In bestehende Gewerbehalle aus 120mm Sandwich Panelen auch Wohnraum einbauen möglich?

12.03.2012



Guten Tag,

ich habe eine Frage:
Ist es möglich, in einer großen bestehenden Gewerbehalle, welche aus Iso Sandwich Panelen gebaut worden ist mit 120mm Dämmstärke, auch Wohnungräume zu errichten ohne Probleme mit Schimmel oder dergleichen später zu bekommen im Wohnbereich?

Die Frage ist jetzt, wie muß die Wohninnenseiten Wand aufgebaut werden damit es keine Probleme entstehen mit Schwitzwasser, Schimmel und dergleichen?

Reicht eine Ständerwand mit Gipsplatten aus oder muß eine Luftschicht zur Hallenwand bestehen bleiben, zusätzlich evtl. eine Dämmschicht eingebaut werden zur Wohnseite mit Folie und dann die Gipsplatten?

Wer hat Erfahrung und kann dazu was sagen?


Mit freundlichem Gruß
Sampa



Hier ist Ihr....



....Ansprechpartner.
Ein Mitglied dieser Community.

Dritte Haut® Architekten
Peter Garkisch (Architekt, Dipl.-Ing.)
Bölschestraße 18
12587 Berlin
Tel.: 030-6409-1744
Fax : 030-6409-4469
Mob: 0172-323 02 28
eMail: garkisch@dritte-haut.de
WWW: Homepage

Viel Erfolg und gute Gespräche bzw. Umsetzung.

Freundliche Grüße,
Udo Mühle



Zunächst einmal...



...wäre eine Bauvoranfrage zu stellen, die klärt, ob die geplante Umnutzung genehmigungsfähig ist.

Ich würde ein separates Bauwerk in der Halle errichten, d.h. mit einer Zirkulationsebene zur Hallenwand. Udo hat da z.B. schon tolle Lehmbauten in einem "Riesengewächshaus" gesehen.

Grüße

Thomas





Hallo,

die vorgeschlagene "Haus in Haus" - Lösung würde bauphysikalische Probleme lösen.
Allerdings müssen Sie natürlich vorab die planungsrechtliche Zulässigkeit klären. Wenn da alles im grünen Bereich ist, können Sie sich an Konstruktion und Belichtung machen.
120er Paneele reichen für sich dämmtechnisch nicht aus.
Sie brauchen schon Thyssen-Wände 155er, im Minimum, sonst sind Ergänzungen der Dämmung notwendig.

Grüße



WOHNEN



Hallo Sampa,
Gibt es einen rechtsgültigen Bebauungsplan für das Gebiet in dem die Halle steht?
Wenn ja,ist Wohnen ausnahmsweise zugelassen ? Und für wen ?
Wenn nein, wie ist der Gebietscharakter ?: Mischgebiet? Dorfgebiet? Oder gar Aussenbereich ?
Wie sind die Bedingungen in der Halle?
Sonnenlicht ?, Beheizt ? , wie wird sie genutzt ?, Belüftung ?
Sind alle Anschlüsse vorhanden?
Brandschutz? (Fluchtwege müssen unmittelbar ins Freie führen!)

viele Fragen , viele Grüße



... zuerst war die Idee, ist Umsetzung möglich? Wenn ja, wie?



Vielen Dank für Ihre Antworten!

An eine Bauvoranfrage habe ich bisher noch nicht gedacht gehabt, weil mir erst die Idee kam, das man darin ja auch Wohnraum machen könnte, wenn es das auch mit Büro´s gibt. Eine Umbau Erlaubnis muß natürlich vor Umbau angefragt werden.

Ich bin über Umwege auf diese Webseite gekommen und habe auf der Konrad Fischer Info Webseite gelesen, das dämmen nicht gleich dämmen ist.

Deshalb ist jetzt mein Kernanliegen, ist sowas überhaupt möglich?
Weil die Wand von innen nach aussen offener werden sollte und diese Sandwich Panele innen und aussen aus einer Metallschicht bestehen und demnach nicht "offen" sind.

Kann die Wärme dann in der Sandwich Panele kondensieren? Kann das zu Problemen führen? Wie könnte man das verhindern?

Ich stehe erst am Anfang dieser Idee und als erstes habe ich hier meine Idee kund getan, weil soviel Wissen und Fachwissen ich bisher noch nirgendswo finden konnte. Diese Webseite ist einfach Klasse!

@Georg Dehio: Auf Ihre Fragen kann ich leider keine Antworten geben, da dies erst noch eine Idee ist, welche erstmal untersucht werden muß, ob dies überhaupt so umgezusetzt werden könnte.
Es geht sich erstmal um das Prinzip, welche Umsetzung machbar wäre, dann kommt die Umbau oder Bauanfrage.

