Wandfarbe für Wirtschaftskeller

30.10.2010



Hallo Fachwerk-Forum,

Das Theater begann vor 4 Jahren, als der Keller mit der Renovierung dran war. Nachdem die Außenwände der Teilunterkellerung trocken gelegt wurden (aufbuddeln, verputzen, Dickbeschichtung, 3 lagige Noppenbahn), wurde innen auf den schadhaften, abgebröselten Beton ein Sanierputz aufgetragen. Um das ganze dampfoffen zu lassen, habe ich fälschlicherweise geleimte Wandfarbe aufgetragen. Leider bekam der Anstrich im folgenden Sommer durch Kondensfeuchtigkeit grünliche Schimmelflecke. Ich denke aber, daß der Schimmel wirklich nur oberflächlich war, habe ihn auch mehrmals eingesprüht.
Im Herbst habe die gesamte Wandfarbe mit einem Hochdruckreiniger wieder abgewaschen. In den letzten beiden Sommern waren noch kleinere Schimmelnester zu sehen. Die habe ich wieder gleich eingesprüht.
Ich vermute, das sich der Schimmel von den Resten der geleimten Wandfarbe ernährt.
Deshalb will ich in den nächsten Tagen nochmals gründlich den Keller mit einem Hochdruckreiniger abwaschen.

Jetzt zur eigentlichen Frage:
Welchen preiswerten Anstrich könnt ihr mir empfehlen?

Ich tendiere zu einem einfachen Kalkanstrich (Im Baumarkt einen Sack Kalk kaufen........)
Das wäre sicher die preiswerteste Variante.
Wie rühre ich diese Farbe an??? Ist es richtig, dass durch die pH-Wert-Absenkung kein Schimmel mehr bildet?

Gerne nehme ich auch einen anderen Rat von euch an!
Achso, es ist nur ein Wirtschafts- und Lagerkeller.

Gruß Dieter



Das war`s dann wohl…



mit dem Sanierputz.
Mal angenommen der Sanierputz wurde richtig verarbeitet, so das er sein Porenvolumen und die Hydrophobe Wirkung ausbilden konnte, hat er das erste mal: mit der Leimfarbe,… und das zweite mal: mit dem Hochdruckreiniger so richtig einen auf`s Dach bekommen.
Den Leim werden Sie mit dem H-Reiniger mit Sicherheit nicht aus den Poren bekommen, dafür aber jede Menge Wasser dort rein.
Wie soll das da wieder raus?
Sanierputz ist Hydrophob, das heißt er transportiert kein Wasser.
Und wenn Wasser in den Poren ist werden Salze dort nicht auskristallisieren.
Und weil`s so schon feucht ist und auch genug Nährstoffe für Schimmelpilze vorgehalten werden, werden Sie diese auch nur mit dem Putz los.

Da kann aber der Putz nichts für.

Grüße aus Schönebeck



Sanierputz



sollte am besten garnicht gestrichen werden. Sanierputz hat eine Funktion, nämlich Feuchtigkeit aus der Wand zu transportieren und dabei mitkommende Salze aufzunehmen. Jeder Anstrich behindert diese Funktion. Entweder die zu dem System gehörende Spezialfarbe nehmen, oder als Alternative einen Sumpfkalkanstrich. Und wenn sich Schimmel erstmal etabliert hat, wird sich Myzel im Putz befinden und für permanenten Neubefall sorgen. Den Sanierputz entsorgen, neu verputzen, entweder wieder einen Sanierputz oder einen Kalkputz und mit Sumpfkalk streichen.
MfG
dasMaurer



Vor dem Abhacken...



...was wohl etwas heftig wäre, sollten Sie sich gedanken machen, ob der Raum hinreichend und richtig belüftet ist.

Ein Kalkanstrich wird dem Sanierputz (war der überhaupt erforderlich?) nicht den Todesstoß geben, aber nicht als Sack aus dem Baumarkt. Eine gute Qualität bekommen Sie z.B. bei Kremer-Pigmente, wie auch eine Verarbeitungsanleitung.

Auch auf Kalk kann es schimmeln, wenngleich der Kalk durch seine alkalische Reaktion kein gutes Medium für den Schimmel ist.

Schimmelbekämpfend (ohne Langzeitwirkung) ist übrigens Spititus oder Isopropanol 80%ig, vollflächig auf die Wand gesprüht, gut lüften. Dauerhafter wirkt Lithiumwasserglas. Ebenfalls von Kremer, Verarbeitungsanleitung beachten.

Grüße

Thomas



Dankeschön



......für die Antworten. Natürlich gehen die Meinungen auseinander. In dieser Woche habe ich den Keller nochmals GRÜNDLICH mit dem Hochdruckreiniger ausgewaschen. Optisch sind die Wände schon wieder trocken, der Keller wird aber weiter intensiv gelüftet.
(übrigens, den Putz wieder abstemmen kann ich immer noch. Die HD-Reiniger-Variante war der kleinste Aufwand und damit einen Versuch wert.)

Welche Farbe wurde eigentlich in den 30er Jahren für Keller verwendet?
Sie ist HD-Reiniger-fest !, schimmelt nicht, durchlässig, nur leider etwas vergilbt. Darf sie aber auch nach den Jahren.
Wer kann mir mehr dazu sagen? Die wurde doch sicher vor Ort angemischt? Ich tippe mal auf Kalk + Bindemittel ( Wasserglas? ) Die ist eigentlich TOP, warum wird sowas nicht mehr verwendet?

Gruß, ein nachdenklicher Dieter



Ok,



Sie haben schon Schimmel im Keller, und fuchteln nochmal mit viel Wasser da 'rum?

Nachdenklichkeit ist wunderbar, wenn aber nichts dabei herauskommt, völlig sinnlos. Sie verdirbst dann nur den Tag.

Da ist nix mehr zu zu sagen

Th.



HD-Reinigung ist nunmal geschehen



in den 30ern war ich noch nicht mal geplant , kann mir aber nur vorstellen , daß mit Sumpfkalkfarbe gearbeitet wurde .
Es gab aber auch schon Weißzementfarben vor Urzeiten , weiß aber nicht wann die Fa. Dyckerhoff das Produkt "DYX"-Zementfarbe auf den Markt brachte . Dieser Werkstoff wurde einst in Wasserkammern bei Hochbehältern im Trinkwasserbereich eingesetzt . Wird heute von der Fa. SOPRON hergestellt , hat aber die Zulassung für den TW-Bereich nicht mehr angefordert .