere Möflichkeit



den Luftkalk von solubel sp50 zu verwenden.

Grüsse



Keller sanieren



Was Sie tun können?
Weder ausschachten
noch isolieren.
Sie haben kein drückendes Wasser.
Wasser vom Haus wegleiten, Grundleitungen und Dachentwässerung überprüfen und bei Bedarf reparieren, das wars.

Viele Grüße





>>>“Sanierputz ist ein sog. "Opferputz", d.h., er erfüllt nach 1-2 Jahren seine Funktion nicht mehr und muss erneuert werden.”<<<

Diese Aussage ist falsch.

Sanierputzsysteme nach WTA (Merkblatt 2-9-04/D) halten bei richtiger Verarbeitung weit länger als der hier empfohlene Kalkputz.

Aber wie Herr Böttcher schon sagt:
Mit Sanierputz können Sie keinen Keller trockenlegen.
Das steht auch in dem Merkblatt.


Grüße aus Schönebeck



böse Zungen behaupten



… dass sich beim "SANIERPUTZ" nur die Herstellerfirmen "sanieren" - in finanzieller Hinsicht.
teuer + kommt wieder runter!

m.E. sind alle zementhaltigen und kunststoffvergüteten Putze nix für den Bau - aber das sehen ja manche anders.

gut so.

FK



Viele Wege führen zum Ziel



die einen gehen den modernen auf Chemie basierenden und die anderen eben den traditionellen und altbewährten Weg.
Ich für meinen Teil empfehle den altbewährten Weg und vertraue auf das "noch" vorhandene Wissen der alten Handwerksmeister.

aber jedem das seine...

Grüsse Thomas





@FK

Böse Zungen behaupten auch, das z.B. Euer solubel Putz seinen "stolzen" Preis hat.
Das verlogene an diesem Zeug ist, das derartige Hersteller die hohen Preise mit “natürlichen Baustoffen ” oder auch gern genommen “ökologischen Baustoffen” begründen.
Ich hatte es schon mal gesagt, Sand von den Sandgruben zum Mischwerk und vom Mischwerk dann zum Kunden quer durch Europa zu karren ist weder ökologisch, noch ökonomisch. Ich bin ja mal gespannt wann solubel auch noch das Anmachwasser mit liefert.

@TK

Traditionelle und altbewährt sind in diesem Zusammenhang BAUSTELLENMISCHUNGEN, diese werden in der Denkmalpflege, Gott sei Dank, auch immer noch ausgeschrieben.
Meist sogar mit Rezeptur.

Euer Empfehlung bei Feuchte- und Salzbelastetem Mauerwerk Kalkmörtel einzusetzen geht definitiv in die Hose.
Der liegt schneller unten als jeder WTA Sanierputz wenn dieser auch entsprechend dem WTA Merkblatt verarbeitet wurde.


Grüße aus Schönebeck



der Preis heiligt die Qualität



Hallo Mr. O

der Preis ist halt immer die Sache
Manche kaufen sich im Feinkostmetzger ein Filet vom Charolais Rind - die anderen aus der Fleischtheke vom Aldi die Billigware.
Aber wollen Sie hier den Qualitätsunterschied ignorieren?

Dann ist es noch eine Sache der Menge der Bestellung und der Infrastruktur.

Wenn Sie einen Lastwagen voll haben wollen …

Es ist ja gut, dass Sie ein Profi im Selbermischen sind, dann brauchen Sie ja nicht auf die teueren Produkte zurückgreifen.
Nehmen Sie halt einen Sand und Kalkhydrat und fertig.
Aber vergleichen Sie nicht Ihr Gepansche mit Sachen anderer Qualität.
Danke!
Steht denn bei solubel ein Öko oder BIO-Siegel?

Was in der Denkmalabeit mittlerweile alles ausgeschrieben wird - oh!

Das war früher auch so - daher die vielen Bauschäden!!!

Die Industrie findet immer NEUE und BESSERE Mittel!
Drogendealer auch!

Mit abhängigen Leuten machen beide ihr Geschäft!

FK





@FK

Industriell hergestellt ist Ihr Kalkmörtel auch, und auch die Hersteller verdienen dort gehörig gut dran.
Ich will hier kein Qualitätsunterschied ignorieren.

Der Kalkputz hat hier aber bestenfalls eine Funktion als Opferputz, das währ mir zu teuer-

Grüße aus Schönebeck



Unterschiede



Sie schreiben:
auch die Hersteller verdienen dort gehörig gut dran

Machen nur DIE - dien anderen und die Kirche schenken alles her - die einen glauben daran und die anderen sind die Großkonzerne.

FK





@FK

Du kannst mit Deinem Auto von mir aus frontal gegen eine Wand fahren.
Da kann die Wand mit Sanierputz, Kalkmörtel oder sonste was verputzt sein.
Weder der Hersteller des Putzes noch der Deines Autos wird hier für die Schaden haften.

Die sind nämlich gebunden an den Verwendungszweck von Auto und Putz.
Nun hoffe ich mal das Du weist wozu bestimmungsmäßig eine Auto da ist, von Sanierputzsystemen weißt Du es jedenfalls nicht.

Kannst Dich aber demn?chst auf meiner Web- Seite auch darüber schlau machen, sich schreibe grade genau darüber.

Grüße aus Sch?nebeck



Hallo!



Hallo und danke schon mal!

Was spricht GEGEN Dichtschlämme und dann z.B. ein "normaler" Kalkputz?
Da ich nun schon einiges an Sanierputz verarbeitet habe (teuer, teuer, teuer) schwenke ich gerne auf z.B. normalen Kalkputz nach der DIchtschlämme um.....
Vielleicht noch mal als Hintergrund:
Es handelt sich um 80cm dickes BRuchsteinmauerwerk unter Erdgleiche.....
Auch habe ich hier nicht mit einem immensen Wassereinfall zu kämpfen, sondern es gibt einfach vereinzelte Stellen, wo Wasser durchsickert...... Regenentwässerung, Wasser- oder Abwasserleitungen liegen in den betroffenen Bereichen (auch nicht in der nähe) definitv nicht!

Also: was kann im "schlimmsten Fall mit Dichtschlämme->dann KAlkputz passieren?

Gruß,
-bodo-



Zumal



Der von uns angegebene Luftkalkmörtel ist immer noch billiger als Sanierputz.

Da ja der Sanierputz nicht wesentlich länger an der wand hält wie der Kalkputz ergibt sich wohl, dass Sanierputz somit ein noch teurer Opferputz ist.

Mal ehrlich, es wird wohl langsam lächerlich....die einen sind eben von Sanierputz überzeugt und die anderen eben von Luftkalkmörtel.
Ich für meinen Teil bleibe bei Luftkalkmörtel, weil er sich bei uns schon mehr als einmal bestens bewährt hat.

Grüsse Thomas





Bitteschön meine Herren

Belesen Sie sich hier unter “Sanierputzsysteme”

http://bau-st.eu/pages/leistungen/bauwerksabdichtung.php

Ich habe übrigens auch schon den ein oder anderen Quadratmeter Kalk- wie auch Sanierputz verarbeitet.



Dichtungs Schlämme schon drauf,



Hallo Bodo,
die Schlämme verhindert mehr oder minder das eindringen von
Wasser, die Oberfläche der Schlämme kann Feucht werden durch das drückende Wasser und durch Kondenswasser,
dies wird kaschiert, bedingt und zeitweise verhindert durch genannte Sanierputze, ein Dämmputz erfüllt die gleichen Aufgaben, bei
Salzbelastungen wiederum nur bedingt,
grüße aus Fragn Martin