Angenommen man bekäme keine Umbauungs Erlaubnis für diese Halle und man würde eine neue und bessere Halle bauen wollen mit dickeren Sandwich Panelen, sagen wir mal 200er, worauf muß geachtet werden für den Wohnbereich?

Wie müßte dann der Wandausbau nach innen erfolgen? Sandwich Panele, Zirkulationsebene, noch eine Dämmung extra oder direkt die Ständerwand mit den Gipskarton Platten?


Mit freundlichem Gruß

Sampa



etwas weit



weg zwar aber ich plane derzeit ein ähnliches Projekt in einer Halle, allerdings aus Holz. Rufen Sie doch mal durch..?!



Im Grunde ...



.. müssten Sie hier im Forum Ihr Projekt im Detail vorstellen, damit wirklich brauchbare Hinweise gegeben werden können.

Die bau- und planungsrechtlichen Fragen gilt es vorab zu klären (siehe Beiträge von D.Beckmann und R. Göbel).

Wenn die bestehende Halle sehr groß ist, dann ist das "Haus -im-Haus"-Prinzip die beste Lösung: einen separate, unabhängig gedämmte Holzkonstruktion hineinzustellen. Die Halle bildet dann nur den Wetterschutz.

Ist die Halle sehr klein bzw. von der Fläche/dem Volumen für Ihre Zwecke gerade ausreichend, könnte eine zusätzliche Innendämmung der Paneele in Erwägung gezogen werden. Z.B. durch eine aufgespritzte Zellulosedämmung, die auch Luftfeuchtigkeit speichern kann (Sorptionswirkung).

Sonst gibt´s trotz der Wärmedämmung auf der Innenseite der Metallpaneele irgendwann mal Schwitzwasser oder ein unangenehmes Raumklima. Die gleiche Problemstellung ergibt sich z.B. beim zeitgemäßen Ausbau von Überseecontainern zu Wohn- oder Arbeitszwecken.

Ob das aber alles baukonstruktiv oder bauphysikalisch machbar ist -und ob´s dann wirklich preiswerter ist als eine konventionelle, andersartige Lösung- kann nur vor Ort nach einer Bestandsaufnahme und einem Vorentwurf zu Ihren Nutzungsabsichten entschieden werden.

Bei Interesse kann ich mir Ihr Objekt gerne mal ansehen. Mein Büro ist in Bad Münstereifel.



Sandwich-Platten



Hallo Sampa,

natürlich geht das. Ein Bekannter von mir hat mit Sandwich-Platten sein Haus gebaut.

Wasser kondensiert nur dann an der Innenseite der Platten, wenn es dort kalt ist. Sonst nicht. 120mm Dämmstärke sind schon nicht schlecht, aber etwas mehr wäre gut. Also zusätzlich dämmen.

Eine Wand muss nicht unbedingt "offen" sein. Wenn die Wand - wie hier - undurchlässig für Feuchte ist, dann kann da auch kein Wasser reinkommen und kondensieren.

Die "Wärme" kann auch nicht kondensieren, kondensieren kann nur Feuchtigkeit.



Erfahrungen…



• Die Sandwichplatten sind besser als ihr Ruf, haben zwar null Flair, aber in einem mir bekannten Beispiel eines Gewerbegebäudes gab es im gesamten Jahresverlauf kein kondensiertes Schwitzwasser an den Wänden und die Dämmung bei ca. 150mm Dicke ist ausreichend, auch was Hitzeschutz im Sommer angeht.

• Vielleicht gibt es über dies Projekt weitere praktische Infos im Netz. Ich kenne das Gebäude recht gut von mehreren Veranstaltungen her. Dort hat man diverse Arten von Funktionsgebäuden scheinbar erfolgreich in eine Halle integriert. Es fließt sogar ein künstlicher Wasserlauf durch:
http://www.akademie-mont-cenis.de/



Mit Sandwich Platten ein Haus bauen



Guten Tag Herr Wolfgang Mües,

das hört sich sehr interressant an. Kann man da Kontakt Daten von bekommen? Das würde ich mir gerne mal ansehen oder mit Ihrem Bekannten mal sprechen, wäre das möglich?

eMail Adresse für Kontakt ist: meineheidelbeere @ gmx.de (bitte ohne Leerzeichen, wegen den Spam-Robotern)

Ob eine Sandwich Panele Flair hat oder nicht, ist eigentlich nebensächlich, wenn man die guten Eigenschaften des Produktes kennt.

Vielen Dank auch für die anderen Antworten, welche sehr aufschlußreich sind. Je mehr man mit verschiedenen Menschen über ein Projekt spricht, desto mehr kann man erfahren und lernen. Dankeschön!



Sie erhalten...



mit Sandwich-Platten ein perfektes Barackenklima und müssen, ebenso wie im "klassischen" Passivhaus aus Folien, Dämmstoffen und Platten, eine vollwertige Be/Entlüftung vorsehen, da Ihr Baukörper aus Stoffen besteht, die keinerlei Feuchtepuffer bzw. -ausgleich ermöglichen. "Gute Eigenschaften" des Materials sehe ich nicht, von der Wärmedämmung im Winter abgesehen. Schon im Sommer wird es schwierig, die Wärme draußenzulassen, das geht halt viel besser mit massereichen Konstruktionen wie z.B. aus Vollholz.

Als Baumaterial für Wohnräume halte ich Sandwichplatten aus bauklimatischen Gründen für ungeeignet. Den Charme einer Notunterkunft sollte man sich vorenthalten.

Ich verstehe zwar noch nicht, warum unbedingt in einer Halle gebaut werden soll; wenn aber doch, sollte ein Baukörper entstehen, der den Witterungsschutz durch Wand und Decke nutzt, im übrigen aber autonom ist.

Bauklimatisch sehr vorteilhaft ist das Bauen mit Vollholzplatten, z.B. das System von Rombach, "NUR-HOLZ". Da baut man mit dem einzigen statisch tragendem Dämmstoff.

http://rombach-holzhaus.com/

Das biete ich an und berate dazu sehr gern. Ferner ist auch das Bauen mit Lehm, wie auch die Kombination von Holz und Lehm sehr zu empfehlen.

Einerseits reizvoll, auf den Witterungsschutz verzichten zu können, das eröffnet dem kreativen Architekten tolle Möglichkeiten - andererseits eine Herausforderung, genug Tageslicht in's Haus zu bekommen.

Grüße

Thomas



Nicht umsonst verwies ich auf die Akademie Mont-Cenis, …



… denn dort wurden innerhalb der Halle Häuser aus Holz und anderen umweltschonenden Baustoffen realisiert. Das ganze auch mit Mustercharakter, es wurden früher die Architekten busweise dahingekarrt und durchgeführt, außerdem finden Seminare zum Thema statt.

Ich möchte Sandwichplatten nicht empfehlen, aber sie haben ihre Berechtigung, insbesondere im Gewerbebau. Wer schon mal in Hallen, Werkstätten und angeschlossenen Büros gearbeitet hat, also richtig gearbeitet hat, in denen es im Winter saukalt, im Sommer dagegen brüllend heiß ist, weiß den Unterschied zu schätzen. Leider hat nicht jeder Gewerbebetrieb das Geld, seine Hallen mit Holz und Lehm zu bauen und mit Hanf zu dämmen, also wird das nur mit einem kleinen Vorzeigebereich gemacht.

Barackenklima ist relativ, zwischen den Schreibtischen in klimatisierten Ingenieurbüros nach ökostandard und der bundesdeutschen Wirklichkeit liegen manchmal Welten.



Der übliche Quatsch!



"Barackenklima ist relativ, zwischen den Schreibtischen in klimatisierten Ingenieurbüros nach ökostandard und der bundesdeutschen Wirklichkeit liegen manchmal Welten."

Schön, Herr Bisping, daß Sie den Grundkurs der Sinnlosargumentation nach Konrad Fischer erfolgreich absolviert haben (Auch wenn der vermutlich genau anders herum argumentieren würde, aber in jedem Falle nach dem Schema F). Wenn dann auch noch das Herbeibeten eines angenehmen Wohnklimas gelingt...

Warum wohl werden die modernen Ständerbauten auf Passivhausstandard alle mit komplizierten Lüftungs- und Verschattungseinrichtungen versehen, die richtig Geld kosten in Anschaffung und Unterhalt, und auch im Falle der Belüftungsanlagen zu Keimschleudern mutieren können?

Weil das Raumklima anders nicht in den Griff zu bekommen ist.

1. Temperatur ist nicht nur warme Luft, und eine angenehme Wohlfühltemperatur braucht wärmespeicherfähige Materialien höherer Masse. Sie wirken temperaturausgleichend bei sommerlichen und winterlichen Wärmespitzen. Die thermische Trägheit der Holzbauplatte führt z.B. gleichzeitig zu hervorragender Dämmung im Winter wie im Sommer. Sandwichplatten wirken, da massearm, nicht als Temperaturpuffer und sind auch kein wohnraumtauglicher Hitzeschutz im Sommer.

2. Lehm und Holz sind gleichermaßen bestens in der Lage, feuchtepuffernd zu wirken. In einem Holzhaus ist eine aufwändige Be/Entlüftung (um die Luftfeuchte zu reduzieren) nicht erforderlich, im Sandwichbungalow unverzichtbar.

Versucht man aber die Nachteile dieser für den Gewerbebau recht passablen Sandwich-Bauweise zu Wohnzwecken zu kompensieren, schafft man mit Sicherheit neue Probleme und treibt dennoch einen beträchtlichen Aufwand.

Die Einbeziehung der Außenwände in den zu Wohnzwecken genutzen Kubus würde ich jedenfalls nicht empfehlen.

Grüße

Thomas



Meine Güte ..



wie hier mit Glaubenssätzen um sich geworfen wird....

Geht's noch?

Wenn ein Raum 6 Wände hat, und ich baue die beiden Außenwände aus Sandwichplatten, und die anderen 4 aus Stein, dann habe ich doch wohl genug Wärmespeicher- und Feuchtespeicherfähigkeit, oder?

Sandwichplatten sehen nicht besonders attraktiv aus, deswegen wird man meistens innen etwas davor bauen. Was, ist eigentlich ziemlich egal: drinnen ist es warm und trocken, da passiert mit den meisten Baustoffen nichts.

Ob man in einem Gebäude eine Lüftungsanlage braucht oder nicht ist primär eine Frage der Luftdichtigkeit, nicht der Wandmaterialien. Wenn man ein altes Fachwerkhaus mit luftdichten Fenstern und Türen ausstattet, dann braucht man ja auch auf einmal eine Lüftungsanlage.

Ist ja schon klar, wenn hier jeder seine speziellen Vorlieben hat und Bauweisen vorzieht, aber bitteschön bei der Argumentation das Hirn einschalten.



Wenn...



...Sie Ihrer letzten Empfehlung folgen wollten (Hirn einschalten), hätten Sie den letzten Beitrag gar nicht geschrieben, Herr Mües.

Das da: "Ob man in einem Gebäude eine Lüftungsanlage braucht oder nicht ist primär eine Frage der Luftdichtigkeit, nicht der Wandmaterialien. Wenn man ein altes Fachwerkhaus mit luftdichten Fenstern und Türen ausstattet, dann braucht man ja auch auf einmal eine Lüftungsanlage." ist flächendeckender Blödsinn und deutet darauf hin, daß der Autor keinerlei praktische Erfahrungen und / oder theoretisches Wissen zum Thema hat.

Gute Träume wünscht

Thomas



Wenn...



.. Sie etwas als "Blödsinn" beschreiben, ohne es vernünftig zu begründen, ist das nicht sehr überzeugend, Herr Böhme.



... bitte nicht zanken!



Hallo zusammen,

es lohnt sich nicht zu zanken!

Jeder kann doch seine Erfahrungen bekannt geben, was ja grade gewünscht wurde!

Ich habe in temperierten Sandwich Hallen im Sommer wie im Winter gearbeitet und in den Büros ist es wie zu Hause, ohne Klima oder Lüftungsanlage vollkommen normal.

Gehen Sie mal bitte mit offenen Augen durch Ihre Stadt und Sie werden immer öfters Gebäude sehen aus "Stahlhallen" erstellt mit Sandwich Panelen.

Das schöne daran ist ja, das man diese in allen möglichen Farben bekommen kann und wenn man möchte auch noch in allen möglichen Varianten, wie z.B. gewellt, längs oder quer, usw.

Von häßlich ist heut zu Tage keine Rede mehr und dieses Barackenklima stellte sich bis dato nicht ein, aus Erfahrung, sonst würde mir diese Idee wohl auch nicht gekommen sein.

Ich danke allen für Ihre Meinungen und Erfahrungen und werde mir das eine und andere Objekt mal näher anschauen und auch Fragen dazu stellen.



@ Herrn Mües



Ich denke, dazu schon Begründungen in diesen thread gegeben zu haben. Hier dennoch ein paar Gedanken dazu: "Luftdichtigkeit" ist im Bauwesen kein so absoluter Begriff wie z.B. "schwanger" im persönlichen Bereich. Absolut dichte Baukörper (d.h. völlig ohne Luftwechsel) gibt es weder im Wohnungsbau, noch werden sie angestrebt. Der vorhandene Luftwechsel auch in modernen "dichten" Gebäuden, verbunden mit einem Minimum an Lüften durch das Öffnen von Fenstern und Türen, genügt durchaus, den benötigten Sauerstoff sicherzustellen. Die Notwendigkeit von Lüftungsanlagen in "dichten Gebäuden" begründet sich also nicht darin, sondern in der Notwendigkeit, Luftschadstoffe und menschengemachte Feuchte aus dem Baukörper zu transportieren. In einem baubiologisch durchdachten Baukörper, sei es nun ein Neubau oder das traditionelle Fachwerkhaus, der auch noch im gleichen Geist eingerichtet wird (natürliche Materialien), ist der Aspekt der Luftschadstoffe vernachlässigbar, ebenso wie die Notwendigkeit einer Lüftungsanlage, die über eine Abluft über dem Herd und ggf. im Bad hinausgeht, nicht gegeben ist. Weil Materialien verbaut wurden, die Feuchtespitzen puffern. Ihre Aussage, auch ein Fachwerkhaus mit neuen Türen und Fenstern bräuchte nun plötzlich eine Lüftungsanlage, findet sich weder in einschlägigen Baunormativen, noch in der Baupraxis. In meinem Sandsteinhaus mit viel Kalkputz, Ziegel und Holz habe ich konstant zwischen 45 und 50% LF.

"Wenn ein Raum 6 Wände hat, und ich baue die beiden Außenwände aus Sandwichplatten, und die anderen 4 aus Stein, dann habe ich doch wohl genug Wärmespeicher- und Feuchtespeicherfähigkeit, oder?"

Klares Jein: Im Winter erfüllen leichte Dämmstoffe Ihre Funktion ja ganz gut. Die Wärme im Sommer draußen zu lassen, funktioniert weit weniger gut. Hier schneiden massereichere und thermisch träge Stoffe wie eben Holz wesentlich besser ab.

Grüße

Thomas



@ Sampa



Trotzdem ich bisher keinen Blindenhund gebraucht habe - ein Wohnhaus aus Sandwichplatten habe ich noch nicht gesehen, gewerbliche Objekte natürlich desöfteren. Auch wenn es alles Denkbare und Undenkbare irgendwo geben mag, ist diese Bauweise aus den dargelegten und weiteren Gründen für eine Wohnnutzung ungeeignet.

Aber das dürfen Sie gern anders sehen bis zu dem Zeitpunkt, wo Sie sich in Ihrer "Baracke" nicht wohlfühlen werden. Nur zahlen Sie's dann trotzdem weiter ab.

Mein Rat: Hier im Forum sind auch "Zitronenfalter" unterwegs, also Erdhöhlenbewohner, Strohballenhausbauer, und traumtänzelnde Theoretiker. Fragen Sie vorallem unbedingt auch 'mal einen Architekten, der ein paar Referenzobjekte und zufriedene Bewohner zu bieten hat und von Bauklimatik etwas versteht. Ein Ansprechpartner wurde ja schon genannt.

Große Erfolge wünscht

Thomas



Über den Tellerrand schauen…



… würde heißen, manchen Architekten und Planern von Gewerbebauten, die einen Weg zwischen Kostenvorgaben und möglichst optimalem Raumklima finden müssen und auch finden, Respekt zu zollen. Für manche kaum zu glauben: Die sind auch nicht blöde und wissen um das sogenannte Barackenklima und haben Lösungen gefunden, selbiges weitgehend zu neutralisieren. Statt aufwändiger elektronisch geregelter Zwangslüftungen schaffen ganz normale Lüftungsklappen und nicht zuletzt Fenster, ja, ganz normale Fenster, die man öffnen kann, manchmal auch den gewünschten Effekt.
Abgesehen davon gibt es in Gewerbebauten üblicherweise auch genug klimaausgleichende Masse, von gemauerten Zwischenwänden bis hin zu Betondecken, in Hallen sorgen oft schiere Größe und Deckenhöhe für ein gepuffertes erträgliches Innenklima. Ist natürlich nicht so dolle wie im Fachwerkstübchen mit 2m lichter Deckenhöhe, dafür aber frittierten Bodendielen und dick Folie unterm Dach.

Wie dem auch sei: Ich selber möchte auch nicht in einer Sandwichhütte leben, aber ich habe schon in vielen derartigen Gewerbebauten zu tun gehabt, sommers wie winters, und es war durchaus erträglich. Wahrscheinlich glaubt mir aber auch niemand, dass es in einem alten Bunker mit 1,80m dicken Wänden angenehm ist. Ich kann dagegen sehr wohl die Bedenken gegen Fachwerkhäuser verstehen, die derart abgedichtet werden, dass sie den Blowerdoor-Test bestehen und innen mit x-schichtigen, komplizierten Dämm-Wandaufbauetn versehen sind, damit die ausgerechneten U-Werte auch für die Zuschüsse reichen.